
Rund 1.300 Aussteller aus 30 Ländern auf der bautec 2002 vertreten Altbaumodernisierung und Energieeinsparverordnung im Blickpunkt.
Wie geht es weiter mit der deutschen Bauwirtschaft, die sich seit nunmehr sieben Jahren in einer tiefgreifenden Strukturkrise befindet? Von der vom 6. bis 10. Februar auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm stattfindenden bautec 2002 sind Signale zu erwarten, die für die weitere Entwicklung des Wirtschaftsbereiches Bau in Deutschland von großer Bedeutung sind. Zwar deuten Marktprognosen und Trendberichte der Baustoffindustrie auf ein Anhalten der Krise in der Bauwirtschaft hin, andererseits gibt es jedoch zunehmend positive Signale für eine Wende in diesem Jahr. Schon vor dem Start der 10. Internationalen Baufachmesse und der parallel stattfindenden Build IT Berlin, Fachmesse für IT und Kommunikation im Bauwesen, steht eines fest: Mit 1.287 Ausstellern aus 30 Ländern, die sich mit ihrer kompletten Produktpalette und Dienstleistungen für den Alt- und Neubau präsentieren, kann die bautec 2002 einen beachtlichen Akquisitionserfolg verbuchen und damit erste positive Impulse vermitteln.
Die größte deutsche Baufachmesse dieses Jahres steht fünf Tage lang im Mittelpunkt des baupolitischen und bauwirtschaftliches Interesses, denn schließlich wird sie von der Industrie, vom Handel und Handwerk als wichtiges Trendbarometer mit Spannung erwartet. Entsprechend groß sind die Erwartungen der ausstellenden Industrie, die zur bautec 2002 und zur Build IT zahlreiche Neuheiten und technische Weiterentwicklungen für das komplette Haus einschließlich der Heizungs- und Anlagentechnik präsentieren.
Unter dem Motto "Zukunft Bauen - Bestand verbessern - Chancen sichern" spricht die Internationale Baufachmesse alle Branchenpartner an: Die Bauindustrie ebenso wie Architekten und Bauplaner, den Baustoff-Fachhandel, die bauausführenden Gewerke und nicht zuletzt auch interessierte Haus- und Wohnungseigentümer und potentielle Bauherren. Gegliedert ist die bautec 2002 nach den unterschiedlichen Segmenten der Bauwirtschaft: Ob Aluminium, Stahl, Bauchemie, Baumaschinen oder Werkzeuge, ob Holz, Dacheindeckungen und Fassadenbausteine, Glas, Natursteine, Keramik, Fliesen, Fenster, Türen, Außenanlagen, ob Stahl, Dämmstoffe für Dach und Wand, ob Wintergärten, Fertighäuser oder Bausparkassen, ob Heizung, Lüftung und vorbeugender Brandschutz - die bautec 2002 wird dem Messepublikum erneut eine so gut wie lückenlose Produktpalette präsentieren.
Vor dem Hintergrund des weiter in der Krise steckenden Wohnungsneubaues in Deutschland spielt die Altbaumodernisierung und Instandsetzung von derzeit 38,3 Mio. Wohnungen auch auf der bautec 2002 eine zentrale Rolle. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin steigt die Bauleistung an bestehenden Wohngebäuden seit Jahren an. In diesem Jahr soll sie in Westdeutschland mit 65,5 Mrd. Euro um immerhin 5,1 Mrd. Euro höher liegen als 1998. Selbst in den neuen Bundesländern, die von der Baurezession in den letzten Jahren besonders stark betroffen waren, sollen die Bestandmaßnahmen im laufenden Jahr mit 15,3 Mrd. Euro das Niveau des Jahres 1998 nur um 10 Prozent unterbieten.
"Marktplatz Altbau" - ein Kompetenzzentrum
Detaillierte Informationen und Beratung über die Modernisierung und Wertverbesserung von Gebäuden erhalten die Messebesucher nicht nur im Dienstleistungscenter des Deutschen Baustoff-Fachhandels in der Halle 21a, sondern vor allem auf dem erstmals präsentierten "Marktplatz Altbau" des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung in der Halle 22a. Unter dem Motto "Altbau schafft Lebensräume" entpuppt sich der Marktplatz als ein gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken an der TU Berlin konzipiertes Kompetenzzentrum. Dem Thema "Bauen im Bestand" ist übrigens am 8. Februar im ICC Berlin eine von der WISO-Redaktion des ZDF geleitete dreistündige Talkrunde "Im Brennpunkt - der Marktplatz Altbau" gewidmet.
Zweites Kernthema der diesjährigen bautec ist die neue Energieeinsparverordnung, die am 1. Februar in Kraft tritt und deren Ziel es ist, den Heizenergiebedarf in Deutschland im Vergleich zur Wärmeschutzverordnung von 1995 um weitere 30 Prozent bis 2005 zu senken. Erste Adresse zu diesem Thema ist auf der bautec 2002 die Deutsche Energie-Agentur (dena) am Stand des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung (Halle 22a). Aber auch beim Baustoff-Fachhandel kann man sich über die Konsequenzen der neuen Energieeinsparverordnung und über den künftig erforderlichen Energiepass für Neu-bauten informieren. Energieberater stehen in allen Fragen des ab sofort erforderlichen "Energiebedarfsausweises" für Neubauten zur Verfügung. Im fachlichen Rahmen-programm wird das Thema "Energiepass und Energieeinsparverordnung" auf dem "Planer-Forum" von Bundesumweltminister Jürgen Trittin und führenden Experten am ersten Messetag erörtert.
Die Premiere der Anlagen- und Heizungstechnik mit über 100 Ausstellern aus diesem Segment bildet einen weiteren Schwerpunkt der Internationalen Baufachmesse Berlin, die unter dem "Motto "Das komplette Haus" dem allgemeinen Trend zum ganz-heitlichen Bauen und Modernisieren folgt. Im integrierten "Innovationsmarkt Gebäudetechnik" werden darüber hinaus neueste Sanierungskonzepte auf dem Gebiet der Wärme-, Kälte- und Klimatechnik und des vorbeugenden Brandschutzes vorgestellt.
Build IT Berlin: Anwenderorientierte Präsentation
Ebenfalls über 100 Aussteller (127) aus dem In- und Ausland präsentieren sich auf der parallel stattfindenden Build IT Berlin - Fachmesse für Informationstechnologie und Kommunikation im Bauwesen. Im Mittelpunkt der eigenständigen Fachmesse in den Hallen 15 bis 17 steht die anwenderorientierte Präsentation moderner Informations- und Kommunikations-Technologien für das gesamte Bauwesen. Auf Wunsch der Branche wurde das Angebotsspektrum erweitert, das diesmal IT-Lösungen für Bauplanung, Bauausführung, für Verwaltung und Betrieb sowie für Rückbau und Recycling umfasst.
Wieder vertreten sind auf der Build IT Berlin 2002 der Verband der Europäischen Bauwirtschaft (FIEC), die Union Internationale des Architectes (UIA), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie weitere Verbände und Institutionen. Für Architekten, Planer, Ingenieurbüros und für Fachbesucher aus dem Bauhaupt- und -nebengewerbe dürfte die zum zweiten Mal stattfindende Build IT eine erste Anlaufstelle sein. Ergänzt wird die Fachmesse von einem hochkarätigen Kongress, Workshops, Seminaren und einem Ausstellerforum.
Neben der Präsentation vieler Neuheiten, innovativen Technologien und Systemlösungen der ausstellenden Industrie bietet die bautec 2002 an den zahlreichen Messeständen der beteiligten Innungen des Baugewerbes, Verbänden und Institutionen auch firmenneutrale Beratung in allen Fragen des Bauens, handwerklichen Anschauungsunterricht und nicht zuletzt auch berufliche Nachwuchsförderung. Vertreten sind alle wichtigen bauausführenden Gewerke (Tischler, Dachdecker, Fliesenleger, Zimmerleute, Maler und Lackierer, Klempner, Glaser, Elektriker), die Handwerkskammern, die Fachgemeinschaft Bau, die Arbeitsgemeinschaft Holz, die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie und auch die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, die über empfehlenswerte Sicherungs-technik gegen Langfinger berät.
Hochkarätiges fachliches Rahmenprogramm
Einen weiteren Schwerpunkt der bautec 2002 bildet das fachliche Rahmengramm, auf dem die aktuellsten Themen der Branche erörtert werden und zu dem rund 5.000 Experten aus ganz Europa erwartet werden. Herausragende Veranstaltungen neben dem "Planer-Forum" mit Umweltminister Jürgen Trittin sind der "Europäische Bau Congress Berlin 2002"(u.a. mit Franco Nobili, Präsident der Europäischen Bauindustrie), der "Deutsch-Ukrainische Unternehmer-Workshop", das Fachforum "Bauen mit Stahl", der "4. Deutsche Bauchemietag", die Fachveranstaltung "Fassaden aus Holz" und das Kongress-Programm der Build IT Berlin.
Eröffnet wird die bautec 2002 und die Build IT Berlin am 6. Februar im Palais am Funkturm von Kurt Bodewig, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen