Dass unser Trinkwasser nicht zwangsläufig in Trinkwasserqualität aus dem Hahn kommt, sondern dass entsprechende Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserhygiene in der Gebäudeinstallation zu ergreifen sind, ist in der Fachwelt unbestritten.
Bild: HeizungsJournal-Verlags GmbH
Bei der Frage nach dem „Wie“
sind neben den technischen auch wirtschaftliche
Aspekte zu berücksichtigen.
Hierbei zeigt sich erstaunlich häufig, dass
sowohl Fachplaner als auch Installateure
sehr kurzsichtig planen: dem Betreiber
werden angeblich betriebstechnisch
wirtschaftliche Lösungen vorgeschlagen,
ohne die hierbei anfallenden, hohen
Betriebskosten realistisch zu berücksichtigen.
Dabei gibt es technische Möglichkeiten
zur Sicherung der Trinkwasserhygiene, die
gleichzeitig einen nachhaltigen Umgang
mit der Ressource Wasser einschließen
und die Betriebskosten massiv auf ein
notwendiges Minimum reduzieren.
Grundsätzlich gilt es, Faktoren mit negativen
Auswirkungen auf die „Haltbarkeit“
unseres Lebensmittels Nr. 1 entgegenzuwirken.
Neben der Auswahl einer
hygienisch unbedenklichen Verpackung
(= Rohrsystem) sind hierzu intensive Gedanken
über den Fließweg des Trinkwassers
und die Möglichkeiten der optimalen
Verteilung zwingend erforderlich. Denn,
findet im Trinkwassersystem über längere
Zeit keine Entnahme statt (s. UBA-Hinweise
zu Stagnationszeiten), liegt Stagnation vor. Diese gilt es, in Trinkwasserinstallationen
in Gebäuden zu vermeiden
(s. DIN EN 1717), VDI / DVGW 6023. Sich der Illusion hinzugeben, dass
jede Zapfstelle über die gesamte Betriebsdauer
täglich genutzt wird und somit
nirgends Stagnation
entsteht, ist absolut
unrealistisch und sicher nur dem
Wunsch nach einer Minimierung der reinen
Investitionskosten geschuldet. Für
herkömmliche Installationen werden daher
dem Betreiber Spülpläne zur manuellen
Durchführung auferlegt, deren unwirtschaftliche
Betriebsweise zu diesem
Zeitpunkt jedoch kaum erkannt wird. Die
spätere konsequente Einhaltung dieser
Spülpläne ist ebenso fragwürdig wie das
anzustrebende Ziel, einen Austausch des
kompletten Wasserkörpers zu erreichen.
Verursachen die reinen Maßnahmen
laut Spülplan bereits unverhältnismäßig
hohe Aufwendungen, kann es dann
richtig teuer werden, wenn die manuelle
Umsetzung nicht auf Dauer sorgfältig erfolgt.
Wird nämlich bei der Beprobung
eine physikalische, chemische oder mikrobiologische
Veränderung des Trinkwassers
festgestellt, muss der zuständige
Personenkreis (Betreiber, Planer, Installateur,
Hygienefachkraft) Sofort-Maßnahmen
beschließen. In dem betroffenen
Bereich des Trinkwassersystems lässt man
dann so lange Trinkwasser an allen Entnahmestellen
auslaufen, bis die Parameter
nach TrinkwV wieder eingehalten
werden. Diese Wasserwechselmaßnahmen
stellen sich als äußerst aufwändig
und kostspielig dar, da sie mit
hohem Personaleinsatz und immens großen
Wasserwechselmengen verbunden
sind.
Die Lösung für eine sichere Trinkwasserhygiene
bei geringen Betriebs- und
Instandhaltungskosten bietet eine präventive
Strategie. Stagnation wird permanent
vermieden, im günstigsten Fall
bleibt der gesamte Wasserkörper in Bewegung
– Wasserwechselmaßnahmen
erfolgen automatisiert, und nur dann,
wenn die Entnahme nicht wie geplant
stattfindet.
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