
Zufriedene Aussteller, zahlreiche Innovationen und neue Technologien für den Alt- und Neubau sowie die aktuellen Informationsangebote zur neuen Energieeinsparverordnung prägten den Verlauf der bautec 2002 und der parallel veranstalteten Build IT Berlin, die nach fünftägiger Dauer auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm zu Ende gingen. Zum Abschluss der Internationalen Baufachmesse Berlin und der Fachmesse für IT und Kommunikation im Bauwesen, auf der 1.287 Aussteller aus 32 Ländern den nahezu 90.000 Besuchern ihr aktuelles Angebot und Dienstleistungen präsentierten, hoben viele der in Berlin vertretenen Unternehmen trotz einer weiterhin gedämpften Konjunktur das große Interesse an den neuen Produkten und Verfahren rund um das Bauen hervor. Auch die Fachbesucher und führende Verbände der deutschen Bauwirtschaft stellten der Messe ein gutes Zeugnis aus. Allgemeines Fazit: Die bautec steht im positiven Umfeld des "Neuen Berlin" auf einem soliden Fundament, sie ist eine wichtige Brücke zu den dynamischen Märkten in Mittel- und Osteuropa, sie hat der gesamten Bauwirtschaft Impulse zur Über-windung der rezessiven Phase vermittelt und sie hat im fachlichen Rahmenprogramm neue Maßstäbe gesetzt.
Die an der bautec beteiligten Dachverbände der deutschen Bauwirtschaft hoben die besondere Rolle des Standorts Berlin und der bautec hervor. Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, resümierte: "Die Hauptstadtmesse hat ihre Funktion als Trendbarometer erfüllt. Der Messeverlauf hat unseren vorsichtigen Optimismus bestätigt, dass nach sieben mageren Jahren in der zweiten Jahreshälfte mit einer spürbaren Stabilisierung der Baukonjunktur zu rechnen ist. Wir hoffen, dass der Aufschwung im Westen allmählich in Gang kommt und dass die Talfahrt im Osten endlich beendet sein wird."
Auch der Bundesverband des Deutschen Baustoff-Fachhandels (BDB) und dessen Präsident Max Schierer sehen nach der 10. bautec einen Silberstreifen am Horizont: "Die bautec 2002 fand in dem wohl schwierigsten baukonjunkturellen Umfeld der letzten zehn Jahre statt. Dass eine Branche, die durch Kapazitätsanpassungen gekennzeichnet ist, sich mit weniger Engagement an Messen beteiligt, ist nachvollziehbar. Dennoch geht von der bautec 2002 ein klares Signal aus: Das Ende der Talfahrt ist in Sicht. Die Unternehmen fassen wieder Tritt und entwickeln Szenarien für die Zeit nach der Rezession. Die Parole lautet ´Markt machen`. Hierzu wird die Branche selbst ihren Anteil leisten und endlich mit einer Stimme sprechen. Aber auch die Regierung muss auf eine Bauförderungspolitik umschalten. Bauen muss wieder Spass machen - Bauen ist Zukunftsgestaltung."
Im Mittelpunkt: Altbauerneuerung, Energieeinsparverordnung
Das Motto der bautec 2002 "Zukunft Bauen - Bestand verbessern - Chancen sichern" wurde auf der fünftägigen Fachmesse in lebendiger Form dargestellt. Vor allem in wichtigen Fragen der Instandsetzung und Modernisierung bestehender Gebäude wurde die Internationale Baufachmesse Berlin zur Informationsplattform. Der auf der bautec 2002 erstmals präsentierte "Marktplatz Altbau" des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung e.V. erwies sich in allen Fragen des Bauens im Bestand als kompetente Anlaufstelle. Auf dem gemeinsamen Stand boten das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, die Deutschen Energie-Agentur und das neugegründete Kompetenzzentrum "Kostengünstig qualitätsbewusst Bauen" aktuelle Informationen über die seit dem 1. Februar gültige neue Energieeinsparverordnung. Die neue Verordnung ist vornehmlich für den Neubau von Bedeutung, hat aber schon heute weitreichende Auswirkungen auf die Modernisierung von Altbauten.
Auch auf dem Messestand des Bundesverbandes des Deutschen Baustoff-Fachhandels stand die Beratung über energiesparendes Bauen im Vordergrund. Erstmals auf einer deutschen Baufachmesse konnten die neu ausgebildeten Energieberater das erweiterte Dienstleistungsangebot des Fachhandels präsentieren. Die Aktualität der neuen Energieeinsparverordnung schlug sich auch im fachlichen Rahmenprogramm der bautec 2002 überaus positiv nieder. Rund 1.200 Fachbesucher - vorwiegend Architekten und Planer - informierten sich im Planer-Forum am ersten Messetag über den Energiepass als neues Planungsinstrument. Bundesumweltminister Jürgen Trittin referierte als Gastredner über den "Klimaschutz in Gebäuden".
Aussteller: Die meisten Ziele erreicht Wie die Befragung durch ein unabhängiges Messe-Marktforschungsinstituts ergab, wurden die wichtigsten Ziele, die sich die Aussteller gesetzt hatten, erreicht. Dazu zählten Imagepflege des Unternehmens (80%), die Pflege bestehender Kontakte (82%), die Information der Fachbesucher (75%), die Einführung neuer Produkte (81%) und neue Kunden zu ge-winnen (60%). 70 Prozent beurteilten ihr geschäftliches Ergebnis auf der bautec 2002 positiv, und fast drei Viertel (73%) der Aussteller rechnen mit einem lebhaften Nachmessegeschäft.
Berlin ein Treffpunkt der Fachwelt Ein Blick auf die Besucherstruktur zeigt, dass die bautec 2002 wieder ein Treffpunkt der Fachwelt war. Der Anteil der Fachbesucher lag erneut über der 80-Prozent-Marke: 82 Prozent. Die hohe Qualität dieser Messegäste wird durch zwei Zahlen belegt: Mehr als die Hälfte (53%) nimmt eine leitende Position in ihrem Unternehmen ein, und fast vier Fünftel (79%) haben maßgeblichen Einfluss auf Einkaufs- bzw. Investitionsentscheidungen. Vorrangig interessierten sich die Fachbesucher für die Angebotssegmente Trockenbau, Dach, Wand, Fassade (44%), Dämmstoffe (37%), Holz, Parkett, Treppen (35%) sowie Ziegel, Klinker, Dacheindeckungen (31%). Das Bau- und Ausbaugewerbe (30%) sowie Architekten/Bauingenieure (20%) waren auf der bautec 2002 am stärksten vertreten. Bemerkenswert: Fast zwei Drittel (64%) der internationalen Fachbesucher kamen aus Mittel- und Osteuropa (2000: 36%).
Top-Rahmenprogramm Aktuelle bauwirtschaftliche und baupolitische Themen standen im Mittelpunkt des hoch-karätigen fachlichen Rahmenprogramms, an dem rund 5.000 internationale Experten aus Wirtschaft und Politik teilnahmen. Prominenteste Teilnehmer waren die beiden Bundes-minister Kurt Bodewig und Jürgen Trittin, Franco Nobili, Präsident der Europäischen Bauwirtschaft, Sergej Kruglik, stellvertretender russischer Bauminister, und Wladimir Perschin, ukrainischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Zu den Höhepunkten des Begleitprogramms mit 20 Kongressen, Symposien und Fachtagungen zählten das "Planer-Forum" zum Thema "Energiepass und Energieeinsparverordnung", der "Europäische Bau Congress Berlin", der die bevorstehenden EU-Osterweiterung erörterte, der "4. Deutsche Bau-chemietag", der "Deutsch-Ukrainische Unternehmer-Workshop", das Fachforum "Bauen mit Stahl" und das Kongressprogramm der Build IT Berlin. Ganz ohne Zweifel: Das diesjährige Tagungsprogramm, auf dem aktuelle Themen der Branche erörtert und viele neue Geschäftskontakte geknüpft wurden, verlieh der bautec 2002 einen besonderen Glanz.