Ein Haus kann und muss auch nicht zu 100 Prozent sicher sein, es sollte aber in jedem Fall sicherer sein als das der Nachbarn und dies auch offenkundig zeigen. Diese Ansicht mag zwar ein wenig eigentümlich wirken, tatsächlich ist es aber so, dass Diebe und andere Kriminelle in der Regel den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Gekippte Fenster und lediglich ins Schloss gezogene Haustüren sind beispielsweise echte Einladungen, das gilt allerdings auch für ungesicherte Keller, oder Nebeneingangstüren.
Risikobewusstes Verhalten Gelegenheit macht Diebe - offene Fenster sind eine willkommene Einladung für Einbrecher. Bild: Commons.wikimedia.org © Joseolgon (CC BY-SA 3.0) |
Zur Einbruchsprävention hat sich die Abschreckung durch Präsenz bisher bezahlt gemacht, denn Einbrecher brechen bevorzugt in Häuser ein, die leer zu sein scheinen. Typische Anzeichen dafür sind beispielsweise verwelkte Blumen, volle Briefkästen oder stets hochgezogene Rollläden. Demnach sollten Hausbesitzer also darauf achten, dass am besten auch im Urlaub alles danach aussieht, als wäre das Haus noch immer bewohnt – im Idealfall werden dafür einfach die Nachbarn eingespannt, die regelmäßig die Blumen gießen, die Mülltonnen rausstellen oder andere kleine Handgriffe erledigen. Alternativ können sich aber beispielsweise auch Zeitschaltuhren anbieten, sodass zu bestimmten Zeiten im Haus das Licht angeht oder die Jalousien bewegt werden. |
Sogar spezielle Lampen, die das Flimmern eines Fernsehers imitieren, lassen sich vorsorglich im Fachhandel besorgen. Sofern der Einbrecher das Haus nicht mehrere Tage lang observiert – und das ist für
Gelegenheitstäter sehr unüblich – sollte so zumindest eine grundsätzliche Sicherheit gegeben sein.
Grundsicherung
Durch eine solide Grundsicherung mithilfe unterschiedlicher mechanischer Vorkehrungen wird ein weiterer sinnvoller Einbruchsschutz geboten. Wichtig sind diese vor allem, weil Einbrecher sich in der Regel nicht zu lange mit einem Schloss oder einer Fenstersicherung aufhalten wollen – dauert das Aufbrechen zu lange, so ergreifen sie meist doch lieber die Flucht.
1. Einbruchshemmende Eingangstür – gerade bei einem Neubau oder Umbau bietet es sich an, direkt auf diese Variante auszuweichen, denn hier ist sichergestellt, dass sowohl das Schloss als auch Türblatt, Beschlag und Zarge keinen Schwachpunkt bieten.
a. Bei Nebeneingangstüren sollte zumindest die Anbringung von Schubriegeln oder ähnlichem in Erwägung gezogen werden, auch eine Vorlege-Stange aus Holz oder Stahl ist eine gute Möglichkeit.
2. Eisengitter – schwache Türen lassen sich durch Gitter gut nachträglich sichern, aber auch kleine Kellerfenster oder Lagerräume können so ideal geschützt werden.
Ganz billig sind diese und weitere Maßnahmen zugegebenermaßen nicht, denn allein die Sicherheitstüren können schon mehrere Tausend Euro kosten. Als Schutz vor unliebsamen Eindringlichen lohnt sich die Investition jedoch allemal – wer hier nicht unbedingt alles absichern möchte, kann auch auf eine Risikoanalyse zurückgreifen und dementsprechend nur die besonders gefährdeten Bereiche schützen.
Hilfreiche Elektronik für zusätzlichen Schutz
Für Sicherheit im eigenen Heim kann oftmals schon die Anbringung einer Alarmanlage sorgen, denn sie reagiert bei Einbrüchen oder anderen Gefahren. Rund drei Viertel aller potenziellen Verbrecher werden laut Statistik übrigens schon durch die bloße Anwesenheit einer Alarmanlage abgeschreckt, ihr Einsatz lohnt sich also in jedem Fall. Verhältnismäßig simpel funktioniert dies beispielsweise bereits mit einigen Scheinwerfern im Garten, die an Bewegungsmelder gekoppelt werden. Die Gefahr der Entdeckung im hellen Licht sowie der plötzliche Schreck reichen oftmals schon aus, damit der Täter die Flucht ergreift. Aber auch viele andere Methoden kommen hier zum Einsatz, viele von ihnen multimedial, vernetzt und online nutzbar.
Das intelligente Haus
Sogenannte Smart-Home-Systeme bieten verschiedenste Möglichkeiten der Einbruchsprävention, beispielsweise die Überwachung von sämtlichen Zugängen mithilfe kleiner Tür- und Fenstersensoren. So lässt sich alles bequem überblicken, wobei die Kameras nach Belieben sichtbar oder unsichtbar sein und auch an Elementen wie dem Briefkasten angebracht werden können. Auch eine direkte Verbindung zum Smartphone ist dabei möglich, sodass bei der Erkennung einer Bewegung direkt eine SMS an den Nutzer geschickt wird.
Abhörsicherheit – nach der NSA-Affäre ein wichtiges Thema
Nach all den Skandalen rund um die Abhöraktivitäten der NSA überrascht es kaum, dass viele Bürger künftig ein wenig genauer über das Thema Abhörung und vor allem Abhörsicherheit nachdenken, wenngleich bei Abhörungen doch immer noch ein Hauch Sci-Fi und Spionagekrimi mitschwingt. Doch wie lässt sich die Telefonverbindung in den eigenen vier Wänden oder dem Bürogebäude eigentlich vor unerwünschten Lauschanrufen schützen und wann lohnt sich womöglich die Anschaffung eines entsprechenden Schutzsystems? Gerade der Bereich der Wirtschaftsspionage ist immer wieder von Abhörskandalen betroffen, denn das Ausspionieren ermöglicht es technisch Versierten, an geheime Informationen zu gelangen, welche wiederum verkauft oder selbst verwertet werden können. Dass sich Betroffene aus diesem Grund immer häufiger Gedanken um einen entsprechenden Abhörschutz machen, verwundert daher kaum.
Wanzenschutz – kleine Minispione, auch Wanzen genannt, können schneller als gedacht in den Firmenräumen oder auch privaten Räumlichkeiten landen und sind aufgrund ihrer geringen Größe kaum auffindbar, zudem können sie von ihrem Besitzer meist in einem unbeobachteten Moment gut versteckt werden. Wer jedoch einen Verdacht hegt oder einfach auf Nummer sicher gehen möchte, der kann zu einem sogenannten Wanzenfinder greifen, der die Signale auffängt und den Standort des kleinen Senders ermittelt.
Nicht nur im Krimi präsent - Abhörgeräte und Wanzen gibt es in vielen Ausführungen für den Einsatz im Alltag. Bild: Commons.wikimedia.org © Appaloosa (CC BY-SA 3.0) Weitere Tipps zur Abhörsicherheit sind unter www.telefon24.de in einem ausführlichen Ratgeber zu finden und beschäftigen sich sowohl mit der Festnetz-Telefonie, als auch mit Handy- und Email-Absicherung.
Alarmanlagen
Einen weiteren großen Bereich nehmen die Alarmanlagen ein, die sich beispielsweise durch Sirenen Gehör verschaffen oder mithilfe eines stummen Alarms die Polizei verständigen. Für die Planung eines solchen Systems sollte aber der Fachmann zurate gezogen werden, denn hier müssen wichtige Normen erfüllt werden und Fehlalarme bestmöglich ausgeschlossen werden.