Asklepios-Architekt Michael Scherer wirbt für Nachhaltigkeit beim Klinikbau. Die Asklepios-Gruppe ist heute eines der größten Unternehmen im deutschen Gesundheitswesen. Zurzeit zählen über 150 Gesundheitseinrichtungen im In- und Ausland mit rund 26.500 Betten und über 45.000 Mitarbeitern zum Konzern. Seiner gesellschaftlichen Verantwortung wird der Krankenhausbetreiber nicht nur
hinsichtlich des ihm immanenten Gesundheitsversorgungsauftrags gerecht: Mit dem von Asklepios initiierten Green Hospital Program entstand 2010 die erste umfassende Allianz für Umwelt, medizinische Vorsorge und Nachhaltigkeit. Kliniken, Ärzte, Experten und Partnerunternehmen beschäftigen sich im Rahmen dieser Zukunftsinitiative mit Lösungsansätzen für ein „grünes“ Krankenhaus.
Das System aus emaillierter Duschfläche Xetis, integriertem Wandablauf und Montagesystem ermöglicht die innovative Gestaltung bodenebener Duschbereiche. Kein Ablauf stört die fugenlose Duschfläche, die Technik verschwindet in der Wand. Die Oberfläche der Xetis aus langlebigem Kaldewei Stahl-Email ist hygienisch, pflegeleicht und schützt außerdem vor Durchfeuchtungsschäden. Bild: Kaldewei
Als Mitglied des Programms stattet Kaldewei aktuell im Rahmen des Forschungsprojekts „Greening the Patient Room – Das Patientenzimmer der Zukunft“ ein Musterzimmer in der Asklepios-Privatklinik St. Wolfgang (Bad Griesbach) mit der fugenfreien
emaillierten Duschfläche Xetis mit integriertem Wandablauf aus.
Für dieses Projekt
wurde sie mit der rutschhemmenden Oberflächenvergütung Kaldewei Secure Plus
versehen. Welche Vorteile bodenebene Duschflächen aus Kaldewei Stahl-Email für
den Krankenhausbetrieb bieten, erklärt Diplom-Ingenieur Michael Scherer, Senior-
Projektmanager im Konzernbereich Architektur und Bau der Asklepios-Gruppe.
Herr Scherer, aus welchem Grund spielt für die Asklepios-Gruppe das Thema
Nachhaltigkeit eine so große Rolle?
Michael Scherer: „Nachhaltigkeit ist für Krankenhäuser ein großes Thema, genau
wie für andere Industriebetriebe auch. Der Grund liegt natürlich einerseits in der
gesellschaftlichen Verantwortung. Wir müssen die Ressourcen, die uns zur
Verfügung stehen, schonen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch einen
betriebswirtschaftlichen Anspruch: Im Krankenhaus geschehen täglich Vorgänge,
die eine relativ hohe Umweltbelastung mit sich bringen. Das fängt bei den
Reinigungsprozessen an. Hygiene ist im Krankenhaus allgegenwärtig, aber chemische Desinfektionsmittel sind einerseits nicht gerade umweltverträglich und
andererseits teuer. Darüber hinaus schaden sie bestimmten Oberflächen, können
also Produkte schnell zerstören. Was wir brauchen, sind Einrichtungsgegenstände
oder Oberflächen, die hygienisch und reinigungsbeständig sind – ohne dass man
sie mit zu viel Chemie bearbeiten muss.“
Mit welchen Materialien haben Sie bisher Erfahrungen gemacht?
Michael Scherer: „Noch verwenden wir in den Duschbereichen der Patientenzimmer
überwiegend die klassischen Fliesen. Das stellt allerdings einen Nachteil aufgrund
der vielen Fugen dar. Im Nassbereich sind die Fugen zu 85 Prozent das Problem:
Sie werden schnell unhygienisch und sind daher besonders reinigungsintensiv. Eine
Fuge und ein Hygieniker, die werden keine Freunde. Unsere Reinigungskräfte bitten
uns schon längst, die Fugenanteile in den Duschbereichen so klein wie möglich zu
halten, da diese im Reinigungsbetrieb heftige Probleme auslösen. Hinzu kommt:
Fugen können undicht werden und Durchfeuchtungsschäden auslösen. Diesen Fall
hatten wir beispielsweise gerade in einem unserer Krankenhäuser. Die
Fliesenbeläge in den Duschbereichen gingen kaputt, haben die Böden
durchfeuchtet, und die durchfeuchteten Böden haben die Heizleitungen korrodiert.
Ein Riesenschaden ist entstanden – auf baulicher und betriebswirtschaftlicher
Seite. Was meine These untermauert: Jede Fuge ist eine zu viel. In meiner
Verantwortung wird es keine durchgefliesten Duschbereiche mehr geben.“
Was bedeutet es für den Krankenhausbetrieb, wenn so ein Schadensfall durch
defekte Fliesen entsteht?
Michael Scherer: „Die schadhaften Duschbereiche müssen im laufenden Betrieb
ausgewechselt werden, mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt. Die
betroffenen Patientenzimmer müssen für ein bis zwei Tage außer Betrieb
genommen werden, und das Ganze kostet natürlich eine Menge Geld. In der Regel
werden Sanierungsmaßnahmen im Krankenhaus alle 30 Jahre durchgeführt. Das
ist bei gefliesten Duschbereichen ein Problem. Daher ist unser Ansatz, lieber gleich
in eine hochwertige und fugenlose Lösung zu investieren, die dann am Ende viel
länger hält. Die 30-jährige Materialgarantie für Kaldewei Stahl-Email war da ein
zusätzlicher Pluspunkt.“
Aus Ihrer Sicht spricht also alles für emaillierte Duschflächen?
Michael Scherer: „Wir gehen nun dazu über, Duschbereiche so fugenarm wie
möglich zu gestalten. Emaillierte Duschflächen von Kaldewei kommen uns bei
diesem Vorhaben entgegen: Das Material Stahl-Email ist reinigungsbeständig,
hygienisch und stabil. Zudem sind emaillierte Duschflächen von Kaldewei absolut
barrierefrei und auch in großen Abmessungen erhältlich. Wir haben beispielsweise
die Kaldewei Xetis mit Wandablauf in Bad Griesbach im Format 1 x 1 Meter
eingebaut. So entsteht eine großzügige fugenfreie Duschfläche, die auch mit einer
Gehhilfe betreten oder mit einem Sitzhocker ausgestattet werden kann. Der Abfluss
in der Wand ist meiner Meinung nach eine sehr innovative Idee – und hygienisch
noch dazu. In der Kombination mit dem für uns vorteilhaften Material Stahl-Email
ist das Produkt einzigartig auf dem Markt.“
Inwiefern hat Sie die rutschhemmende Oberflächenvergütung Kaldewei Secure
Plus überzeugt?
Michael Scherer: „Die Gefahr, dass Patienten ausrutschen, ist im hoch
nassbelasteten Bereich der Dusche natürlich gegeben. Das gilt es im Krankenhaus
unbedingt zu vermeiden. Ich bin seit 13 Jahren in diesem Geschäft, und wir hatten
leider hier und da schon Stürze mit schweren Verletzungen. Eine rutschhemmende
Oberfläche, die die Vorschrift R 10 B erfüllt und noch dazu hygienisch ist, dient da
einfach der Sicherheit. Auch an dieser Stelle ist der Markt sehr dünn, und Kaldewei
hat die entsprechende Entwicklungsarbeit geleistet.“
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Einbau von Kaldewei Duschflächen
gemacht?
Michael Scherer: „Ich habe Kaldewei Duschflächen schon selbst eingebaut. Wir
haben sehr positive Erfahrungen damit gemacht, alles läuft so, wie es soll. Ein
Pluspunkt sind die Einbausysteme von Kaldewei: Sie sind auf das Produkt
abgestimmt und funktionieren. Dass alles aus einer Hand geliefert wird, ist uns
wichtig – schließlich hat das auch mit der Gewährleistung zu tun. Wenn wir
Hersteller mischen, dann geht im Ernstfall der Streit los, wer schuld ist. Diese
Gefahr besteht bei einem Produkt mit passendem Einbausystem nicht.“
Wohin geht der Trend in der Krankenhausgestaltung aus Ihrer Sicht?
Michael Scherer: „Was den Duschbereich angeht, bin ich seit dem Schaden, den ich
beschrieben habe, kein Freund mehr von gefliesten Duschbereichen. Eine
fugenarme, bodenebene Duschfläche mit Wandablauf ist meiner Meinung nach das
Produkt der Zukunft. Wenn sie dann noch aus einem Material hergestellt ist, das
die notwendigen hygienischen Eigenschaften besitzt, ist alles perfekt.“