
Die SÜBA Bau AG, eine der bedeutendsten Wohnungsbaugesellschaften Deutschlands, hat am 4.3. Insolvenz angemeldet.
Die SÜBA mit zurzeit noch 1000 Mitarbeitern hatte sich auf das Bauträgergeschäft spezialisiert und baut(e) mit zum Teil eigenen Bau-Kolonnen vor allem im unteren und mittleren Preissegment Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. (zur Erinnerung: In den neunziger Jahren hatte das Unternehmen mehr als 5000 Menschen beschäftigt.)
Regionale Schwerpunkte sind das Rhein-Neckar- und Rhein-Main-Gebiet. Seit zwei Jahren strebte das Unternehmen, das übrigens 1967 in Hockenheim gegründet wurde, eine bundesweite Ausrichtung an. Zudem gibt es Tochtergesellschaften in Österreich, Ungarn, Portugal und den USA. Zuletzt wurde ein Umsatz von 500 Millionen Euro angegeben.
Bereits seit geraumer Zeit wurde kolportiert, dass das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecke. So wurden z.B. Ende 2001 die Unternehmensausgliederungen SÜBA Consult GmbH und der Hausmeister-Service aufgelöst. Auch die beiden Baumärkte des Unternehmens in Hockenheim und Brühl mußten Ende November 2001 schließen. Und bereits im November hieß es schließlich, dass "700 der noch 1000 Arbeitsplätze auf dem Prüfstand" stunden.
Wiederholt war der Bauträger durch negative Unternehmens-Nachrichten aufgefallen, etwa durch die Auslagerung von Handwerksabteilungen, durch den Arbeitsplatzabbau im Werk Hockenheim und nicht zuletzt durch den Verkauf des Mannheimer Hauptgebäudes im Jahr 1999.
Einem Bericht der RHEINPFALZ zufolge, gebe es einen Kaufinteressenten oder möglicherweise einen Investor für das Unternehmen. Geprüft werde zudem, ob und welche Tochtergesellschaften überhaupt von der Insolvenz betroffen seien.
Die aktuelle Pressemitteilung im Wortlaut:
Insolvenzantragsverfahren der Süba Bau Aktiengesellschaft
Am 04.03.2002 wurde vom Vorstand der SÜBA Bau AG, Neustadter Straße 5-7, 68766 Hockenheim, bei dem zuständigen Amtsgericht/Insolvenzgericht Mannheim beantragt, wegen Zahlungsunfähigkeit über das Vermögen des Unternehmens ein Insolvenzverfahren zu eröffnen. Mit Beschluss des Amtsgerichts Mannheim vom selbigen Tage wurde Herr Rechtsanwalt Dr. Jobst Wellensiek, Heidelberg, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt mit der Aufgabe, das Schuldnervermögen in Besitz zu nehmen und vorläufig zu verwalten. Ihm wurde gestattet, den Betrieb fortzuführen und alle dazu notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Vermögen zu erhalten.
Nach Verhandlungen mit beteiligten Banken ist es gelungen, mit Hilfe eines Massedarlehens die Liquidität wiederherzustellen, so dass der Geschäftsbetrieb fortgesetzt werden kann.
Beim zuständigen Arbeitsamt Mannheim wird beantragt werden, die Vorfinanzierung von Insolvenzgeld zu gestatten. Eine Vorfinanzierung ist bankenseits bereits zugesagt.
In den nächsten Wochen und Monaten wird im weiteren Verlauf des Insolvenzantragsverfahrens zu prüfen sein, ob die Voraussetzungen für eine Sanierung (Insolvenzplan=Fortführungsvergleich) oder aber zumindest für eine übertragende Sanierung des Unternehmens geschaffen werden können.
Im Hinblick auf die Größe des Unternehmens und die Vielzahl der betroffenen Beschäftigten wird das Gelingen der Sanierung nicht nur für die unmittelbar Beteiligten, sondern auch für die Region von erheblicher Bedeutung sein.
J. Magerfleisch (Vorstand)
C.-D. Schmidt (Vorstand)
Dr. Jobst Wellensiek (Rechtsanwalt als vorl. Insolvenzverwalter)
Neuester Stand:
Auf telefonische Anfrage wurde der Redaktion des HaustechnikDialog mitgeteilt, dass "seit gestern Nachmittag" die folgenden Tochtergesellschaften betroffen seien:
SÜBA Baugesellschaft GmbH
HGS
SÜBA Consult
SÜBA Bauproduktion GmbH