Für die Erzeugung von Raumwärme wird in privaten Haushalten bekanntlich mehr als 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aufgewandt – ein starkes Motiv für Eigentümer und Mieter, die Heizkosten zu senken. Beträchtliches, bislang nicht hinreichend genutztes Einsparpotenzial bietet hier in der Wärmeverteilung die „intelligente“ Einzelraumregelung unter Einbeziehung des Nutzerverhaltens. Beispiele aus der Praxis belegen eine Senkung der Heizkosten um bis zu 20 Prozent.
Einfache Installation, energieautarker und wartungsfreier Betrieb: „Intelligente“ Einzelraumregelungssysteme, die funkbasiert kommunizieren und sich per „energy harvesting“ selbst versorgen, sind ideal für die Nachrüstung im Bestand. Bild: Kieback&Peter
Reduzierter Verbrauch nach der Installation einer Einzelraumregelung in drei Mietwohnungen am Litauenring in Arnsberg: August bis November 2012 und 2013 im witterungsbereinigten Vergleich. Grafik: Kieback&Peter Die „Hardware“ der „intelligenten“ Einzelraumregelung (z.B. System „en:key“ von Kieback&Peter) besteht im Prinzip aus zwei leicht und schnell zu installierenden Komponenten: der Raumthermostat mit Sensor, der die Raumnutzung detektiert und dann den entsprechenden Wärmebedarf steuert, und der dazu passende Ventilregler, der das Thermostat am Heizkörper ersetzt. Idealerweise kommunizieren die beiden Komponenten drahtlos nach dem enOcean-Funkstandard und arbeiten wartungsfrei sowie energieautark mittels „energy harvesting“. Denn das bedeutet: keine Verlegung von Leitungen, kein Batteriewechsel – also auch eine einfache Nachrüstung im Bestand.
Der Nutzer stellt bei diesen Systemen wie gehabt seine gewünschte Komforttemperatur am Raumthermostat bzw. am Ventilregler ein. Ausgehend von einem definierten Grundnutzungsschema erfasst der Raumsensor in der Folge automatisch Änderungen des Nutzungsverhaltens und passt das Heizprofil dann selbstlernend entsprechend an: die Komforttemperatur gilt während der Nutzungsphase, zu allen anderen Zeiten wird die Raumtemperatur um 4 K abgesenkt. Einspareffekte im zweistelligen Prozentbereich stellen sich so bereits nach wenigen Wochen ein.
Förderung durch die KfW-Bank
Die KfW fördert die Installation von automatischen, „intelligenten“ Einzelraumregelungen mit ihren Kreditangeboten 151, 152 und 153 sowie dem Investitionszuschuss 430. Bei Einsatz in KfW-Effizienzhäusern kann der ermittelte Heizwärmebedarf nach DIN V 4701-10 pauschal um 5 Prozent gesenkt werden. Das wird 2016 besonders interessant, denn dann zählt jeder Prozentpunkt: Der Primärenergiebedarf in Neubauten muss ab 1. Januar 25 Prozent unter den derzeitigen Referenzwerten der EnEV liegen.
Für Wohnungsunternehmen und Vermieter ist die Aus- und Umrüstung mit automatischen Einzelraumregelungen auch wirtschaftlich interessant: 11 Prozent der Investitionskosten können als Modernisierungsumlage auf die Jahreskaltmiete angerechnet werden.
Beispiele aus der Praxis
Überprüfbare Erfahrungen mit „intelligenten“ Einzelraumregelungen machten im größeren Stil bereits Wohnungsgenossenschaften in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen: Im brandenburgischen Hennigsdorf bei Berlin hat die Wohnungsbaugesellschaft HWB Hochhäuser aus den 60er Jahren mit je 110 Wohneinheiten saniert und modernisiert. Zentraler Bestandteil dieses Paketes war die Installation automatischer Einzelraumregelungen. Nach deren Aktivierung sank der Heizenergiebedarf spürbar, zum Teil im zweistelligen Prozentbereich.
Für die Heizperiode 2013/2014 hat die Arnsberger Wohnungsgenossenschaft zwei Gebäude mit ‚intelligenter‘ Einzelraumregelung ausgestattet und verglich den Verbrauch mit einem ähnlichen Wohngebäude ohne dieses System. Die Mieter sparten zwischen 17 und 36 Prozent Heizkosten (siehe Grafik).
www.enkey.de
www.kfw.de