Heizkosten sparen ist zur „Volksbewegung“ geworden. Die Industrie reagiert mit neuen, technisch immer komplexer werdenden Heizgeräten – und die Verbraucher immer häufiger mit der Installation vergleichsweise einfacher Öfen und Kamine als zusätzliche Wärmequelle. Diese Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf das Handwerk aus: Die Kunden wünschen sich einen Ansprechpartner für alle Aspekte der Raumbeheizung. Ein Beispiel dafür ist der 4 Pa-Test bei Einzelraumfeuerstätten. Hochentwickelte Messgeräte unterstützen das Fachhandwerk dabei, aktuelle Regelwerke korrekt anzuwenden.
Das Messgerät „Wöhler A 550“: Über den großzügigen, hellen 7“ Farb-Touch-Screen sind außer der Rauchgasanalyse viele weitere Funktionen anzuwählen, wie zum Beispiel der „Heizungs-Check“ und „4 Pa-Test“. Bild: Wöhler 1. BImSchV und Heizungs-Check: Abgas- und Ventilationsverluste aufspüren
Indikatoren für den effizienten Betrieb von Wärmeerzeugern wie auch für das Maß der Umweltbelastung finden sich in der Analyse von Abgasen. Maßgebend dafür ist die „Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ (1. BImSchV), die im März 2010 novelliert wurde.
Besonders schnell und wirtschaftlich werden die Abgasverluste regelkonform mit Messgeräten festgestellt, die den Arbeitsprozess auf die reine Messdatenerfassung reduzieren: Eine Mess-Sonde wird in die dafür vorgesehene Öffnung des Abgasrohres eingeführt und im Kernstrom positioniert. Bei üblichem Heizungsbetrieb werden über 30 Sekunden permanent Abgastemperatur, Restsauerstoffgehalt und Verbrennungslufttemperatur ermittelt. Aus den Einzelwerten und brennstoffabhängigen Konstanten ist der sogenannte qA-Mittelwert zu errechnen. Moderne Messgeräte führen diese Rechnung automatisch aus und haben die Konstanten der verschiedenen Brennstoffe zur Auswahl hinterlegt.
Die gleiche Messung ist auch Bestandteil des „Heizungs-Checks“ nach DIN EN 15378.
Zur Ermittlung der Ventilationsverluste wird wie bei der Abgasverlustmessung an gleicher Stelle in das Abgasrohr eine Sonde eingeführt. Sie erfasst 30 Sekunden nach Brennerschluss die Strömungsgeschwindigkeit und Temperatur im Restkernstrom. In Abhängigkeit zur Querschnittsfläche der Abgasleitung sowie zu den Temperaturen der Außenluft und der Innenluft des Heizungsraums errechnen Messgeräte, die für den Heizungs-Check ausgelegt sind, per Knopfdruck, wie viel Energie durch das Strömungsverhalten der Heizungsanlage verloren geht.
Ausreichende Verbrennungsluft bei Einzelraumfeuerstätten sicherstellen
In immer mehr Haushalten wird zusätzlich ein Ofen für Festbrennstoffe installiert, um Energie zu sparen. Eine Abgasanalyse wie bei Zentralheizungen ist hier zwar nicht erforderlich. Doch immer mehr Häuser verfügen über eine kontrollierte Wohnungslüftung. Daher ist sicherzustellen, dass Öfen, die ihre Verbrennungsluft aus dem Wohnraum beziehen, stets ausreichend versorgt werden. Selbst eine starke Dunstabzugshaube im gleichen oder angrenzenden Raum kann bei geschlossenen Außentüren und Fenstern einen gefährlichen Unterdruck erzeugen, der Abgase in das Zimmer zieht. Somit muss bei einer Neuinstallation dringend der sogenannte „4 Pa-Test“ durchgeführt werden.
Dem „4 Pa-Test“ liegt eine Differenzdruckmessung zu Grunde: Im Raum darf maximal ein Unterdruck von 4 Pascal im Verhältnis zur Außenluft herrschen. Um zu messen, ob das gewährleistet ist, werden der Kaminofen und die Wohnraumbelüftung und/oder die Dunstabzugshaube im Dauerbetrieb auf volle Leistung gebracht. Fenster und die Türen zu anderen Nutzungsbereichen sind zu schließen. Auch Sicherungseinrichtungen an den luftabsaugenden Geräten, die die Leistung drosseln könnten, müssen außer Kraft gesetzt werden.
Für den Messvorgang ist ein Kapillarschlauch vom Messgerät nach außen zu legen – beispielsweise durch ein Schlüsselloch oder eine Fensterdichtung – und ein zweiter in den Aufstellungsraum des Ofens. Zum Start des „4 Pa-Tests“ wird zunächst ein Fenster oder eine Tür für 30 Sekunden geöffnet. Dabei ermittelt das Messgerät die ausgeglichenen Druckverhältnisse, dargestellt in einer Nulllinie. Anschließend werden über einen Zeitraum von vier Minuten abwechselnd eine Tür oder ein Fenster für jeweils 30 Sekunden geschlossen und geöffnet. Im Messverlauf darf bei abgeschlossenem Raum in keinem Fall ein Unterdruck größer als 4 Pascal erreicht werden. Bei raumluftunabhängigen Feststoff-Feuerstätten gilt der Grenzwert von 8 Pascal.
Informieren Sie sich zum Thema „Abgasanalyse“ auf dem Stand der Firma Wöhler auf der ISH in Frankfurt:
Halle 10.2, Stand 05 und Halle 6.2 Stand C49
Weitere Informationen unter
www.woehler.de
Wie schnell Heizungen mit dem Wöhler A 550 zu überprüfen sind, zeigt ein (nicht ganz so ernst gemeintes) Video: