85 Prozent der Heizungsanlagen im Wohnbestand sind nicht hydraulisch abgeglichen! Da liegt reichlich brachliegendes Potential für das Fachhandwerk. Mit Amortisationszeiten von drei bis fünf Jahren zählt der hydraulische Abgleich zu den gering investitiven Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und wird sogar durch die KfW gefördert!
Das Einsparpotential des hydraulischen Abgleichs. Bild: Co2online GmbH
Das voreinstellbare Thermostatventil - zwingende Voraussetzung für den hydraulischen Abgleich. Bild: Oventrop „Keine Energiewende ohne Wärmewende“ sagt der BDH und untermauert diese Aussage mit den nur knapp 30 Prozent der Heizungsanlagen, die auf dem aktuellen Stand der Technik sind. Auch wird der Anteil fossiler und damit CO2- produzierender Energieträger im Heizungsmarkt noch lange hoch bleiben. Im Fokus der Wärmewende sollte von daher die Verbesserung der energetischen Effizienz stehen. Gerade da liegt ein wahres, noch kaum entdecktes Eldorado für den Heizungsfachmann: der hydraulische Abgleich.
Durchschnittlich 85 Prozent der Heizungsanlagen im Wohnbestand sind nicht hydraulisch abgeglichen! Laut dem umfassenden Projekt OPTIMUS-Studien liegt das Sparpotenzial nur durch den Abgleich bei vier bis neun kWh /(m²a). Innerhalb von drei bis fünf Jahren amortisieren sich die Kosten und Investitionen für den Eigentümer – eine geringinvestitive Maßnahme zu besserer Energieeffizienz. Ein Heizungscheck für zirka 100 Euro pro Einfamilienhaus zeigt im konkreten Fall, wie rentabel ein hydraulischer Abgleich sein kann.
Sowieso ist das ganze Prozedere eine reine Rechenaufgabe: Mit einer ersten Näherung nach den einfachen Kriterien Größe der Heizkörper und Länge der Anbindung können schon 30 Prozent des Sparpotentials realisiert werden. Nächste Stufen wären der Abgleich gemäß der installierten Heizkörperleistung und, noch effizienter, nach überschlägiger Heizlastermittlung gemäß DIN EN 12831. Dem Fachhandwerker stehen dafür auch softwarebasierte Rechenverfahren zu Diensten, beispielsweise ZVPLAN von Consoft. Mit diesem einfach zu bedienenden Programm können mehr als 90 Prozent der rein rechnerisch möglichen Einsparergebnisse auch in der Praxis realisiert werden.
Was hält die Fachhandwerker aber davon ab, dieses Eldorado namens Hydraulischer Abgleich zu erobern?
Sind es die wegen des vergleichsweise geringen Materialaufwandes zu niedrigen Materialprovisionen? Oder der hohe Aufwand für die entsprechende Aus- und Fortbildung? Beides sind eigentlich keine Argumente, denn Heizungsfachhandwerker sollten diese Chance nutzen und den hydraulischen Abgleich offensiv anbieten, um sich als Experten für Energieeffizienz zu positionieren.. Das führt zu neuen respektive intensiveren Kundenbeziehungen und letztlich zu mehr Umsatz. Auch sollte sich der Handwerker darauf einstellen, dass der hydraulische Abgleich von informierten Hausbesitzern verstärkt nachgefragt wird. Zudem werden entsprechende Maßnahmen von der KfW und BAFA gefördert und bezuschusst.
Links:
http://www.meine-heizung.de/
http://www.zvplan.de/