Große Heizungs-Fachtagung am 30. September 2015 im Linstow/Mecklenburg-Vorpommern
Bunte Blätter und kühle Nächte sind die Vorboten des Herbstes – und damit der nächsten Heizsaison. Doch bevor die Heizungen wieder auf Hochtouren laufen, haben mehr als 200 Teilnehmer aus Handwerk, Industrie und Politik die Gelegenheit genutzt, sich bei der Heizungs-Fachtagung des Fachverbandes SHK Mecklenburg-Vorpommern am 30. September umfassend zu informieren, sei es über aktuelle Heizsystemlösungen oder die neuesten Regelungen und Richtlinien sowie entsprechende Fördermöglichkeiten bei der Umstellung der Heizsysteme.
Martin Ratzke, Landesinnungsmeister des Fachverbandes SHK M-V, begrüßt die mehr als 200 Teilnehmer zur Heizungs-Fachtagung in Linstow
Mehr als 200 Teilnehmer bei der Heizungs-Fachtagung in Linstow informierten sich zur Umsetzung des neuen HEIZUNGSlabels.
Kay Wittig (Mitte), Geschäftsführer des Fachverbandes SHK Mecklenburg-Vorpommern, mit den beiden Hauptreferenten der Heizungs-Fachtagung: Diplom-Soziologin Johanna Matzat von der Universität Hamburg und Ullrich Buchta, Referatsleiter „Energieeffizienz, Klimaschutz“ im Energieministerium Mecklenburg-Vorpommern
Eine wesentliche Neuerung ist die Ökodesign-Richtlinie für Heizungs- und Anlagentechnik. Seit dem 26. September 2015 müssen nun neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 kW, Warmwasserspeicher bis 500 Liter und Verbundanlagen bis 70 kW bzw. 2.000 Liter mit der Verbrauchskennzeichnung für Energieeffizienz versehen werden. Die installierenden SHK-Handwerker sind verpflichtet, Kunden bereits mit dem Angebot Informationen zur Energieeffizienz ihrer Produkte bereitzustellen.
Während Einzelgeräte bereits vom Hersteller mit dem Energielabel versehen werden, muss der Fachhandwerker das sogenannte Verbundanlagenlabel für individuell zusammengestellte Heizungsanlagen mit Produktkomponenten verschiedener Hersteller selber berechnen. Auf www.heizungslabel.de kann das Verbundlabel erstellt werden. Die Plattform bietet zudem eine klare Übersicht über die Produktdaten der derzeit 90 teilnehmenden Hersteller. Wie diese Berechnung im Detail abläuft, dazu informierten sowohl Bernd Aue von der Firma ConSoft GmbH (Label ganz einfach mit ZVPLAN,
www.zvplan.de) als auch Referenten aus der Industrie, die den Weg zum neuen Label aus Sicht der Hersteller darstellten.
Ullrich Buchta, Referatsleiter „Energieeffizienz, Klimaschutz“ im Energieministerium Mecklenburg-Vorpommern“, erörterte hingegen vorrangig die Chancen für das SHK-Handwerk, die sich durch die Einführung des Energielabels ergeben. Denn ab dem 1. Januar
2016 gilt das neue Effizienz-Label dann auch für Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind. Es soll Verbrauchern kostenfrei über den individuellen Effizienzstatus ihrer Heizkessel informieren. Für viele Besitzer einer älteren Heizungsanlage könnte das verpflichtende Labeling also den Ausschlag geben, sich von einem Fachhandwerker einmal umfassend über effizientere Heizsystemlösungen sowie entsprechende Fördermöglichkeiten beraten zu lassen und eventuell einen Austausch der veralteten Heizungsanlage vorzunehmen.
Hierzu empfahl Johanna Matzat, Diplom-Soziologin an der Universität Hamburg, den Heizungsinstallateuren in ihrem Einführungsreferat, bei der Beratung ihrer Kunden besonders deren Lebensweise und Persönlichkeit zu berücksichtigen, da ihre Befragung der Privathaushalte auch ergeben hat, dass Kunden in ihrem neuen „Heizumfeld“ unzufrieden waren. So waren sie u. a. überfordert von den neuen Technologien des Smart Homes, oder äußerten, dass die installierte Heizanlage oder das neu gebaute Passivhaus letztlich nicht ihren Lebensgewohnheiten entspreche.
Die Zufriedenheit des Kunden ist entscheidend: Das war eine übergeordnete Feststellung der Heizungs-Fachtagung. Das ist nicht nur ein Anspruch an die SHK-Handwerker, sondern auch deren Stärke. Der direkte Umgang mit dem Kunden und die Entwicklung einer individuell an die Wünsche des Kunden angepasste Lösung. Das bedeutet aber auch, dass die effizienteste Heizungsanlage, also das optimale Energie-Label, nicht immer die beste Lösung sein muss.