Im Zuge der Energieeinspardiskussion der 80er Jahre wurde ein Haustyp entwickelt, der im Gegensatz zu den üblichen 100 W/(m²a) nur noch einen Heizleistungsbedarf bei Wohnhäusern von 50 W/(m²a) hat. In der seit dem 1. Februar dieses Jahres gültigen Energieeinsparver-ordnung (EnEV) sind Neubauten nach diesem Kriterium zu planen und gelten als Standard. Dieser Standard kann durch moderne Heiztechnik, Dämmmaßnahmen und kontrollierte Wohnraumlüftung erreicht werden. Nachdem sich der Dämmstandard in Wohngebäuden verbessert hat, steigt gleichzeitig der Anteil des Lüftungswärmebedarfes am Gesamtwärmebedarf. Die EnEV verpflichtet daher die Bauherrn eine Luftdichtheitsprüfung vornehmen zu lassen, um sicherzustellen, dass der Lüftungswärmebedarf nicht unangemessen steigt.
Dies wird an Gebäuden mittels der Blower-Door-Messung geprüft. Dieses Verfahren baut einen Differenzdruck zwischen Innenraum und Umgebung von 50 Pa auf.
Ein Gebläse, das in einem mit einer Folie bespannten Rahmen befestigt ist, wird z.B. in den Hauseingang montiert. Das Gebläse baut dann den Differenzdruck auf. Der gemessene Volumenstrom geteilt durch das Innenraumvolumen ergibt den Luftwechsel (n50). Mit dem Gebläse kann sowohl Unter- als auch Überdruck im Gebäude aufgebaut werden. Beide Messungen sind ratsam, um das gebäudespezifische Dichtheitsverhalten analysieren zu können. Die Unterdruckmessung eignet sich besonders, um mit Hilfe von Rauchgasröhrchen Leckageortungen vornehmen zu können. So wird schnell und unkompliziert eine Sichtkontrolle bei Leckagen an Außenfenstern und -türen sowie Steckdosen und sonstigen Einbauten und Durchführungen in Dachflächen und Außenwänden möglich.
Die Durchführung eines solchen Tests macht nicht nur aus energiesparender Sicht Sinn, sondern ermöglicht es, produktionstechnische sowie handwerkliche Mängel aufzudecken. Eine dichte Gebäudehülle führt zur CO2-Minimierung, da der Heizenergiebedarf sinkt.
Der Blower-Door-Test ist außerdem ein geeignetes Verfahren, um Gebäude gleicher Bauart zu bewerten.
Es sollte jedoch aufgrund der Luftdichtheit von Gebäuden auf eine ausreichende Lüftung geachtet werden. Entweder muss dies durch den Bewohner angemessen geschehen oder durch eine mechanische Belüftung sichergestellt werden. Das Optimum bildet hier sicherlich eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie sorgt für eine ausreichende Belüftung der Räume und spart gleichzeitig Energie ein.