Richtig Umsatz machen im heimischen Wirtschaftsgefüge deutsche Autohersteller und Energieproduzenten. Wo aber steht die Bau- und Haustechnik-Branche? Die Tageszeitung „DIE WELT“ erstellt alljährlich eine „Hitparade“ der umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands. Hier ein kleiner Auszug – damit wir einfach mal wieder wissen, wo wir so stehen. Sie, und wir, und unsere Branche. So im Vergleich.
Bauunternehmen und Baumärkte machten 2014 ein deutliches Umsatzplus. Bild: martin marketing Alle Jahre wieder, nein, es ist noch nicht Weihnachten, aber seit 40 Jahren veröffentlicht die WELT jedes Jahr eine Rangliste der 500 umsatzstärksten Unternehmen. Im Jahre 2014 haben es diese TOP 500 gerade noch einmal geschafft: Um 1,8 Prozent stiegen ihre Umsätze stärker als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 1,5 Prozent. Aber der Abstand hat sich verringert, in den Jahren nach der Krise 2009 haben die Top-Unternehmen zum BIP deutlich besser „outperformt“, wie das in schönstem Denglisch heißt. Aber nach dem Nullwachstum in 2013 sind ja die 1,8 Prozent nicht so schlecht. Wenig überraschend wird die Liste von Volkswagen, Daimler, EON und BMW angeführt. Wo stehen aber die Unternehmen der Bau- und Haustechnikbranche? Das erste Bauunternehmen findet sich auf Platz 29, die Hochtief AG in Essen. Der Marktführer in Montage- und Befestigungstechnik, die Würth-Gruppe ist auf Rang 78 platziert.
Echte „Outperformer“, und das dürfte den Fachhandwerker interessieren, sind die Baumärkte. Die legten 2014 um satte 7,75 Punkte zu. Und der Mercedes unter den Baumärkten, zumindest nach eigenem Verständnis, das „Bauhaus“ (Rang 137), machte sogar zehn Prozent plus. Der Umsatz des Marktführers OBI (Rang 105) hingegen stagnierte im letzten Jahr bei 6,7 Mrd. Die „fleißigsten“ Mitarbeiter finden sich bei Hornbach (Rang181) und im „Bauhaus“. Sie erwirtschaften pro Kopf mit 233.000 Euro bzw. 240.000 Euro fast 50 Prozent mehr Umsatz als die Kollegen bei Toom (Rang 306) und Hagebau…
Unter den großen Bauunternehmen ist Hochtief mit 22 Mrd. Jahresumsatz und Rang 29 der unumstrittene Platzhirsch, der aber ein Minus von 1,8 Prozent hinnehmen musste. Züblin (Rang 189) mit 3,3 Mrd. Umsatz konnte hingegen um 7 Prozent zulegen, Vinci Bau (Rang 232) sogar um 8 Prozent. Das Mannheimer Unternehmen Bilfinger (Rang 97) ist heute kein klassischer Baukonzern mehr, sondern generiert inzwischen 80 Prozent seines Umsatzes mit immobilienbezogenen Dienstleistungen wie Planung und Verwaltung.
Bei den Umsätzen der Hersteller von Haustechnik zeigt der Trend nicht so eindeutig nach oben wie bei den Baumärkten und -unternehmen. Ein leichtes Plus von 0,4 Prozent erzielte Dorma mit 1,01 Mrd. Euro Umsatz (Rang 497) während Viessmann auf Platz 297 sich ordentlich um 4,2 Prozent auf 2,18 Mrd. Euro steigern konnte. Schüco (Rang 406) und Vaillant (Rang 283) hingegen mussten ein Minus von fünf respektive zwei Prozentpunkten hinnehmen auf 1,4 bzw. 2,33 Mrd. Euro, so die „WELT“. Umsatzstärkstes Unternehmen im Bereich Haustechnik ist die Bosch Thermotechnik (Rang 199) mit einem nahezu unveränderten Umsatz von 3,12 Mrd. Euro in 2014. Neben Bosch gehören die Marken Buderus und Junkers zu dem Unternehmen, das selbst eine Tochter der Robert Bosch GmbH in Stuttgart ist, die mit knapp 49 Mrd. Euro Umsatz auf Platz 14 rangiert. Der nach eigenen Angaben weltweit größte Markenhersteller von Sanitär-Armaturen, die Grohe AG in Hemer, erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 1,04 Mrd und steht so auf Rang 484. Die Rehau AG als ein führender Verarbeiter von Kunststoffen für die Bereiche Energieeffizienz und Wassermanagement beeindruckte mit einem Plus von 6,4 Prozent auf 1,68 Mrd. Umsatz (Rang 367). Im Bereich Baustoffe halten St. Gobain und Xella mit den Rängen 320 und 434 in etwa ihr Vorjahresniveau.
Ein interessantes Phänomen ist der Umsatz pro Mitarbeiter in der Branche: Egal, ob Baumärkte wie Toom, Hersteller wie Vaillant oder Bauunternehmen wie Hochtief, er schwankt nur leicht um den Durchschnitt von 214.000 Euro. Ein Mitarbeiter von Eon hingegen erwirtschaftet knapp zwei Millionen Euro Umsatz…