Zu Zehntausenden strömen die Flüchtlinge ins Land – und die Frage stellt sich, wie deren Integration aussehen soll. Das Handwerk, auch die „SHK-Fraktion“ kann und will dazu einen Beitrag leisten. Das betonte ZDH-Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer genauso wie der Kölner SHK-Meister Marc Schmitz. Beide trafen vor wenigen Tagen in Köln mit Bundespräsident Joachim Gauck im Bildungszentrum der örtlichen Handwerkskammer zusammen. Das Staatsoberhaupt informierte sich dort unter anderem über Integration und Fachkräftegewinnung. Außerdem besichtigte er die neue Brennstoffzellenanlage, die durch die Marc Schmitz GmbH in Zusammenarbeit mit der Fa. Unger & Eßer GmbH gebaut wurde.
Im Meinungsaustausch: Bundespräsident Joachim Gauck (li.) und der Kölner SHK-Meister Marc Schmitz. Foto: Dr. Dieter Brühl Zentrales Thema waren aber – siehe oben – der drohende Fachkräftemangel im Handwerk und die Option, hier die Integration der häufig schon gut ausgebildeten Flüchtlinge mit einzubeziehen. Seit etwa 2011 leidet das SHK-Handwerk bekanntlich spürbar unter dem Mangel an Nachwuchskräften, hatte damals schon die Bundesanstalt für Arbeit (BA) festgestellt.
Mit Sorge blickt auch der ZVSHK auf diese Entwicklung. Obwohl die Beschäftigtenzahl mit gut 340.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im SHK-Handwerk insgesamt halbwegs konstant ist, sank die Zahl der Ausbildungsverhältnisse erneut. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Ausbildungsplätze von 70.000 auf deutlich unter 35.000 mehr als halbiert!
Das kann so nicht weitergehen, war auch der einhellige Tenor beim Gespräch in Köln. Im gemeinsamen Diskurs loteten Marc Schmitz (als Geschäftsführer der Marc Schmitz GmbH Köln und geladener Vertreter eines Handwerksunternehmens), NRW-Arbeitsminister Schmeltzer und ZdH-Präsident Wollseifer deswegen das Potenzial von Auszubildenden mit Migrationshintergrund, die Möglichkeiten von deren Integration und die Chance, sie zu qualifizierten Fachkräfte zu machen, im Beisein von Bundespräsident Gauck aus.
Zu den wichtigsten Fragen, die bei der Berufsausbildung von Flüchtlingen auftauchen, hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern einen Flyer erarbeitet. Das Faltblatt „Flüchtlinge in Berufsausbildung" klärt zu allen Fragen rund um die Berufsausbildung von Flüchtlingen auf. Außerdem stellt es als quasi amtliches Dokument eine wertvolle Argumentationshilfe gegenüber Ausländerbehörden vor Ort dar und hilft dabei, dass aufenthaltsrechtliche Fragen ausbildungsfreundlich ausgelegt werden, so der ZDH.
Der Flyer kann heruntergeladen werden unter www.zdh.de/service/publikationen/