Weltweit erste Effizienz-Klassifizierung bestehender Heizanlagen / Einmalige Chance für Fachhandwerk, um Wärmewende anzustoßen / 75 Prozent aller deutschen Wärmeerzeuger müssen gelabelt werden.
Fachhandwerker Mirko Juricke (Embruch GmbH), Karl-Heinz Backhaus (Vaillant), Dr. Peter Ahmels (Deutsche Umwelthilfe) und Dr. Günther Schellinger Anlagenbesitzer)(v.l.n.r.)haben jüngst in Berlin die erste Heizung mit dem weltweit einzigartigen Label für installierte Heizgeräte versehen. Bild: Vaillant
Deutschland sieht Rot – zumindest im Heizungskeller.
Seit dem 1. Januar dieses Jahres werden bestehende Heizungsanlagen mit einem
Energieeffizienz-Label versehen. Mit dem weltweit ersten Label für installierte Heizgeräte
erhält das Fachhandwerk die einmalige Chance, das immense Modernisierungspotenzial
in deutschen Heizungskellern auszuschöpfen. Durch das Label können Fachhandwerker
dem Verbraucher mit einem kurzen Blick auf die Heizung aufzeigen, ob ihr Gerät effizient
ist. Gemeinsam mit Schornsteinfegern und Energieberatern ist das SHK-Fachhandwerk
berechtigt, das kostenlose Label auf den Heizgeräten anzubringen. Ziel ist es, die aktuelle
Kesseltauschquote von jährlich drei Prozent auf 3,7 Prozent zu erhöhen. Das entspricht
einem Plus von 120.000 Heizungsmodernisierungen pro Jahr. Vaillant hat heute mit der
Deutschen Umwelthilfe (DUH) und einem Berliner Fachhandwerkspartner eine veraltete
Heizung in Berlin Mitte mit dem weltweit ersten Label für installierte Heizgeräte versehen.
Label-Pflicht ab 2017
Knapp drei Viertel der 20 Millionen heimischen Heizungen gelten als veraltet und werden
sich damit im roten Bereich der Bewertungsskala wiederfinden. „Das neue Label unterstützt
unsere Fachhandwerker, die Wärmewende im Heizungskeller voranzutreiben“, so
Dr. Tillmann von Schroeter, Geschäftsführer Vaillant Deutschland. „Verbraucher sehen
auf einen Blick, wie effizient ihre Heizung das eingesetzte Gas oder Öl nutzt und ob ein
Kesseltausch sinnvoll wäre.“ 2016 ist das Labeling zunächst noch freiwillig, ab 2017 wird
es verpflichtend. Bis 2023 werden sukzessive alle Geräte, die älter als 15 Jahre sind, mit
einem solchen Label versehen. Für die Berechnung des Labels sind keine Messungen
notwendig. Als Berechnungsgrundlage dienen entweder Marke und Modell der Heizungsanlage
oder der Gerätetypus und das Baujahr. Gelabelt werden Öl- und Gas-Heizgeräte
bis 400 kW. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt das
Fachhandwerk bei der Geräteeinstufung über eine App sowie im Internet. Zudem erhält
der Fachhandwerker zur Weitergabe an den Heizungseigentümer ausführliches Informationsmaterial
über das Label und Fördermöglichkeiten für den Kesseltausch. Das Label
und das dazugehörige Informationsmaterial können kostenlos im Onlineshop des Zentralverbands
Sanitär Heizung und Klima (ZVSHK) bezogen werden.
Rote Karte für Energiefresser
Entsprechend dem Energieeffizienz-Label für Neugeräte steht Grün für sparsam und Rot
für verschwenderisch. Die Effizienzklassen gehen zunächst von A++ bis G, ab 2019 von
A+++ bis D. Sobald der Kessel mit C, D oder schlechter gekennzeichnet ist, sollte der
Fachhandwerker dem Kunden einen Kesseltausch nahe legen. Ist der alte Kessel mit
einem A oder B, also mit Grün oder Gelb, gekennzeichnet, sollte der Fachhandwerker die
zusätzliche Einbindung erneuerbarer Energien ins Heizsystem, z.B. über eine Solaranlage,
mit dem Kunden diskutieren.