„The Trend is your Friend“, heißt es an der Börse. Wie kann der SHK-Fachmann den aktuellen „Trend“ im Heizungskeller für sich nutzen? Und woher bekommt er ihn? Vom BDH. Der sagt: Öl und Gas läuft, Wärmepumpe erholt sich, Biomasse sackt weiter ab. Im Detail:
Beleg für innovative Stärke: Nahezu vier Prozent ihres Umsatzes investiert die Heizungsindustrie in Forschung und Entwicklung. Grafik: BDH
Für das erste Quartal 2016 ist ein leichter Rückgang von vier Prozent beim Verkauf von Wärmeerzeugern zu vermelden. Geräte mit Gas- und Öl-Brennwerttechnik verzeichnen hingegen ein deutliches Plus von neun respektive 20 Prozent. Hier scheint sich der Trend des Vorjahres fortzusetzen. Der Boom der Öl-Brenner ist in erster Linie dem niedrigen Heizölpreis geschuldet. Ob sich alleine deshalb eine Investition auch langfristig rechnet, darf doch bezweifelt werden. Zumal auch der „Klimaschutzplan 2050“ massive Steuererhöhungen für fossile Energieträger vorsieht. Darauf kann der Fachhandwerker den Kunden durchaus aufmerksam machen. Stark rückläufig ist nach wie vor verständlicherweise der Verkauf von NT-Technik bei beiden Energieträgern.
Der rückläufige Umsatz an Biomassekesseln hat sich im Vergleich zum Vorjahr zwar abgeschwächt, ist aber mit 12 Prozent Minus noch recht deutlich.
In Schwung kommt hingegen der Verkauf von Wärmepumpen. Das deutete sich schon im letzten Quartal 2015 an. Nach stagnierendem Umsatz 2015 legte der Verkauf von Januar bis März mit 15.000 Stück um satte 18 Prozent zu. Besonders die Sole-Wasser-Wärmepumpen tragen mit einer Steigerung um 32 Prozent zu diesem Erfolg bei. Analysten sehen hier die verbesserten Förder-Konditionen des MAP am Werk. So schlagen Wärmepumpen zwei Fliegen mit einer Klappe: Gut für das ökologische Gewissen und den Geldbeutel.
Weitere wichtige Ergebnisse aus dem ersten Quartal 2016:
- thermische Solaranlagen: minus fünf Prozent, 136.000m²
- Speicher: plus sieben Prozent, 116.500 Stück
- Flächentemperierung: plus neun Prozent, 42,4 Mio. m²
- Heizkörper: plus zwei Prozent, 1,3 Mio. Stück
- Lüftung (zentral mit WRG): minus fünf Prozent, 5.000 Anlagen
- Lüftung (dezentral): minus acht Prozent, 25.500 Anlagen
Eine leicht positive Entwicklung für 2016…
…erwartet der BDH aber dennoch. Der wohl weiter niedrige Rohölpreis werde die Nachfrage nach Heizöl- und Tanksystemen antreiben. Das wirke sich auch positiv auf gasbetriebene Geräte aus. Der Trend zu Systemen mit geringen Investitionskosten wird anhalten, und die NT-Technik wird Zug um Zug durch ErP-gemäße Anlagen ersetzt.
Generell zeigt sich einmal mehr: Den meisten Kunden ist das finanzielle Hemd näher als der ökologische Rock.
Positive volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen für dieses Jahr könnten die Wärmewende voraussichtlich befeuern:
- Wachstum des BSP um 1,7 Prozent
- niedrige Arbeitslosigkeit und hohe Anzahl von Erwerbstätigen
- niedriges Zinsniveau
- weiter eine positive Neubauentwicklung mit einem Verhältnis von Neubau zu Altbau von eins zu sechs
- stabile Förderung durch die KfW
- Impulse für die „Erneuerbaren“ durch das Marktanreizprogramm.
Nicht zuletzt stimmt auch das innovative Potential der deutschen Heizungsindustrie optimistisch. Im letzten Jahr steigerte sie ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 8,6 Prozent auf 530 Mio. Euro – das sind knapp vier Prozent des Umsatzes. Diese Kennzahl liegt deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt von knapp drei Prozent. Weltweit konnten die Mitgliedsfirmen des BDH 2015 ihren Umsatz um 8,6 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro steigern. Dieses Ergebnis haben 69.200 Beschäftigte erwirtschaftet.