Mehr „Wohnkomfort“ ist das entscheidende Motiv der Deutschen für Investitionen in moderne Haustechnik und Gebäudeausstattung! Erst an zweiter Stelle steht das Sparen von Energiekosten. Eine aktuelle Studie liefert Planern und Handwerkern wertvolle „Munition“ für das Kundengespräch. (Teil 1)
Die fünf Merkmale gesunden Wohnens, laut „Velux Healthy Home Barometer“. Grafik: Velux Studie 2016 „My Home is my Castle“ – das trifft europaweit wohl am ehesten auf die Deutschen zu. Ein gesundes und behagliches Zuhause ist ihnen deutlich wichtiger als dem Durchschnitt der Europäer. Auch mit ihrem Wohnumfeld sind sie wesentlich zufriedener. Was aber bewegt die Deutschen dazu, für ein besseres Wohnen aktiv zu werden? Planer und Handwerker finden in der aktuellen Studie „Velux Healthy Home Barometer 2016“ wertvolle Informationen und Hinweise für das Beratungsgespräch und den Verkauf.
Je zufriedener, desto gesünder…
Guter Schlaf, regelmäßiges Lüften und ausreichend Tageslicht sind für die Deutschen beispielsweise wichtige Faktoren für das häusliche Wohlbefinden. Und das wiederum korreliert deutlich mit „sich gesund fühlen“. Die Studie zeigt: „Je zufriedener die Menschen mit ihrem Wohnumfeld sind, desto besser bewerten sie ihre Gesundheit.“ In Österreich, Deutschland und der Schweiz sind drei von vier Bewohnern mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden, im europäischen Durchschnitt ist es hingegen nur jeder zweite.
Im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt
Mehr als der Hälfte aller Deutschen war es im Winter 2014/15 allerdings auch zu kalt in den eigenen vier Wänden. Mietern mehr als Wohneigentümern. Beklagt wird zudem, die Zimmertemperatur im Winter zu oft nachregulieren zu müssen, gerade in älteren Gebäuden. Behaglicher Wärmekomfort ist folgerichtig das erste Motiv für eine Investition in die Wärmeverteilung. Geringinvestitive Maßnahmen wie beispielsweise eine smart gesteuerte Einzelraumregelung kommen diesem Bedürfnis entgegen. Der Wunsch, Energiekosten zu sparen, ist hingegen zweitrangig, so die Studie. Die ökologischen Auswirkungen einer Renovierung ihres Zuhauses sind den Deutschen jedoch wichtig, ebenso die Verwendung ökologischer Materialien.
Im Sommer 2015 wiederum war es 40 Prozent der Deutschen meistens oder immer zu heiß in ihrer Wohnung. Viele wünschen sich, auch im Sommer die Wohntemperatur besser regulieren zu können – womit wir wieder bei „siehe oben“ wären… Die Aussicht auf thermischen Komfort - behagliche Wärme im Winter und erfrischende Kühle im Sommer – ermuntert eben zur Investition in die energetischer Sanierung.
Die Studie sieht das durchaus als Hinweis für die Politik: Sollen die ambitionierten Ziele der Energiewende gerade im Bau- und Wohnsektor erreicht werden, genügen staatliche (Zwangs-) Maßnahmen oder Appelle an das „grüne“ Gewissen nicht. Ganz pragmatisch erwartet der Renovierwillige von seiner Investition in erster Linie mehr persönlichen Komfort für sich selbst. Und wenn er damit noch „die Welt rettet“, umso besser...
Thema der nächsten Folge ist die Innenraumlüftung.