23,5 Millionen für die Entwicklung „vom Handwerksbetrieb zum integrierten Energieunternehmen“: Die Thermondo GmbH bekommt eine Finanzspritze von ihren Gesellschaftern, darunter auch E.ON. Neben den Umsätzen steigen allerdings auch die Verluste des Berliner Start-up-Unternehmens steil an.
Philipp Pausder, einer der Geschäftsführer der „Nr.1 im Heizungsbau“: Er hält Thermondo für den „deutschen Marktführer für Heizungswechsel in Ein- und Zweifamilienhäusern.“ Bild: Thermondo GmbH Thermondo, der selbsternannte „deutsche Marktführer für Heizungswechsel in Ein- und Zweifamilienhäusern“, hat bei seinen Gesellschaftern gerade 23,5 Millionen Euro aufgenommen. Dazu teilt Thermondo Ende Mai mit: „Die Kapitalerhöhung wurde von Global Founders Capital, dem Investmentvehikel von Rocket Internet, E.ON, Holtzbrinck Ventures, der Investitionsbank Berlin sowie Picus Capital, allesamt bestehende Gesellschafter, durchgeführt. … Das Kapital wird für weiteres Wachstum des Unternehmens verwendet. Zudem wird das Portfolio um ein Gasprodukt sowie die Heizung zum Monatstarif (die Leasingheizung) erweitert. Ziel ist es, das Unternehmen sukzessive zu einem integrierten Energieunternehmen auszubauen.“
Nach eigenen Angaben ist der Umsatz von Thermondo in den letzten beiden Jahren um bemerkenswerte 650 Prozent gewachsen. Das wären bei einem geschätzten Umsatz von einer Million Euro im Jahre 2013 (lt. Statista und Bürgel) 6,5 Millionen im letzten Jahr.
Ebenfalls versechsfacht hat sich das Jahresergebnis von 2013 auf 2014, allerdings mit negativen Vorzeichen – als Verlust. Seit 2011 haben sich die Jahresfehlbeträge so entwickelt:
· 2011: - 9.042 Euro
· 2012: - 11.263 Euro
· 2013: - 303.970 Euro
· 2014: - 1.826.422 Euro
Die Zahlen entstammen den Jahresabschlüssen 2012, 2013 und 2014 der Thermondo GmbH, wie im Bundesanzeiger veröffentlicht. Aktuellere Werte liegen der Redaktion noch nicht vor, da Thermondo „die Umsatzzahlen im Moment nicht veröffentlicht“, so das Unternehmen auf Anfrage.
Folgende interessante Passage findet sich im Übrigen erstmals im Thermondo-Jahresabschluss 2014: „Der Fortbestand der Gesellschaft ist von der weiteren finanziellen Unterstützung der Gesellschafter abhängig, soweit die der Unternehmensplanung zugrundeliegenden Annahmen nicht eintreten.“ In den älteren Abschlüssen fehlt dieser Hinweis.
Gleicht die aktuelle Finanzspritze die Verluste aus oder dient sie der ambitionierten Expansion des Unternehmens, wie die aktuelle Info zur Kapitalerhöhung vermuten lässt? Im Januar dieses Jahres gab der Geschäftsführer von Thermondo, Philipp Pausder, noch in einem Interview für ein Online-Magazin folgende Antwort auf die Frage „Wo geht die Reise hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“: „Unsere Vision ist klar: Wir wollen der beste Heizungsbauer der Welt werden. Wir sind schon sehr weit. In den nächsten Jahren werden sich unglaublich viele Möglichkeiten für uns auftun.“
Die aktuelle Kapitalerhöhung dürfte auf diesem Wege zweifellos dringlichst helfen, wenn man so in die Bilanz schaut…