3. Hoesch Design Award richtet sich an junge Architekten aus ganz Europa. "Reflections" heißt das Thema des nächsten Hoesch Design Awards, mit dem Hoesch Metall+Kunststoffwerk, Düren, den erfolgreichen Design Wettbewerb nun zum dritten Mal ausrichtet. Reflektiert wird über neue Wellness-Trends für private Wohnräume. Denn immer mehr Menschen suchen Entspannungsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden. Wellness-Produkte wie Whirlwannen, Whirlpools, Dampfbäder und Saunen, die nicht nur eine gesunde Lebensweise unterstützen, sondern auch für Wohlbefinden sorgen, liegen hoch im Kurs. Hoesch hat diese Entwicklung als einer der ersten erkannt und in den vergangenen Jahren mit innovativen Produktneuheiten Wellness-Trends gesetzt.

Im Mittelpunkt der Wellness-Welt steht nach wie vor das Badezimmer, aber auch andere Wohnräume bieten sich an. Moderne Konzepte zur Raumplanung heben die traditionelle Trennung der Wohnbereiche mehr und mehr auf und schaffen neue Räume und neue utzungsmöglichkeiten. Diese aktuellen Entwicklungen aktiv mitzubestimmen und gestalterische Trends zu setzen, ist das Anliegen des 3. Hoesch Design Awards.
Mit der diesjährigen Ausschreibung richtete sich Hoesch erstmals ganz gezielt an junge europäische Architekten, die nach abgeschlossener Ausbildung bereits Berufserfahrung gesammelt haben.
Fünf Architekturteams aus ganz Europa wurden aufgerufen, Objekte und Räume zu fünf unterschiedlichen Themen zu entwerfen. Die Themen – relaxing space, interactive, living the bath, open culture und bionic systems – beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten der architektonischen Umsetzung von Wellness-Trends im Wohnbereich.
Die Aufgabenstellung "relaxing space" zielt auf wirkungsvolle Räume ab, die auf angenehme Weise alle Sinne ansprechen und somit pure Entspannung bieten. Hinter dem Begriff "interactive" verbirgt sich das Thema Badezimmer als Kommunikationsraum. "living the bath" beschäftigt sich mit dem Wandel traditioneller Wohnräume. Die Idee ist, im Wohnzimmer zu baden oder im Badezimmer zu Leben. Bei "open culture" steht die Verbindung von Entspannungselementen aus verschiedenen Kulturkreisen im Mittelpunkt, zum Beispiel: "Japanisches Sento trifft finnische Fichtenholzsauna". Das Thema "bionic system" setzt sich mit natürlichen Kreisläufen, Pflanzen und bionischen Systemen im Bad auseinander. Zu jedem Thema soll ein spezifischer Raum und die entsprechenden Badelemente gestaltet werden.
Erstmals werden die Teilnehmer in diesem Jahr während der Entwicklungsphase von Hoesch begleitet: Ein Start-up Workshop sorgt für eine intensive und zielorientierte Zusammenarbeit zwischen den Jung-Architekten und dem Veranstalter. Erklärtes Ziel des Design Award ist die spätere Umsetzung einzelner Projekte.
Mit dem 3. Hoesch Design Award setzt Hoesch die Förderung innovativer Ideen junger Designer konsequent fort. Wie schon in den ersten beiden Jahren so wird auch die Federführung der 3. Auflage bei yellow circle liegen, der bekannten Design-Agentur von Günter Horntrich, Professor für Design und Ökologie an der Fachhochschule Köln. Bereits die Wettbewerbe 1996 und 1998 waren auf großes öffentliches Interesse gestoßen. Die offene Ausschreibung im ersten Jahr wurde mit 126 Ideen zum Thema "Bad der Zukunft" honoriert. Der zweite Award richtete sich ausschließlich an Studenten ausgewählter Design Hochschulen in aller Welt. Das Ergebnis: Die Jury sichtete und bewertete 78 kreative Auseinandersetzungen mit dem Thema Wellness.
Ende März 2002 sind die am 3. Hoesch Design Award teilnehmenden Architektenteams erstmals zusammen gekommen. Im Rahmen eines Start-up Workshops hatte Hoesch die Architekten nach Düren eingeladen, damit sie Unternehmen und Produkte kennenlernen, bevor sie mit der Entwicklung ihrer eigenen Visionen und Ideen beginnen.
Reflektieren werden die Teilnehmer des Wettbewerbs über neue Wellness-Trends für private Wohnräume. Fünf von Hoesch im Vorfeld definierte Themen gilt es dabei mit Inhalt zu füllen: relaxing space, interactive, living the bath, open culture und bionic systems. Alle Themen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten der architektonischen Umsetzung von Objekten oder Räumen, die den neuen Anforderungen an das Bad als Wohn- und Wohlfühlraum gerecht werden sollen.
Als ausgesprochen spannend und bereichernd wurde der Workshop sowohl vonseiten der Teilnehmer als auch der Veranstalter erlebt. Hoesch Geschäftsführer Jochen Drewniok stellte das Unternehmen und dessen Entwicklung vor und betonte die große Bedeutung von Design und Wellness als Unternehmensschwerpunkt. Im Info-Center gingen die Award-Teilnehmer buchstäblich auf Tuchfühlung mit den Produkten von Hoesch. Da wurde nicht bloß mit Künstlerblick geschaut, sondern gefühlt, getastet, ja sogar geschraubt und abmontiert, um ein umfassendes Gefühl für die Produkte und ihre Funktion zu bekommen. Anschließend machten die Architekten einen Rundgang durch die Produktion und konnten hier z.B. den Werdegang einer Acrylwanne in allen Arbeitsschritten verfolgen.
Zum Abschluss erfolgten detaillierte Themen-Briefings. Hier gab es Gelegenheit, Fragen zu klären und das weitere Verfahren zu diskutieren. Jochen Drewniok betonte dabei "Stärker als die Ausschreibungen der vergangenen Jahre fokussiert der 3. Hoesch Design Award auf die Umsetzung eines oder mehrerer Projekte. Wir möchten, dass die Architekten ihrer Kreativität und Phantasie freien Lauf lassen, aber dennoch auch die potenzielle Realisierbarkeit im Auge behalten."
In einigen Wochen werden die Teams erneut den Weg nach Düren antreten, um erste Ideen, Skizzen oder Modelle zu präsentieren. Gemeinsam mit Hoesch wird dann jedes Team die ersten Ideen im Hinblick auf die Vision des Awards diskutieren: aktuelle Wellness-Trends aktiv mitzubestimmen und Objekte und Räume zu gestalten, die den sich wandelnden Vorstellungen vom Bad entsprechen und im Design Maßstäbe setzen.
Inspirationen - Ideen - Innovationen
Die fünf Architektenteams des 3. Hoesch Design Awards und ihre Themen
Die fünf am diesjährigen Hoesch Design Award teilnehmenden Architektenteams kommen aus Italien, Österreich, Schottland, der Schweiz und Deutschland. Jedes Team widmet sich einem der fünf von Hoesch definierten Themen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der architektonischen Umsetzung von Wellness-Trends im Wohnbereich beschäftigen.
Thema : "interactive" - Team: 5+1 architetti, Genua
"Denkende" Kühlschränke, die je nach Bedarf Lebensmittel per Internet ordern oder Jalousien, die Räume per Sensor verdunkeln - Computertechnologien in nahezu allen Produktbereichen lassen einst futuristische Visionen wahr werden. In diesem Zusammenhang ist (auch) eine Neukonzeption des Bades und seiner Funktionen erforderlich. Hier kreative Ideen zu entwickeln, ist die Aufgabe von Pierluigi Feltri und Alfonso Femia vom Architekturbüro 5+1 architetti associati in Genua.
Die genuesischen Architekten stellen die Kontrastierung von Form, Material und Umgebung in den Vordergrund ihrer Projekte und erzielen so mit oft vermeintlich einfachen Techniken eine intensive, ungewöhnliche Ausstrahlung ihres Designs. Bisher gestalteten 5+1 architetti associati Promenaden, Plätze und öffentliche Gebäude wie Hospitäler, Museen und Freizeitzentren.
Thema: "relaxing space" - Team: awg_AllesWirdGut, Wien
Bei der Aufgabenstellung "relaxing space" geht es darum, Räume zu gestalten, die einen Ausgleich schaffen zum alltäglichen Stress der Menschen in den Industrieländern, denn Termin- und Zeitdruck führen immer häufiger zu einer dauernden Belastungssituation, die sich auf den gesamten Organismus auswirkt. Ein Refugium innerhalb der eigenen vier Wände, das der Wiederherstellung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens dient, ist Bedürfnis und Wunsch gleichermaßen. Einen solchen Raum der Ruhe zu entwickeln, ist die Aufgabenstellung, der sich Ingrid Hora und Herwig Spiegl aus dem Architekturbüro awg_AllesWirdGut in Wien stellen.
Seit 1997 arbeitet awg an den vielseitigsten Projekten: Geschäfts- und Museumsbauten und eine Fußgängerzone gehören ebenso zu ihrem Portfolio wie die Gestaltung ausgefallenen Produktdesigns, wie zum Beispiel dem außergewöhnlichen Rucksack "le_bag", in dem sich problemlos großformatige Dokumente verstauen lassen und der bei Bedarf sogar als Wickelrock fungieren kann. Der Ansatz von awg ist pragmatisch und sucht stets nach dem Potenzial des gegebenen Kontexts - indem vermeintliche Probleme als Chance gesehen werden, ergeben sich oft unerwartete Möglichkeiten.
Thema: "bionic system" - Team: Zoo Architects, Glasgow
Die Wissenschaft der Bionik macht sich den intelligenten Erfindungsreichtum und die flexible Anpassungsfähigkeit der Natur zunutze. Prinzipien und Phänomene aus Tier- und Pflanzenwelt werden auf artifizielle Problemstellungen übertragen - so werden beispielsweise Objekte den Formen von Pflanzen nachempfunden oder natürliche Kreisläufe für Räume und Gebäude adaptiert. Die Erkenntnisse der Bionik bilden eine Grundlage der Arbeiten von Alan Pert und Alisdair Clements, die den Zoo Architects in Glasgow angehören. Für das 1996 gegründete Architekturbüro ist die Eignung des Materials ein Hauptelement ihres Designansatzes. Zoo Architects plante und verwirklichte bereits architektonische Lösungen in den Bereichen Gewerbe, Kunst, Wohnungsbau und Freizeit sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Bereich. Durch ein ständiges Ausweiten der Grenzen des klassischen Designs kombiniert mit einem multidisziplinären Ansatz haben die schottischen Architekten so Designlösungen geschaffen, die die Natur als Vorbild nehmen und den menschlichen Organismus einbetten in seinen natürlichen und damit einen harmonischen Zusammenhang.
Thema: "living the bath" - Team: Designrichtung, Zürich
Tradierte Räume verändern sich: Wohnräume werden offener und sind nicht mehr unbedingt klar voneinander abzugrenzen, ihre Funktionen werden neu überdacht und anders definiert. Das Bad im grünenden Wintergarten oder der Whirlpool im Wohnzimmer sind mittlerweile nicht nur denkbar, sondern mehr und mehr auch gewünscht. Entspannung, Geselligkeit und langes Verweilen gehören unter diesen Umständen zum Wohnraum Bad ganz selbstverständlich dazu. Für einen solchen offenen bzw. geöffneten Badbereich ergeben sich neue Funktionen und Anforderungen wie zum Beispiel die Wahrung der Intimsphäre, denen neue Produkte Rechnung tragen müssen. Dieser und vielen anderen Fragen zum Thema Wohnbad widmen sich Jérôme Gessaga und Christof Hindermann aus dem Architekturbüro Designrichtung in Zürich. Ihre bisherigen, thematisch breit gefächerten Projekte in den Bereichen Innenarchitektur und Produkt- und Ausstellungsgestaltung zeigen, dass es den schweizerischen Architekten gelingt, formvollendete Nüchternheit mit Ironie anzureichern und so in einen neuen Kontext zu setzen - der von ihnen entwickelte "Caseboard" beispielsweise ist ein Hartschalenkoffer mit integriertem Skateboard.
Thema: "open culture" - Team: Lorber & Paul, Köln
Zunehmende Globalisierung, weltwirtschaftliche Aktivitäten und nicht zuletzt die Möglichkeit, beinahe alle Reiseziele der Erde in kürzester Zeit erreichen zu können, haben dazu beigetragen, traditionelle Grenzen zu überwinden. So beeinflussen sich heute auch entfernte Kulturen in hohem Maße gegenseitig. Im Badbereich treffen zum Beispiel finnische Sauna, japanisches Sento und orientalisches Dampfbad und damit die verschiedensten wohltuenden und heilenden Effekte aufeinander. Der Entwicklung von Räumen und Objekten, die unterschiedliche Badetraditionen und Kulturkreise miteinander verbinden und so etwas ganz Neues schaffen, widmen sich Annette Paul und Gert Lorber des Kölner Architekturbüros Lorber & Paul. 1996 gegründet, beschäftigen sich die Architekten vom Rhein mit städtebaulichen Konzepten, Kliniken, Museen und visionären Projekten. Weder Hightech noch Traditionalismus sind die treibenden Kräfte für die Konzepte der Kölner, sondern die präzise Suche nach Lösungen, die Antworten für die Gegenwart geben und in die Zukunft weisen, ohne dabei emotionale Aspekte zu ignorieren.
Weitere Informationen zu den Teams, Themen und dem Verlauf des Awards unter: www.hoesch-award.de