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News vom 31.05.2002

Nach Holzmann-Insolvenz: Änderung der Rahmenbedingungen für deutsche Bauwirtschaft gefordert


"Die aktuelle Holzmann-Insolvenz ist nicht nur auf Managementfehler und Altlasten zurückzuführen, sondern auf grundlegende Probleme am deutschen Baumarkt", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, RA Michael Knipper, jüngst in Berlin die aktuelle Entwicklung. Man müsse sich fragen, warum Holzmann in den USA ein profitables Geschäft betreibe und im Inland Verluste produziere. Das gleiche gelte für alle anderen international agierenden Konzerne.

Die deutsche Bauindustrie sei international erfolgreich aufgestellt und arbeite mit hohem technischen Know-how, erklärte Knipper. Die Engineering-Leistungen hätten Weltklasseniveau. Nur auf dem deutschen Baumarkt stimmten die Rahmenbedingungen grundlegend nicht. Hier sei nach den wirklichen Ursachen zu fragen. Knipper: "Warum mutet man der deutschen Bauindustrie in Deutschland nicht hinnehmbare Angebots- und Vertragsbedingungen zu? Warum gibt es im Ausland vernünftige Qualitikationsverfahren, damit sich die wirklich innovativen Unternehmen abheben können und in Deutschland nicht? Warum stimmen die Vergabebedingungen in Deutschland nicht? Warum ist die Zahlungsmoral in Deutschland extrem schlecht?"

All diese Fragen und Ursachen bedürfen, nach Auffassung von Knipper, einer grundlegenden Klärung und eines Benchmarkings im Vergleich zu anderen Ländern. Dieses müsse endlich von der Politik angepackt werden. Es handele sich hierbei nämlich nicht nur um eine Nachfragekrise, sondern auch um eine Strukturkrise, die entscheidend von falschen Rahmenbedingungen geprägt sei. Knipper fordert alle öffentlichen Auftraggeber auf, endlich grundlegend ihre Vergabepraxis zu ändern, faire Angebots- und Vertragsbedingungen mit der Bauwirtschaft auszuhandeln und ein Miteinander statt ein Gegeneinander auf der Baustelle zu organisieren. Das seien entscheidende Schritte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bauindustrie.
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