Welche Handwerksbetriebe nutzen digitale Plattformen und wie erfolgreich sind sie damit? Eine aktuelle Studie untersucht, wer auf MyHammer wie erfolgreich ist und bietet Argumente für die eigene Online-Strategie.
„Einzelkämpfer“ oder Handwerksbetriebe mit bis zu vier Mitarbeitern stellen den Löwenanteil auf MyHammer. Grafik: ifh
Meisterliche und nichtmeisterliche Handwerksunternehmen auf MyHammer. Im „realen“ Leben sind dreiviertel aller Handwerksunternehmen sind Meisterbetriebe. Grafik: ifh
„Schuster, bleib bei deinen Leisten“ oder „Auf zu neuen Horizonten“? Welche Strategie bietet sich dem Fachhandwerker im digitalen Zeitalter? Soll er Online-Plattformen nutzen oder bei den klassischen Vertriebswegen bleiben? Oder als Hans Dampf in allen Gassen möglichst viele Kanäle nutzen? Bis dato wurde kaum untersucht, welche Auswirkungen die digitale Revolution auf das Handwerk hat und wie es darauf am besten reagiert. Eine aktuelle Studie des Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen thematisiert den Nutzen digitaler Vertriebswege für den handwerklichen Fachbetrieb und liefert so wertvolle Entscheidungshilfen. Sie geht dabei zwei Fragen nach: Wer sind die Handwerksunternehmer, die erstens digitale Vertriebswege nutzen und zweitens auf Online-Plattformen tatsächlich erfolgreich sind?
Am konkreten Beispiel des digitalen Handwerksportals MyHammer untersuchten die Wissenschaftler den Zuspruch und die Erfahrungen von Handwerksunternehmen mit dieser Plattform.
Konkurrenz belebt das Geschäft
Die Vorteile solcher Plattformen für die Endkunden liegen auf der Hand, sagen die Befürworter der schönen neuen digitalen Wettbewerbswelt. Der Verbraucher kann weitaus mehr verschiedene Angebote vergleichen, sowohl bei den Leistungen als auch bei den Unternehmen. Handwerker erschließen sich neue Kundenkreise, finden schnell und einfach interessante Ausschreibungen und können selbst leicht von Kunden gefunden werden.
Das schaffe Transparenz, mehr Angebot und Nachfrage und fördere so den Wettbewerb. Was allen Marktteilnehmern zum Nutzen gereichen sollte, zumindest wirtschaftstheoretisch.
Transparenz mit Risiken
Nicht zu vernachlässigen seien allerdings auch die Risiken für den Handwerker, so die Studie. Hoher Wettbewerb unter vielen Anbietern verschärft den Preisdruck. Was den zahlenden Kunden erfreut, führt beim Anbieter zu tendenziell sinkenden Gewinnen und Löhnen. Hat sich ein Handwerksbetrieb auf der Plattform einen schlechten Ruf erworben, kann er massiv Kunden verlieren oder sogar ganz vom (Online-)Markt verschwinden. Hier kommt nämlich das Besondere an Online-Plattformen wie MyHammer ins Spiel: die Bewertung des Handwerkers und seiner Leistung durch den mehr oder weniger zufriedenen Kunden. Und an diesen „Noten“ orientieren sich wiederum mögliche Neukunden. Permanent disziplinierte und gute Arbeit sei die Basis einer dauerhaften Präsenz auf MyHammer, so eine Erkenntnis der Studie. Und der generelle Nutzen digitaler Handwerksportale liege darin, „dass solche Internetplattformen die Transparenz im Markt verbessern können, wenn sie den Verbrauchern Informationen über die Qualität der Handwerksleistungen bereitstellen.“
Ein Ergebnis der Untersuchung sei heute schon vorweggenommen: Mit Meisterbrief ist ein Handwerker auch in der digitalen Welt erfolgreicher als ohne.
(Wird fortgesetzt)