News vom 20.10.2016

ZUKUNFTSSICHER BAUEN! Der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan vorgestellt auf dem Hamburger Fachforum 2016

Am 22. November 2016 geht es beim Hamburger Fachforum um zukunftssicheres Bauen. Zukunftssicher bauen bedeutet, ein Gebäude so zu planen, bauen oder zu modernisieren, dass es auch zukünftigen Ansprüchen gerecht wird. Laut den Zielen der Bundesregierung soll sich der Wärmebedarf des Gebäudebestands bis 2020 um 20 Prozent reduzieren, ab dem Jahr 2050 soll dann ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand in Deutschland erreicht worden sein. Da 75% des bundesdeutschen Gebäudebestandes vor 1990 gebaut wurden, liegt die größte Herausforderung in der Modernisierung des Bestandes.

Bild: dena, ifeu, PHI, eCouleur
Bild: dena, ifeu, PHI, eCouleur

Die momentane Modernisierungsrate liegt bei 1% pro Jahr und reicht somit nicht aus, um diese gesteckten Ziele zu erreichen. Das Land Baden-Württemberg hat daher in einer Vorreiterrolle den „Sanierungsfahrplan-BW“ ins Leben gerufen, mit dem gebäudeindividuelle, energetische Sanierungsfahrpläne sowohl für Wohn- als auch für Nichtwohngebäude erstellt werden. Nach den positiven Erfahrungen wird nun von der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und dem Passivhaus Institut das Beratungsinstrument „Individueller Sanierungsfahrplan Wohngebäude“ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) entwickelt. Ende des Jahres 2016 soll dieser bereit zur Anwendung sein und anschließend nach und nach die BAFA-Vor-Ort-Beratung erweitern. Energieberater werden dann gebäudeindividuelle Sanierungsfahrpläne anbieten. Das heißt, dass einzelne Sanierungsschritte über mehrere Jahre aufeinander aufbauen sollen, anstatt wie bisher unabhängig voneinander durchgeführt zu werden.

Ein solches Beratungsinstrument für Gebäudeeigentümer kann nicht nur die Sanierungsrate anheben, sondern vor allem auch die Qualität der Sanierung erhöhen. Damit voreilige Sanierungsentscheidungen nicht langfristige und wirtschaftliche Lösungen blockieren, schnürt der individuelle Sanierungsfahrplan sinnvolle und energetisch angemessene Maßnahmenpakete in einer zielführenden Reihenfolge und führt damit zu einer ganzheitlichen „Strategie“ für das Einzelgebäude. Der Sanierungsfahrplan liefert durch einen engen Bezug zur individuellen Situation des Eigentümers und den spezifischen Anforderungen an das Gebäude, durch die Beschreibung auch niederschwelliger Maßnahmen und durch eine verständliche, dynamische und inspirierende Darstellung eine konkrete Handlungsgrundlage für die spätere Umsetzung.

Wie sich der der baden-württembergische Sanierungsfahrplan in der Praxis bewährt und was die Planungen der Bundesregierung sind, erläutert Dr. Martin Pehnt vom ifeu in seinem Vortrag beim Hamburger Fachforum „Zukunftssicher Bauen“ am 22. November 2016 im Hotel Hafen Hamburg.

Die Konferenz greift zudem weitere Themenfelder für das zukunftssichere Bauen auf. Hierzu gehört die Notwendigkeit, ganzheitliche und fachübergreifende Planungsansätze beim Bauen und Sanieren anzuwenden. Auch die gesetzlichen Entwicklungen, wie der von der Bundesregierung in der Entstehung befindliche Niedrigstenergiegebäudestandard für Neubauten werden das Bauen und Modernisieren der nächsten Jahre stark prägen und werden auf der Konferenz vorgestellt. Vor- und Nachteile zentraler und dezentraler Lüftungssysteme sowie die richtige Planung und Installation für beste Anlageneffizienz von Wärmepumpen sind wiederum technische Details, die in den Fokus gerückt werden. Zusätzlich werden der optimale Mix erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung und die Zukunftssicherung des Gebäudebestandes durch die Nutzung des alten Kerns und die Erneuerung der Hülle diskutiert. Zum Abschluss steht die Frage, wie ein „Mehr an Technik“ die Atmosphäre eines Gebäudes beeinflusst und welche Alternativen es gibt. Das Architekturbüro baumschlager eberle entwickelt Gegenentwürfe zu den hoch gerüsteten Technikmaschinen der letzten Jahrzehnte. Weniger Energie mit weniger Technik zu verbinden, ist das erklärte Ziel. Auf der Konferenz stellt DI Hans-Ullrich Grassmann dieses Konzept anhand des Büro- und Wohngebäude 2226 vor.




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