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News vom 13.06.2002

Niedrigstenergie-Gebäudestandard im Zentrum für Zukunftsenergien Berlin


In zentraler Lage Berlins, direkt am Ufer der Spree vereinen die Architekten Bothe, Richter und Teherani (BRT Architekten) Baudenkmal mit innovativer Architektur im Energieforum Berlin, das Zentrum für Zukunftsenergien. Ein gläsernes Atriumdach verbindet den denkmalgeschützten, backsteinernen Gebäudekomplex und zwei moderne Baukörper gegenüber des Berliner Ostbahnhofes, am Stralauer Platz. Das Atrium dient als Kollektor für solare Wärmegewinne und als thermische Pufferzone des Gebäudes. Nach den Entwürfen der Hamburger Architekten entstehen 18.500 Quadratmeter Arbeits- und Ausstellungsfläche für Unternehmen und Institutionen, die sich mit erneuerbaren Energien befassen. Das Zentrum für Zukunftsenergien wird als Niedrigstenergie-Gebäude realisiert. Im Vergleich zu ähnlich großen Bürogebäuden soll der Heizenergiebedarf um 70 Prozent geringer sein.

Das Planungsbüro Winter Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik GmbH, Düsseldorf setzt im Energieforum ein integrales Energie- und Ökokonzept mit folgenden Bausteinen um:

  • Erdwärmesonden zum Heizen und Kühlen sowie als saisonaler Erdwärmespeicher

  • Betondecken als Heiz- und Kühlflächen mit der isothermen Baukörpertemperierung Roth Isocore

  • Brennstoffzellen zur Wärme- und Stromerzeugung

  • Kontrollierte Lüftung zur Senkung von Lüftungswärmeverlusten

  • Einsatz von Holografie- Elementen zur Atriumausleuchtung.


Roth Isocore mit Erdpfahltechnik verknüpft

Die Energiepfahltechnik im Energieforum Berlin ermöglicht die Nutzung der nahezu konstanten Erd- und Grundwassertemperaturen für die Klimatisierung des Gebäudes. Dazu wird Wasser durch 190 im Erdreich versenkte Pfähle geleitet und abgekühlt. Zu Beginn der Sommerperiode liegt die Wassertemperatur bei rund 10°C, im Verlauf des Sommers steigt sie leicht an. Das Wasser strömt anschließend durch ein Rohrnetz in den Bürodecken und kühlt diese ab. Zur Schaffung dieses Rohrnetzes verlegt der Fachbetrieb Heisan GmbH aus Rheinsberg rund 5.800 Quadratmeter Roth Isocore Funktionsmatten mit insgesamt etwa 30.000 Meter Duopex Systemheizrohr 20 Millimeter. Die Funktionsmatten liegen auf Unterstützungsbauteilen oberhalb der unteren Bewehrung in der Betondecke.

Der Energiebedarf der Anlage ist auf den Betrieb der Pumpen reduziert, was zu niedrigen Betriebskosten führt. Mit 1 kW Pumpenleistung können bis zu 50 kW Kühlenergie an das Bauwerk abgegeben werden.

Innovative Energieversorgung

Neben der Energiepfahltechnik in Kombination mit elektrischer Wärmepumpe wird der Wärmebedarf des Energieforums Berlin durch drei weitere Energiequellen gedeckt:

  • Der überwiegende Jahreswärmebedarf wird durch einen Fernwärmeanschluß des Energieversorgers BEWAG gedeckt. Das Gebäude ist somit an eines der modernsten Heizkraftwerke Europas angeschlossen

  • Eine Brennstoffzelle deckt einen Teil des Grundbedarfs an Wärme. Als Pufferspeicher dient ein Absorptionsspeicher

  • Eine elektrische Wärmepumpe macht einen Teil der Abluftwärme (Altbau) für die Gebäudeheizung nutzbar.


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