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News vom 27.06.2002

Wohnungen werden wieder knapp


Landesbausparkassen warnen vor Abbau der Eigentumsförderung.
Die Zeiten entspannter Wohnungsmärkte dürften schon bald vorüber sein. Das geht aus einer Analyse vor allem der wirtschaftlich starken Regionen Westdeutschlands hervor, die von der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen (LBS) in Berlin vorgelegt wurde.

Die Suche nach qualitativ gutem Wohnraum ist wieder schwierig geworden. sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. Knappheiten könnten in absehbarer Zeit in weiten Teilen der Republik spürbar werden, und zwar in Form von Miet- und Preissteigerungen. Im Gegensatz zum Beginn der neunziger Jahre werden die drohenden Wohnungsengpässe nach LBS-Angaben diesmal nicht ausgelöst durch steigende Haushaltseinkommen und einer damit einhergehenden Nachfrage nach Wohnraum. Vielmehr sei es das zu geringe Neubauangebot, das sich bemerkbar macht.

Bereits im vergangenen Jahr sank die Zahl der Baugenehmigungen unter 300 000 Wohnungen. In diesem Jahr ist laut LBS-Prognose nur noch mit 260.000 Baugenehmigungen zu rechnen. Auch hat sich die Zahl der Wohnungsfertigstellungen seit 1995 von rund 600 000 auf 300.000 halbiert. Nach Einschätzung der meisten Fachleute hat die Bundesrepublik jedoch einen jährlichen Neubaubedarf von ungefähr 400.000 Wohnungen. Mindestens bis zum Jahr 2015 steigt die Zahl der privaten Haushalte jedoch weiter an. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sieht einen Zuwachs von zwei Millionen Haushalten voraus, die neuen Wohnraum benötigen.

Hamm warnte davor, aus regional oder lokal leerstehenden Wohnungen generell die Sorge vor einem Überangebot an Wohnraum abzuleiten. Wohnungsleerstände und Wohnungsmangel träten an verschiedenen Standorten zur gleichen Zeit auf. In einigen Ballungszentren wie München und Stuttgart sei Wohnraum schon wieder Mangelware, in strukturschwachen Regionen - vor allem in Ostdeutschland - prägten dagegen leerstehende Wohnungen das Bild. Schneller als viele glauben könne die Politik wieder mit der Frage konfrontiert werden, wie sich das Wohnungsangebot möglichst rasch ausweiten lässt, vor allem um sozial Schwache vor drückenden Mietsteigerungen zu schützen. Geradezu fahrlässig für eine ausreichende Wohnungsversorgung sei es angesichts dieser Entwicklung, wenn man nun auch noch die bestehenden Instrumente der Wohneigentumsförderung anzweifelt, sagte Hamm.
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