Damals, zu Zeiten der Ölkrise, hat Familie Nussbaumer mit ihrer Strom-Nachtspeicher-Heizung viel Geld gespart. Doch nun ist die Technik veraltet und verursacht hohe Betriebskosten, sodass sich die Hausherren zu einer Modernisierung entschlossen haben. Ihre Wahl fiel auf eine Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die neue Anlage zeichnet sich nicht nur durch eine schnelle und einfache Installation aus, durch ihre Effizienz können Nuss-baumers auch bis zu zwei Drittel Heizkosten sparen. Gleichzeitig ist der Wohnkomfort gestiegen.
Das 160 qm große Haus liegt in einer Siedlung ohne Anschluss an das öffentliche Gasnetz.
Der alte Feststoffspeicher hat hohe Kosten verursacht.
Die neue Luft/Wasser-Wärmepumpe arbeitet auch bei tiefen Minusgraden effizient.
Fachhandwerker Edmund Gresser (r.) hat Walter Nussbaumer (l.) das Ecodan System empfohlen. Andreas Kreibig vom Hersteller Mitsubishi Electric zeigt dem Hausbesitzer die unterschiedlichen Regelungsmöglichkeiten. Nussbaumer freut sich auch über die angenehme und konstante Temperatur in den Räumen.
Bild: Mitsubishi Electric
Die Siedlung liegt auf einer kleinen Anhöhe, der Blick kann über die Wiesen und Felder bei Bad Waldsee im Landkreis Ravensburg schweifen. Eine tolle Lage, nur wenige Autominuten von der bekannten Kurstadt entfernt. Allerdings wurde die Siedlung bei ihrer Anlegung nicht ans öffentliche Gasnetz angeschlossen. Daher haben sich die Besitzer alternative Möglichkeiten suchen müssen, um ihre Häuser zu beheizen. Viele Familien haben sich für Öl- oder Flüssiggastanks entschieden. Walter Nussbaumer hingegen hat eine Stromheizung gewählt: „Das war damals billiger als Gas oder Öl.“
Allerdings hat er sich gegen die übliche Variante Nachspeicheröfen entschieden. „Ich wollte eine Zentralheizung, und mein damaliger Handwerker hat mir einen Feststoffspeicher empfohlen“, so Nussbaumer. Dieser enthielt Ferrit-Steine, die nachts mit Strom aufgeheizt wurden und die Wärmeenergie an Wasser übertragen haben, das durch den riesigen Speicher geführt wurde. So konnte eine klassische Wärmeverteilung über Fußbodenheizung installiert werden. „Viele Jahre habe ich günstig Wärme erzeugen können – inzwischen ist das Gerät veraltet und zu ineffizient“, erläutert der Hausherr. 3000 Euro im Jahr habe er für Strom gezahlt, trotz des Kachelofens, mit dem er regelmäßig zugeheizt habe. „Dabei habe ich den Verbrauch schon gesenkt, von anfangs um die 20.000 kWh auf etwa 10.000 kWh in den vergangenen beiden Jahren.“
Nussbaumer und seine Frau haben sich daher entschlossen, ihre Heizung zu sanieren, um mit einer modernen Anlage Kosten zu sparen. Im Internet haben sie sich über aktuelle Systeme informiert. „So sind wir auf Luft/Wasser-Wärmepumpen gestoßen.“ Die moderne Technologie zeichnet sich durch einen sehr hohen Wirkungsgrad aus. Wärmepumpen benötigen zwar Antriebsstrom, weil sie der Außenluft aber Wärmeenergie entziehen, vervielfältigen sie die eingesetzte Energie. „So werden aus einem Kilowatt Strom über drei Kilowatt Wärmeenergie“, erläutert Andreas Kreibig, Vertriebsingenieur Heizungstechnik Mitsubishi Electric, Living Environment Systems. Der Feststoffspeicher hingegen hatte einen sehr niedrigen Wirkungsgrad, nur etwa 80 Prozent der eingesetzten Energie konnte zum Heizen genutzt werden.
Leistung bei niedrigen Temperaturen war ausschlaggebend
Edmund Gresser, Geschäftsführer des gleichnamigen Fachhandwerkunternehmens, hat Nussbaumers das Ecodan System von Mitsubishi Electric empfohlen. Dank der weltweit patentierten Zubadan-Technologie kann die Wärmepumpe auch bei Minustemperaturen von bis zu -15° C noch 100 Prozent Heizleistung bringen. Und die einwandfreie Funktion gewährleistet der Hersteller sogar bis -28° C. Deswegen kann die Anlage monovalent betrieben werden, der Einsatz eines Elektroheizstabes oder eines Spitzenlastgeräts auf Basis fossiler Brennstoffe ist nicht nötig. „Diese Leistung bei tiefen Temperaturen war das ausschlaggebende Argument bei unserer Wahl“, erklärt Nussbaumer. Den Kachelofen können die Hausbesitzer nun als Option nutzen, sie sind nicht mehr zwingend auf das Zuheizen angewiesen. „Das ist uns wichtig, denn irgendwann kommt das Alter, in dem die Bedienung des Ofens nicht mehr ohne Weiteres möglich ist.“
Gresser hat vor Ort ideale Bedingungen für den Einsatz einer Luft/Wasser-Wärmepumpe gefunden. Mit den niedrigen Vorlauftemperaturen der Fußbodenheizung arbeitet die Anlage sehr effizient. Die klassischen Heizkörper im Obergeschoss konnten Teil der Wärmeverteilung bleiben. „Sie sind größer ausgelegt, daher reicht die gleiche Vorlauftemperatur wie bei der Fußbodenheizung“, erläutert Nussbaumer. Möglich sind auch zwei Heizkreise mit unterschiedlichen Temperaturen. „Das Ecodan System schafft selbst höhere Vorlauftemperaturen, sodass bei den meisten Sanierungen die Wärmeverteilung bestehen bleiben kann“, erläutert der Fachhandwerker. Dadurch ist die Wärmepumpe eines der wenigen Modelle am Markt, die in Bestandsgebäuden wirtschaftlich eingesetzt werden können.
Darüber hinaus ist die umfangreiche Dämmung des Gebäudes von Vorteil für den Einsatz der Wärmepumpe. „Wir haben die Kellerdecke sowie zwischen den Innensparren gedämmt, dadurch haben wir jetzt quasi Neubaustandard“, erläutert Nussbaumer. Deswegen reicht eine Wärmepumpe mit kleiner Leistung. 11,2 kW genügen in diesem Fall, um die 160 Quadratmeter zu beheizen.
Schnelle und einfache Installation
Neben der Effizienz dieser Technologie gefiel den Hausherren die unkomplizierte Versorgung. „Es ist sehr angenehm, wenn man sich nicht um das Heizmaterial kümmern muss“, sagt Nussbaumer. Das Paar hatte eine Holz-Pellet-Heizung als Alternative ins Auge gefasst, weil man bei einer solchen Anlage wie auch bei Öl und Flüssiggas immer wieder ausreichend Brennstoffvorrat kaufen muss, hatten sich Nussbaumers dagegen entschieden. Zumal für die Pellets ein extra Lagerraum nötig gewesen wäre. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe hingegen benötigt nur einen Anschluss ans Stromnetz, dieser ist in jedem Haus vorhanden.
Ein weiterer Vorteil einer Luft/Wasser-Wärmepumpe gegenüber anderen Anlagen ist die einfache und schnelle Installation. Vor allem bei der Sanierung ist das ein wichtiger Faktor, schließlich bewohnen die Hausbesitzer das Gebäude und die handwerklichen Arbeiten schränken ihren Komfort ein. Außerdem bedeutet eine kurze Installationszeit weniger Kosten. Den alten Feststoffspeicher hat Nussbaumer selbst demontiert. Der Einbau der neuen Anlage hat etwa eine Woche gedauert. Das Außenmodul wurde hinter dem Haus platziert, über Kältemittelleitungen ist es mit dem Innenmodul im Heizungsraum verbunden. Für die Verbindung wird nur eine kleine Wanddurchführung angelegt, aufwendige Bohrungen oder Erdarbeiten sind im Gegensatz zu anderen Wärmepumpen-Arten nicht nötig. Zusätzlich zu den beiden Modulen wurde ein 800-Liter-Frischwasserhygienespeicher installiert. Er steigert die Systemeffizienz durch die Optimierung der Kompressorlaufzeiten und stellt genug Energie für die Abtauung der Wärmepumpe zur Verfügung.
Gresser und sein Team haben die Wärmepumpen-Anlage installiert, für die Inbetriebnahme hat der Unternehmer einen Servicedienst des Herstellers in Anspruch genommen. Mitsubishi Electric bietet diesen an, um SHK-Fachhandwerkern, die keinen Sachkundenachweis nach §5 der Verordnung zum Schutz des Klimas vor Veränderungen durch den Eintrag bestimmter fluorierter Treibhausgase (Chemikalien-Klimaschutzverordnung – ChemKlimaSchutzV) besitzen, den Verkauf und die Installation von Wärmepumpen-Systemen zu ermöglichen. Das Fachhandwerksunternehmen kann in einem solchen Fall die mechanischen und hydraulischen Arbeiten ausführen, die Befüllung mit Kältemittel sowie die Inbetriebnahme übernimmt gegen eine Pauschale ein externer Fachmann.
Mehr Komfort durch angenehme Temperaturen
Schon in den ersten Tagen nach Inbetriebnahme konnten Nussbaumers deutliche Verbesserungen gegenüber der alten Heizung feststellen, der Komfort ist gestiegen. „Im Bad ist es jetzt morgens mollig warm. Vorher war die Vorlauftemperatur dort wie in allen anderen Räumen möglichst niedrig, weil jedes Grad mehr sofort ins Geld gegangen ist“, sagt Nussbaumer erfreut. Für die konstante Wunschtemperatur sorgen mehrere Funk-Thermostate, sie regeln die neue Anlage automatisch. Wenn zum Beispiel der Kachelofen befeuert wird, bleibt die Fußbodenheizung aus. „Das ist sehr bequem, der Feststoffspeicher hingegen war schlecht regelbar“, so der Hausherr. Möchten er oder seine Frau eine andere Temperatur einstellen, so ist das einfach und schnell über eine Funk-Steuerung möglich.
Finanziell wird sich die Umstellung ebenfalls bald bemerkbar machen. „Die Wärmepumpe wird die Heizkosten mindestens um die Hälfte, wahrscheinlich sogar um zwei Drittel senken“, erläutert Gresser. Dank der modernen Anlage können Nussbaumers künftig mit konstanten und niedrigen Betriebskosten planen. Des Weiteren ergibt sich mittelfristig eventuell die Möglichkeit, den selbst erzeugten Strom der Photovoltaik-Anlage für die Wärmepumpe zu nutzen. „Wir bekommen auf 20 Jahre festgelegt eine sehr gute Einspeisevergütung, deswegen ist das derzeit noch keine Option“, erläutert Nussbaumer. Wenn der Vertrag ausläuft, wäre die Verbindung der 11 kW-Anlage auf dem Dach mit dem Wärmepumpen-System im Keller sinnvoll, um die Stromkosten zu reduzieren. Bis dahin wird auch der Preis für Batterietechnik soweit gesunken sein, dass sie sinnvoll in Privathaushalten eingesetzt werden kann. Und mit der Kombination Luft/Wasser-Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe ist eine nahezu autarke Energieversorgung möglich.
Fazit
Familie Nussbaumer war mit ihrer alten Feststoffspeicher-Heizung unzufrieden. Das System hat so ineffizient gearbeitet, dass trotz Zuheizens mittels Kachelofen enorme Kosten für die Hausbesitzer entstanden. Also entschlossen sich Nussbaumers zu einer Modernisierung mit der Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe. Ausschlaggebende Argumente für ihre Wahl waren die Effizienz der Anlage, die selbst bei tiefen Minustemperaturen noch 100 Prozent Heizleistung erbringt, sowie die bequeme Wärmeversorgung und die einfache Installation. Während die Betriebskosten deutlich gesunden sind, ist der Komfort für Nussbaumers gestiegen: Sie haben es auch ohne den Kachelofen angenehm warm im Haus.