Eine neue Studie von BSRIA (UK) und JARN (Japan) ist auf dem Markt: Ostasien und Südeuropa sind die am schnellsten wachsenden Klimamärkte der Welt, dessen Gesamtvolumen weltweit bei rund 34 Mrd. US-$ liegt und eine durchschnittliche Wachstumsrate von 4% jährlich aufweisen kann. Vor allem in Südeuropa haben die Verbraucher erkannt, dass Klimageräte längst nicht mehr zu den unerreichbaren Luxusartikeln gehören. Der wertmäßig größte Anteil am Weltklimamarkt gehört den Minisplitgeräten, deren Marktanteil auch die größten Wachstumsraten aufweist, 10% für größere Systeme und 7% für kleine Splitsysteme. Ohne Frage ist China der größte Minisplitmarkt der Welt und inzwischen auch der größte Produzent. So werden voraussichtlich in China zwischen 2000 und 2004 über 4 Mio. Einheiten verkauft, sechs mal soviel wie in Japan und Italien. Die für China stärker werdende Konkurrenz aus Korea, Thailand und Malaysia hat zu einem jährlichen realen Preisverfall von bis zu 4% geführt. Dem früheren Spitzenreiter in diesem Segment, Japan (jetzt auf Platz 2), weht inzwischen ein rauherer Wind entgegen. Weltweit gibt es nur 8 Länder, in denen jährlich mehr als 200.000 Einheiten hergestellt werden. China, Japan und Korea kontrollieren mit 85% die weltweite Produktion. Einzig Indien hat sich wegen der jüngsten militärischen Konflikte kurzfristig aus dem Wachstumsboom verabschiedet, wird aber wieder ab 2003 im Kreis der am schnellsten wachsenden Klimamärkte erwartet.
Die Gruppe der Fenstergeräte verliert weiter Marktanteile gegenüber den Splitsystemen. China, weltweit zweitgrößter Markt, verzeichnet Rückgänge von jährlich über 5%. Einzige Ausnahme sind die USA, wo Fenstergeräte über die Hälfte des Weltmarktanteiles ausmachen und wo künftig noch die einzigen Wachstumspotentiale für Fenstergeräte vorhanden sind (Carrier, Fedders, Frigidare, Freidrich, Whirlpool). Auch werden 96% der weltweit verkauften Kompaktgeräte in Nordamerika installiert, wenn auch die Zuwächse aufgrund des wirtschaftlichen Abschwunges stark abgenommen haben.
Mobile Klimageräte haben seit 1998 einen starken Aufschwung auf mittlerweile 600.000 verkaufte Geräte erlebt. Die größten Absatzmärkte liegen zur Zeit in England und Italien. Mobile Geräte gelten hier vielfach als kostengünstiger Einstieg in die Klimatisierung vor der Installation eines festen Systems, z.B. eines Splitgerätes.
Im Marktsegment der Chiller liegen die USA, wertmäßig betrachtet, an der Weltspitze (Carrier, Trane, York). Eine Ausnahme bilden Absorptionssysteme. Dagegen werden in China und Italien mengenmäßig die meisten Kaltwassersätze verkauft. Hier verzeichnet Italien eine dreimal höhere Wachstumsrate als die USA, der geschätzte Wertzuwachs in Italien liegt von 2000 bis 2004 bei rund 138 Mio. US-$. Absorptionsgeräte werden hauptsächlich in Japan, Korea und China verkauft.
Auf Anbieterseite unterliegt der Weltklimamarkt ebenfalls größeren Änderungen. Das Aufkommen der koreanischen Hersteller und der zunehmende Wettbewerb Chinas mit Japan und anderen Herstellern in Fernost vor allem im Bereich der Minisplitsysteme bringen Bewegung in die Märkte. Japanische Traditionsmarken (z.B. Daikin, Fujitsu, Hitachi, Matsushita, Mitsubishi, MHI, Sanyo, Toshiba) werden von wettbewerbsfähigen Marken aus China (Chunlan, Gree, Haier, Kelon, Midea) und Korea (LG, Samsung) vor allem auf den Exportmärkten erfolgreich herausgefordert. Und auch der Weltklimamarkt sieht sich weiterhin mit Konzentrationstendenzen konfrontiert.
Die Märkte bleiben in Bewegung - In Nürnberg wird die IKK 2002 von 16. bis 18. Oktober mit über 800 internationalen Ausstellern erneut einen umfassenden Überblick über die aktuellen Trends in der Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik bieten.