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News vom 02.08.2002

Wärmedämmung mit Energiegewinn - Solarfassade bietet Energiesparen mit System


Der Einsatz von Solarkollektoren für die Heizungsunterstützung und effektive Fassadendämmsysteme sind die beiden naheliegendsten Maßnahmen, den Energieverbrauch in Wohnhäusern zu reduzieren. Beide Techniken sind in der sogenannten Solarfassade von Energie-Technik Müller zusammengeführt.

Bei der Solarfassade. sind die Sonnenkollektoren in ein Fassadendämmsystem integriert. Durch ihre vertikale Anordnung sorgen sie das gesamte Jahr über für eine gleichmäßige und hohe Effizienz bei der Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Zudem bieten sie durch ihren modularen Aufbau eine architektonisch ansprechende Optik für große geschlossene Fassasenflächen wie sie im Mehrfamilienhaus üblich sind.

Für zehn Mauerwerke zugelassen

Für die Entwickler war es ein naheliegender Schritt, nicht nur den Wärmeverlust von Gebäuden durch Fassadendämmung zu reduzieren, sondern die Fassade durch die Integration von Solarkollektoren gleichzeitig zu Energiegewinnung für Heiz- und Warmwassererwärmung aus Sonnenstrahlen zu nutzen. Die statischen Probleme, die Flachkollektoren in einer Fassade mit nicht unerheblichen Windlasten verursachen werden, werden durch den Einsatz eines erprobten und auf das Fassadensystem abgestimmten Standard-Kollektors gelöst. Eingefasst in einen verwindungssteifen Rahmen sind die Kollektoren mit ihrer Klippmechanik gegen Herausfallen gesichert, laut Hersteller auch bei extremen Windsögen. Das 4mm dicke entspiegelte Solarsicherheitsglas könne sich bei Windlasten bis zu 2,5 cm durchbiegen, ohne dass Probleme auftreten. Das Befestigungssystem des Kollektorfeldes und der Kollektor besitzen die statische Zulassung der Landesgewerbeanstalt Regensburg für derzeit 10 der häufigsten Mauerwerke. Dies hat den Vorteil, dass Einzelzulassungen und Statikerkosten entfallen.

Unebenheiten sind kein Problem

Das System ist so konzipiert, dass eine optimale Abdichtung und ein planes Kollektorfeld auch bei unebenem Untergrund (altes Mauerwerk, abgeplatzter Putz etc.) und unterschiedlichen Wandstärken gewährleistet ist. Die maßhaltige Ausrichtung der gesamten Fläche wird durch ein Montagekreuz im linken unteren Kollektorfeld sichergestellt. Zunächst wird die gesamte Unterkonstuktion montiert und erst dann werden die Kollektoren ohne weitere Bohrungen eingesetzt. Nach der Verrohrung der einzelnen Kollektoren werden Klemm- und Abschlußprofile ohne weitere Verschraubung rutschsicher fixiert. Für die Solarfassade können die Fassaden-Kollektoren als
Komplettsystem im modularen Aufbau mit bis zu 57 Variationsmöglichkeiten in einem Feld eingesetzt werden. Diese Kollektoren sind ebenfalls hinsichtlich ihrer statischen Verwendbarkeit geprüft. Maximal lassen sich neun Reihen mit bis zu zehn Kollektoren pro Reihe montieren. Dies ergibt die maximale Abmessung von knapp 20m Höhe und 11 m Breite für das Kollektorfeld in einer Fassade. Speziell auf diesen Einsatz abgestimmte Speicher und Regelungen ermöglichen vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Mehr Effizienz im Winter

Die Installation von Flachkollektoren auf dem Dach (bei üblichen Neigungswinkel um 35°) bietet zwar im Sommer die optimale Ausrichtung, führt aber in dieser Jahreszeit oft zu einem Überangebot an Solarenergie, die ungenutzt bleibt und die thermischen Komponenten durch Stillstandtemperaturen von bis zu 190° C belastet. Werden dagegen die Kollektoren vertikal an der Fassade installiert, fällt der optimale Einstrahlwinkel der Sonne in den Winter, wenn der Energiebedarf am höchsten ist.

Wird die Gesamtkollektorfläche etwas größer gewählt als bei einer Dachinstallation, läßt sich an der Fassade das Jahr über eine deutlich ausgeglichenere Deckung des Heiz- und Warmwasserbedarfs erreichen.

Die Kollektoren sind in der Solarfassade von umgebenen Materalien vollkommen entkoppelt. Jede Kollektorgruppe umläuft ein Versorgungskanal, so dass bei Bedarf alle Anschlüsse und Leitungen inspiziert und gewartet werden können. Sogar der Austausch einzelner Kollektoren ist ohne Beeinträchtigung des Fassadensystems problemlos möglich.

Die ersten Fassadenanlagen sind seit einigen Monaten in Eberswalde, Frankfurt am Main und Mainburg in Betrieb. Sie bieten in Architektur und Stadtplanung neue Möglichkeiten, ansprechende Optik, Wohn- und Arbeitsqualität mit dem effektiven Einsatz von Energie zu verbinden.
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