Wer sich mit dem Gedanken trägt eine Eigentumswohnung zu erwerben steht zunächst vor der Frage: Bestandsimmobilie oder Neubau? In erster Linie ist dies eine Frage des Geschmacks doch in puncto Kosten sollten Sie genauer hinschauen.
Bild: © goodluz / shutterstock Neben dem Kaufpreis der Immobilie fallen die sogenannten Kaufnebenkosten wie Maklercourtage, Notargebühren oder die Grunderwerbsteuer an. Der Kaufpreis für eine Altbauwohnung kann beispielsweise augenscheinlich günstiger ausfallen, allerdings zahlen Sie oft eine zusätzliche Maklercourtage – die beim Erwerb einer Neubauwohnung vom Bauträger nicht anfällt. Zusätzlich müssen Bestandsimmmobilien oft energetisch nachgerüstet werden, auch diese Kosten sollten vorsorglich einkalkuliert werden. Halten Sie die Fördermöglichkeiten einer sanierungsfähigen Altbauwohnung dagegen, kann die Wohnung mit schöner Stuckdecke wieder zum Favorit werden.
„Verschaffen Sie sich also zunächst einen ausführlichen Kostenüberblick.“, rät Immobilienexperte Alfred Hollmann und beschreibt in seinem Ratgeber auf terrafinanz.de alle Kaufnebenkosten, die mit dem Kauf einer Immobilie einhergehen.
Bestandsimmobilie: Maßnahmen zur energetischen Sanierung einplanen
Haben Sie sich für eine Bestandsimmobilie entschieden, sollten Sie eine energetische Sanierung einplanen. Diese Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz sind nämlich noch längst nicht bei allen Wohnungen in Deutschland abgeschlossen.
Was für die energetische Sanierung spricht
Diese Maßnahmen erfordern eine erhebliche Investition, besonders dann, wenn eine komplette Sanierung ansteht. Da man jedoch immense Einsparungen bei den Heizkosten und dem sonstigen Energieverbrauch hat, amortisieren sich diese Ausgaben je nach Umfang nach ca. sieben bis fünfzehn Jahren. Und eine eigene Wohnung kauft man schließlich meist unter der Prämisse, sie auch lange zu bewohnen.
- Die Umbaumaßnahmen bringen zudem diverse Vorteile mit sich:
- Da weniger Energie verbraucht wird, tut man der Umwelt etwas Gutes
- Schimmelbildung wird verhindert
- Die Immobilie erfährt eine Wertsteigerung
- Auch die Lebensqualität wird erhöht
Welche Maßnahmen gibt es – und was kosten sie? Die energetische Sanierung besteht aus diversen Umbauten, die entweder komplett oder in Teilen durchgeführt werden können. Neue Fenster >
Anstatt der noch immer verbreiteten einfach verglasten Fenster sollte man lieber Modelle mit zwei Schieben einbauen, um Heizkosten einzusparen. Dämmt man auch die Fassade des Gebäudes, lohnen sich auch dreifach verglaste Fenster.
Solarenergie nutzen
Mit einer eigenen Solaranlage auf dem Dach lassen sich Stromkosten sparen. Zusätzlich leistet man einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.
Die Heizung modernisieren
In vielen Häusern befinden sich noch veraltete Brennwertkessel, die sich vor allem durch eine beispiellose Ineffizienz auszeichnen. Auch hier spart eine Modernisierung langfristig viel Geld.
Die Fassade oder das Dach dämmen
Dach oder Wand mit einer zusätzlichen, wärmespeichernden Schicht zu umgeben sorgt dafür, dass die warme Luft aus der Heizung innerhalb der Wohnung bleibt.
Die Kosten der verschiedenen Sanierungsmaßnahmen
| Maßnahme | ungefähre Kosten | Amortisierungszeit | Heizkosteneinsparung |
| Neue Fenster | 500 – 1.000 € pro Stück | 8 - 10 Jahren | 15 – 20 % |
| Solaranlage | 5.000 – 8.500 € | 10 - 15 Jahren | 10 - 20 % |
| Neue Heizung einbauen | 5000 – 8000 € | 7 – 10 Jahren | 10 - 15 % |
| Fassadendämmung | 6.000 – 15.000 € | 8 – 14 Jahren | 10 – 20 % |
| Dämmung des Dachs | 7.000 – 20.000 € | 8 -18 Jahren | 10 – 20 % |
Finanzielle Hilfe vom Staat
Wie gesagt: eine energetische Sanierung lohnt sich langfristig auch finanziell. Dennoch bedeutet sie eine hohe Investition, die man sich oft nicht so einfach leisten kann – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Wohnungskauf an sich eine große Investition ist. Aus diesem Grund gibt es bei er staatlichen Förderbank
KfW diverse Möglichkeiten, die Sanierung zu besonders günstigen Konditionen zu finanzieren.