Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

News vom 03.01.2018

Heizen mit Pyrolyseöl aus Restbiomasse hat Potenzial –
Deutlich geringere Treibhausgasemissionen und Ascherecycling sind möglich

Erste Zwischenergebnisse des EU-Forschungsprojekts “Residue2Heat“ zeigen, dass bei der Verwendung von Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl im Raumwärmemarkt hohe CO2-Einsparungen sowie das Recycling und nachhaltige Nutzung der bei der Herstellung entstehenden Asche zu erreichen sind.

Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl wird im Forschungsprojekt Residue2Heat aus land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt. <br />Bild: bogitw – pixabay.com
Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl wird im Forschungsprojekt Residue2Heat aus land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt.
Bild: bogitw – pixabay.com

Das europäische Forschungsprojekt hat zum Ziel, unterschiedliche Ströme von Biomasseresten für die häusliche Wärmeproduktion zu nutzen. Mit Hilfe des Schnell-Pyrolyse-Verfahrens werden Biomassereste in Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl gewandelt, das als biogener Brennstoff der 2. Generation für die Verbrennung in einer Raumheizung geeignet ist. Beim Einsatz von Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl (fast pyrolysis bio-oil FPBO) sind abhängig von der Rohstoffbasis zwischen 77 % und 95 % geringere Treibhausgasemissionen zu erwarten. Das ist das Ergebnis einer Bewertung, die im Rahmen des Projektes durchgeführt wurde. Diese Zahlen zeigen, dass die Verwendung von FPBO die Anforderungen zur Reduzierung der Treibhausgase erreichen kann, gemäß der Renewable Energy Directive (RED) der Europäischen Union und des aktualisierten Entwurfes der Direktive (RED2).

Die Rückgewinnung und das Recycling der während der Produktion von Pyrolyseöl anfallenden Asche können positive Auswirkungen für die Umwelt haben. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die im FPBO-Produktionsprozess gewonnene Asche in kleinräumig begrenzten Experimenten eine positive Wirkung auf das Pflanzenwachstum hat. Darüber hinaus scheinen die physikalisch-chemischen Eigenschaften der FPBO-Asche denen anderer Aschearten ähnlich zu sein. Ein möglicher Nutzen könnte ihr Einsatz zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft sein.

Darüber hinaus wurde für die Pyrolyseöl-Produktion auf Basis von Holzresten und seiner Verbrennung in einem Heizkessel kleiner Leistung eine Nachhaltigkeitsrisikoanalyse erstellt. Unterschiedliche Rohstoffe wie Weizenstroh, Rinde und Miscanthus wurden bei der Analyse berücksichtigt, mit dem Ergebnis dass alle untersuchten Rohstoffe zum nachhaltigen Heizen mit FPBO eingesetzt werden können. Einige mögliche Risiken wurden identifiziert, die bei der Anwendung der Rohstoffe beobachtet und berücksichtigt werden müssen, beispielsweise bei der Nachhaltigkeitszertifizierung:

  • Kohlenstoffbestand: Erhalt der Kohlenstoffbilanz des Bodens bei der Ernte
  • Indirekte Landnutzungsänderungen: Die Kultivierung darf nicht die Nahrungsmittelproduktion verdrängen;
  • Biodiversität: Erhalt der Nährstoffe und der Bodenqualität beim Einsatz von Biomasseresten;
  • Kaskadennutzung von Biomasse: Verwendung von Biomasse (-reststoffen) zuerst für Produkte (zum Beispiel Biowerkstoffe) und anschließend zur Energiegewinnung.

Das gesamte Potenzial von Pyrolyseöl aus Biomassereststoffen für den Raumwärmemarkt wird im Residue2Heat-Projekt weiter untersucht. Es werden Marktuntersuchungen zu diesem neuen Brennstoff und einem modifizierten Heizsystem durchgeführt, die weiterführendes Wissen für eine erfolgreiche Markteinführung generieren sollen. Das langfristige Ziel von Residue2Heat ist die Produktion von FPBO auf Basis von land- und forstwirtschaftlichen Biomassereststoffen, die weder für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion genutzt werden können noch zu einer indirekten Landnutzungsänderung führen. Der konzeptionelle Ansatz sieht die Nutzung von lokal anfallender Biomasse vor, die in relativ kleinen Produktionseinheiten von 20.000 bis 40.000 Tonnen Biomasse pro Jahr zu FPBO verarbeitet werden und dieses lokal an Endverbraucher zu vertreiben.

Aktuelle Forenbeiträge
fdl1409 schrieb: Es gibt natürlich ein bedeutendes Potenzial an energetisch nutzbarem Rest- und Abfallholz. Die Holzverbrennung ist aber aus einer Vielzahl von Gründen äußerst problematisch: - schlechte Nutzung...
muscheid schrieb: Stop mal! 0°C ist ja nicht die minimale Außentemperatur. Die ist meist bei -12°. Um dabei die +10° innen zu halten braucht man schon 2,6 kw. Ohne Lüftung, ohne Heizunterbrechung. Generell ist ein...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Sockelleisten, Heizkörperanschlüsse
und Steigstrangprofile
Website-Statistik