
Die börsennotierte NORDWEST Handel AG befindet sich entgegen dem Markttrend weiter auf Wachstumskurs. Das Unternehmen erwirtschaftete zum 30. Juni 2002 einen Gesamtumsatz von 1.136,5 Mio. Euro - das entspricht, trotz des insolvenzbedingten Ausscheidens der Mühl AG im April 2002, einem Zuwachs von 4,7 Prozent. Der Hauptbereich (HB) Haustechnik liegt mit 26 Prozent (459,1 Mio. Euro) über dem Vorjahresergebnis. Dieser erfreuliche Umsatzzuwachs ist auf gewonnene Neukunden in der zweiten Jahreshälfte 2001 zurückzuführen. Der HB Stahl schließt das erste Halbjahr mit einem Plus von 2,0 Prozent (278 Mio. Euro) ab. Vor dem Hintergrund der zurückhaltenden Marktentwicklung und Insolvenzen von NORDWEST-Beschlaghändlern, verzeichnet der Bereich Beschläge / Bauelemente ein Umsatzminus von 8,3 Prozent (194,6 Mio. Euro). Mit 13,5 Prozent (198,6 Mio. Euro) befindet sich auch der Werkzeuge-Bereich unter Vorjahresergebnis, womit er jedoch noch über dem derzeitigen Branchendurchschnitt liegt. Das Auslandsgeschäft zeigt mit einem Gesamtumsatz von 83,0 Mio. Euro weiterhin eine positive Entwicklung und liegt rund 40,7 Prozent über den Vorjahreswerten.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich im Berichtszeitraum auf 2.238,9 Tausend Euro nach 4.371,9 Tausend Euro im Vorjahr. Das Ergebnis ist belastet durch die erhöhte Risikovorsorge und Abschreibungen auf Zukunftsinvestitionen im IT-Bereich. Trotz des Rückgangs der Lagerumsätze um 7,7 Prozent konnte die Verbundgruppe ihren Eigenumsatz um rund 1 Prozent steigern, heißt es im aktuellen Aktionärsbrief.
Der erreichte Umsatz im Geschäftsbereich Haustechnik entspricht einer Planung von 95,5 Prozent und ist ein Hinweis darauf, dass NORDWEST sich im Bereich Haustechnik in einem deutlich wirtschaftlich härteren Umfeld bewegt, als in 2001 prognostiziert. Die überragende Geschäftsart ist die Zentralregulierung, die mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 455,3 Mio. Euro 26,4 Prozent über dem Vorjahr liegt. Insgesamt vermutet NORDWEST für die nächsten sechs Monate eine weitere Verschärfung der Wettbewerbsbedingung im Geschäftsfeld Haustechnik. Insolvenzen im Handwerk, im Handel und auch bei der Industrie verschlechtern die Aussichten für das zweite Halbjahr 2002. Den insgesamt ungünstigen Rahmenbedingungen hat der Hauptbereich in den letzten sechs Monaten verstärkte Vermarktungsaktivitäten entgegengesetzt. Die Hauptstoßrichtungen der Aktivitäten waren der Ausbau der Handelsmarke Delphis, die Fortführung und Stabilisierung der Leistungsgemeinschaften und der weitere konsequente Ausbau der Branchen-Datenbank. Im Bereich der Handelsmarke ist es NORDWEST im Juni 2002 erstmalig gelungen, einen 10-minütigen redaktionellen Beitrag im bayrischen Fernsehen über DelphisVita, die Wellness-Marke, zu platzieren. Entsprechende Nachfrage wurde auf die NORDWEST-Handelshäuser gelenkt. Im Bereich der Leistungsgemeinschaften konnten die Händler im Rhein-Ruhr-Gebiet zur Gründung einer gleichnamigen Leistungsgemeinschaft animiert werden. Zu der Haustechnik-Datenbank wird vermeldet, dass immer mehr Händler auf die Dienstleistung zugreifen und auch die Lieferanten in umfangreichem Maße Daten dort hinterlegen.