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News vom 30.09.2002

Attraktive Solarfassaden mit Vitosol Röhrenkollektoren


Kollektoranlagen für die solare Wärmeerzeugung sind technisch ausgereift und werden schon wegen ihrer ökologischen Vorteile immer öfter eingesetzt. Zwei in den zurückliegenden Monaten errichtete Referenzanlagen zeigen die volle Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten dieser Technik.

Nicht nur beim Einfamilienhaus gehört die Solaranlage heute fast schon zum Standard. So wurden im zurückliegenden Jahr rund zehn Prozent aller Neubauten in Deutschland mit einer thermischen Solaranlage ausgerüstet. Insgesamt wurden mehr als 100 000 neue Solaranlagen installiert, das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. In der Summe sind heute bereits rund 500 000 Solaranlagen in Betrieb. Aber auch in anderen europäischen Ländern nimmt die solare Wärmeerzeugung weiter zu. So waren in Europa Ende 2000 rund 10,7 Millionen Quadratmeter Kollektoren installiert. Dabei ist die Nutzung von Solarenergie nicht nur für den Neubau interessant. Auch im Zuge einer Hausmodernisierung kommen die Vorteile "des Heizens mit kostenloser Wärme von der Sonne" voll zur Geltung.

Sächsischer Umweltpreis für Fassadensolaranlage in Leipzig

Die nach Süden ausgerichteten Giebelflächen von Plattenbauten in den Neuen Bundesländern eignen sich optimal für die Installation einer Solaranlage. Zum einen sind diese Flächen fensterlos. Zum anderen kann im Zuge einer Umnutzung und Aufwertung der Gebäude deren Attraktivität deutlich verbessert werden. Diesem Konzept folgend wird seit Oktober 2001 ein Teil der Fassade des Studentenwohnheims in der Leipziger Gärtnerstraße zur aktiven Solarenergiegewinnung genutzt. Aus Verschattungsgründen - und aus Schutz vor Vandalismus - hat man im unteren Bereich der Fassade auf eine Belegung mit Kollektoren verzichtet. Hier wird die Unterkonstruktion als Gerüst für eine Fassadenbegrünung genutzt.

Zuvor angestellte Messungen hatten einen durchschnittlichen täglichen Warmwasserbedarf von 8,7 Kubikmeter (bei 55 Grad Celsius) ergeben. Nach umfangreichen Simulationen - die auch die Einflüsse saisonaler Schwankungen etwa während der Semesterferien berücksichtigten - fiel die Entscheidung für eine Anlage mit einer Absorberoberfläche von 108 Quadratmetern, mit der man einen solaren Deckungsgrad von 37 Prozent zu erreichen hofft. Zum Einsatz kommen direktdurchströmte Vakuumröhren Viessmann Vitosol 300. Da sich die Absorber in den einzelnen Röhren um bis zu 25 Grad aus der Kollektorebene drehen lassen, können die Nachteile der senkrechten Montage gegenüber einer um 45 Grad geneigten Fläche ausgeglichen werden. Das erzeugte Warmwasser wird in einem sieben Kubikmeter fassenden Behälter gespeichert.

Das vom Bauherrn, dem Studentenwerk Leipzig, mit der Auslegung und Projektleitung betraute Planungsbüro RPP, Leipzig, erhielt im Dezember 2001 den vom Sächsischen Umweltministerium ausgelobten Sächsischen Umweltpreis. Besonders hervorgehoben wurde der Modellcharakter für andere Plattenbauten.

Solare Wärmeerzeugung einer Mustersiedlung im schwedischen Malmö

Im Schatten der Öresundbrücke südlich von Malmö entstand im vergangenen Jahr im Zuge einer international ausgeschriebenen Bauausstellung der Prototyp der City of tomorrow - der Stadt von Morgen. Die im Jahr 1 nach der Jahrtausendwende und daher auf den Namen Bo 01 (Bo von Bomässa = Baumesse) hörende Leistungsshow hatte sich das Ziel gesetzt, die Versorgung mit Strom und Wärme des auf einer 180 000 Quadratmeter großen Brachfläche im ehemaligen Hafengebiet entstandenen Stadtteils mit 500 Wohneinheiten vor Ort sicherzustellen. Und zwar ausschließlich aus erneuerbaren Quellen: Sonne, Wind und Wasser. Dazu hat man die dazu benötigte Technik bewusst in die Architektur integriert; die Technik wurde zum Gestaltungselement.

Wichtiger Stützpfeiler der konsequent auf ein ökologisches Energiekonzept ausgelegten "Musterstadt" ist eine insgesamt rund 2 000 Quadratmeter Kollektorfläche umfassende Solaranlage, die den gesamten Wärmebedarf des Wohngebiets abdeckt. Alle überschüssige Energie wird an Kunden außerhalb der Mustersiedlung geliefert. Die Wärme wird mittels platzsparender Wärmetauscher übertragen. Aus Platzgründen und wegen der recht hohen Grundstückspreise hat man auf die Installation von Pufferspeichern verzichtet. Für dieses solare Wärmekonzept hat Viessmann zwei Kollektoranlagen geliefert: Anlage 1 besteht aus 150 Quadratmetern Vitosol 200 Kollektoren, von denen 60 Quadratmeter an der Fassade und weitere 90 Quadratmeter - aufgeteilt in sechs Module - auf einem Flachdach liegend montiert sind. Auch Anlage 2 nutzt Vitosol 200 Kollektoren; insgesamt 56 Quadratmeter, die wie die Kollektoren der Anlage 1 an speziell für große Windlasten ausgelegten Stahlstativen aus Edelstahl befestigt sind.
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