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News vom 20.04.2018

Häuser sind die besten Klimaschützer

Der BDI präsentiert seine Studie zu „Klimapfaden“ für die Immobiliensparte: Gebäude sind am weitesten bei CO2-Reduzierung. Massiver Ausbau von Wärmepumpen und Sanierung nötig.

Bild: Pixabay/paulbr75
Bild: Pixabay/paulbr75

Wohnhäuser und Geschäftsgebäude sind die effizientesten Klimaschützer in der deutschen Wirtschaft. Zwischen 1990 und 2015 hat dieser Bereich seinen Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid (CO2), um 39 Prozent gesenkt und verzeichnet damit den „relativ stärksten Rückgang von allen Sektoren“, heißt es in einem aktuellen Gutachten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, verringern Eigenheime, Werkshallen und Bürotürme bis 2050 ihre Emissionen um 71 Prozent.

Das ist viel, aber nicht genug. Denn das deutsche Klimaziel sieht vor, die Treibhausgase bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu verringern. Das Pariser Klimaabkommen und der schnell fortschreitende Klimawandel fordern, dass vor allem die Industriestaaten ihre Kohlenstoff-Diät noch verschärfen und Emissionen möglichst schnell und effektiv senken. Der BDI hat deshalb ein umfangreiches Gutachten zu „Klimapfaden für Deutschland“ bei den Beratungsfirmen Boston Consulting und prognos in Auftrag gegeben. Das Fazit: Minus 80 Prozent bis 2050 seien „grundsätzlich technisch und ökonomisch machbar“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf bei der Präsentation im Januar. „Eine Reduktion um 95 Prozent würde nach heutigem Stand allerdings auf erhebliche Probleme bei Akzeptanz und Umsetzung stoßen und wäre nur realistisch, wenn es global in allen wichtigen Wirtschaftsräumen vergleichbare Anstrengungen gäbe.“

Das Gutachten gilt für die gesamte deutsche Wirtschaft. Fast ein Jahr lang haben 200 Experten aus 68 Verbänden und Unternehmen zusammengetragen, wie die Trends in den Bereichen Industrie, Energiewirtschaft, Verkehr und Gebäude aussehen. Mit diesem „Reality-Check“ begleitet die Industrie die Debatten um Klimaziele, Kohleausstieg und ein geplantes Klimagesetz der Bundesregierung – und will zeigen, „welche Erfüllungslücke zwischen heutiger Politik und langfristigen politischen Zielsetzungen klafft – und wie sich diese Lücke schließen lässt“, heißt es vom BDI.   

Da haben die Gebäude eine gute Chance, zu echten Klimaschützern zu werden. Das wurde bei einer Veranstaltung des BDI am 16.April klar, wo dieser Teil des Gutachtens mit Vertretern von Regierung, Immobilienwirtschaft und Experten diskutiert wurde. „Anders als in anderen Bereichen sind die Ziele bei Gebäuden mit den vorhandenen Techniken zu erreichen“, sagte Stefan Schönberger von „Boston Consulting“, einer der Autoren. Bislang tragen Gebäude zu 14 Prozent zu den deutschen Klima-Emissionen bei, über 90 Prozent davon kommt aus Gas- und Ölkesseln für Raumwärme und Warmwasser. In der Zeit, wo die Gebäude ihren CO2-Fußabdruck um 39 Prozent gesenkt haben, hat die Industrie 33 Prozent erreicht. Die Energiewirtschaft kommt nur auf ein Minus von 22 Prozent. Und der Verkehr, das größte Sorgenkind der Klimaschützer, hat seit 1990 praktisch kein CO2 reduziert.      

Für eine bessere Ökobilanz der Häuser schlagen die Gutachter deshalb vor, die Heizkessel  durch Wärmepumpen zu ersetzen: Bis 2050 sollten unter deutschen Dächern 14 bis 16 Millionen dieser elektrisch betriebenen Pumpen verbaut werden, die dann etwa die Hälfte des Verbrauchs von Endenergie abdecken sollen. Fernwärme-Heizungen sollen bis zu einem Anteil von 21 Prozent ausgebaut werden, die Solarthermie auf 9 Prozent steigen. Biomasse solle lieber in der Industrie genutzt werden, ihr Anteil solle auf 3 Prozent sinken.

Vor allem aber fordern die Experten eine schnellere energetische Renovierung der Gebäude. Von derzeit 1,1 Prozent jährlicher Sanierung des Bestandes müsse der Anteil auf 1,7 bis 1,9 Prozent steigen und dabei auch noch effizienter werden. Das sei aber auch die Grenze, meinte Schönberger: „Bei Sanierungsquoten über 2 Prozent wird es unwirtschaftlich.“ Weiter müssten Neubauten konsequent weniger Energie verbrauchen und bis 2050 „annähernd Passivhausniveau“ erreichen. Und schließlich sollte der Energieverbrauch bei Beleuchtung und „weißer Ware“ wie Kühlschränken und Waschmaschinen weiter sinken. Für wirklich anspruchsvolle Klimaziele müsste der gesamte Gas- und Ölverbrauch auf Öko-Gas oder andere Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen umgestellt werden.

Die Investitionen für diesen Kurs hat der BDI ebenfalls berechnen lassen: 480 Milliarden Euro müssen bis 2050 insgesamt dafür fließen, wenn minus 80 Prozent das Ziel sind. Rechnet man die Ersparnisse durch weniger Öl- und Gasverbrauch heraus, betragen die Mehrkosten dieses Klimaschutz-Szenarios 130 Milliarden Euro über 34 Jahre. Nicht berücksichtigt dabei sind die vermiedenen Kosten durch weniger Umwelt- und Gesundheitsschäden und bessere Luftqualität. Insgesamt sieht der BDI für das Klimaziel von 80 Prozent für die deutsche Volkswirtschaft eine „schwarze Null“ stehen.

Die Wirtschaft erhofft sich vor allem „bessere Rahmenbedingungen und steuerliche Anreize“, sagte Maria Hill vom Zentralen Immobilien-Ausschuss Energie- und Gebäudetechnik. Auf der Wunschliste stehen bessere Regelungen und Hilfen bei der energetischen Sanierung und dem Umstieg auf Wärmepumpen – die beiden Bereiche machen mehr als drei Viertel der Mehrkosten aus. Der Staatssekretär aus dem Bundesbauministerium, Gunther Adler, versprach, man werde sich die Problemfelder ansehen: Die Regeln für den Einsatz von erneuerbaren Energien in Gebäuden, die Steuerfragen bei der Sanierung und ungeklärte Fragen zwischen Mietern und Vermietern über die Umlage von Sanierungskosten.

Den Klimawandel merken die Häuslebauer übrigens nicht nur in Prognosen, sondern auch in harten Zahlen. Weil die Durchschnittstemperatur in Deutschland seit 1850 um etwa ein Grad Celsius angestiegen ist, muss weniger geheizt und mehr gekühlt werden. Das BDI-Gutachten nimmt an, dass 2050 die Tage mit Heizung um 13 Prozent abnehmen – aber die Anzahl der Tage mit Kühlung dafür um 57 Prozent ansteigt.

Aktuelle Forenbeiträge
Infi01 schrieb: Hi Winni, ich geb dir recht, dass ich die Zahlen selbst addieren muss. Wenn ich meine eigenen Zahlen (die paar, die ich habe) addiere ist das aber bei weitem nicht das Ergebnis. Leider! Meine Verständnisfrage...
tw01d048 schrieb: Hallo, hab mir das ganze jetzt nochmal im Detail angesehen. Die Judo Anlage hat offenbar 2 Motoren verbaut. 1 Motor (schwarz) sitzt direkt beim Einlass (wahrscheinlich zur Regelung des Wasserzuflusses?)...
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