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News vom 10.09.2018

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür Smart Home zu nutzen.

Smart Home 2018: eine Bestandsaufnahme - Teil 1

Das Smart Home umfasst bekanntermaßen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten: Angefangen von der programmierbaren Steckdose über die Steuerung der Heizungsthermostate bis hin zur Automatisierung der Jalousien. Doch nicht jede Anwendung ist gleich viel verbreitet. So sind neuesten Studienergebnissen zufolge intelligente Schalter, Steckdosen und Leuchten unter den Smart Home-Anwendungen vergleichsweise am häufigsten in Gebrauch, während es beispielsweise bei smarten Türschlosssystemen noch sehr viel Luft nach oben gibt. Doch mit der Ausbreitung von Smart Home rücken verstärkt auch andere Fragen in den Mittelpunkt: Mit welcher Hardware werden die Komponenten am häufigsten bedient und wer installiert die smarten Geräte? Welche Anbietergruppen haben zurzeit die Nase vorn? Telekommunikationsunternehmen, Stromversorger oder doch die klassischen Haustechnikhersteller?

Bilder: Deloitte
Bilder: Deloitte

Smart Home ist erwachsen geworden und hat sein Image als „Technikspielerei für Nerds“ so gut wie ablegen können. Natürlich braucht es jedoch noch eine ganze Weile, bis in den meisten Haushalten die unterschiedlichsten Endgeräte miteinander kommunizieren. Aktuell nutzen zwischen 16 und 24 Prozent der Deutschen mindestens eine der zahleichen Smart Home-Anwendungen – je nachdem, welche Studienergebnisse man zurate zieht.

Dabei zeigt sich, dass sich bestimmte Smart Home-Lösungen besonderer Beliebtheit erfreuen. Nach Angaben der Smart Home Consumer Survey von Deloitte sind bereits 18 Prozent der befragten Konsumenten Nutzer von intelligenten Schalter und Steckdosen. Darüber hinaus gibt jeder zehnte Befragte zu Protokoll eben solche smarten Steckdosen und Schalter im nächsten Jahr erwerben zu wollen. Weitere 28 Prozent zeigen ein grundsätzliches Interesse daran, ihre Schalter und Steckdosen miteinander zu vernetzten. Mit ein Grund für das relativ große Potenzial bei smarten Steckdosen und Schalter dürfte auch in den niedrigen Anschaffungskosten liegen.

Eine weitere beliebte – und ebenfalls vergleichsweise günstige – Smart Home-Anwendung sind smarte Leuchten. Gut 12 Prozent der befragten Endverbraucher nennen diese Art von Leuchten jetzt schon ihr Eigen. Zugleich findet fast jeder dritte Befragte (30 Prozent) diese spezielle Anwendungsmöglichkeit grundsätzlich interessant. Auch bald schon als „Smart Home-Klassiker“ zu bezeichnende Anwendungen wie etwa intelligente Thermostate oder Alarmsysteme zeigen viel Potenzial (Kaufabsicht: 12 bzw. 11 Prozent; grundsätzliches Interesse: 33 bzw. 34 Prozent). 

Doch nicht alles, was smart ist, gefällt auch den Konsumenten. So rangieren beispielsweise smarte Türschlösser nicht ganz so hoch in der Gunst: Gerade mal 4 Prozent der befragten Verbraucher geben an, ein smartes Türschloss zu nutzen. Gerade mal 5 Prozent der Befragten wollen sich solche intelligenten Schließsysteme nächstes Jahr anschaffen und nur 20 Prozent erachten diese Schlosslösungen für interessant. Diese eher zögerliche Haltung der Verbraucher bei den smarten Verriegelungssystemen dürfte zum Teil auch mit den großen Bedenken hinsichtlich einer 100-prozentigen Hacksicherheit der Systeme zusammenhängen. Gut möglich, dass die Mehrheit der Konsumenten wohl auch weiterhin lieber auf die klassischen analogen Schlüssel setzen werden, als wie auf ausgeklügelte High-End Zutrittssysteme, bei denen die Haustür über das eigene Handy per Bluetooth geöffnet wird.

Wie eingangs erwähnt, befindet sich der Smart Home-Markt immer noch in der Wachstumsphase. Dabei gibt es durchaus Überlegungen, die für die Hersteller von Smart Home-Komponenten wichtig sind. So sind neben den Herstellern aus der Haustechnik auch andere große Player auf dem Markt, die ebenfalls kräftig um die Gunst der Kunden buhlen – wie etwa Telekommunikationsunternehmen, Stromversorger oder CE-Hersteller, die aus der Konsumentenelektronik kommen (Sony, LG, Samsung usw.). Doch welche Anbietergruppen bevorzugen die Konsumenten am meisten?

Auch die Frage, womit die Smart Home-User ihre Infrastruktur steuern, ist von einer gewissen Relevanz für die Hersteller. So könnten einige Produzenten vor der Wahl stehen, ob sie nun vor allem Apps zur Steuerung der eigenen Komponenten entwickeln oder lieber selbstentworfene Hardwarekomponenten (z.B. Fernbedienung oder Touch Panels) in den Markt bringen.

Daneben ist die Frage, wer das System im Endeffekt installiert, ebenfalls von gewisser Bedeutung. Falls Smart Home-Systeme vorzugsweise durch professionelle Handwerker installiert würden, dann könnte es sich für die Hersteller lohnen, sich in diesem Punkt enger an das Fachhandwerk zu binden – etwa durch einen Stamm von festen Handwerkspartnern.

Anbietergruppen für Smart-Home-Lösungen

Eine Vielzahl unterschiedlicher Anbietergruppen tummeln sich auf dem Smart Home-Markt. Ganz vorne liegen dabei unter anderem Produzenten, die eigentlich aus dem sogenannten „Consumer Electronics“-Segment kommen. So bevorzugen 33 Prozent der befragten Verbraucher eben diese CE-Hersteller wie Sony, LG oder Samsung. Der Grund hierfür ist jedoch einleuchtend, da diese Hersteller meistens nur einen bestimmten Teil des Smart Home Marktes abdecken: den eher baufernen Bereich, wie etwa vernetzte Haushaltsgeräte, Fernseher, Lautsprecher usw. Da diese Geräte ebenfalls unter das Stichwort Smart Home fallen – wobei hier wohl eher das „smart“ als wie das „home“ im Vordergrund stehen – ist der Anteil dieser Anbietergruppe vergleichsweise groß. Dies ist wenig überraschend, da mittlerweile viele Smart Home Nutzer eher Endgeräte aus der Unterhaltungselektronik ihr Eigenen nennen.

Neben diesen eher unterhaltungslastigen Anbietern von Smart Home-Geräten bevorzugt jeder vierte Verbraucher die Lösungen der verschiedenen Telekommunikationsunternehmen (24 Prozent) oder klassischer Hauselektrikhersteller (23 Prozent). Hier kommt man auf Produktebene schon eher in den Bereich des „intelligenten Hauses“, da diese beiden Anbietergruppen – vor allem die Hauselektrikhersteller – ihren Fokus klar auf die Steuerung gebäudetechnischer Anlagen und Bauteile setzten. 

Allerdings sollte man von der Logik her die in der Umfrage als „reine Smart-Home-Anbieter“ gekennzeichneten Unternehmen (mit 17 Prozent) größtenteils zu den Herstellern für Hauselektrik hinzuaddieren. So sind Unternehmen wie z.B. Somfy vom Produktportfolio ausgehend betrachtet eher als Antriebshersteller für die Gebäudetechnik (Rollläden, Jalousien, Markisen) in der Baubranche bekannt – Smart Home als weiteres Standbein kam erst die letzten Jahre hinzu. Eine starre Trennung zwischen Hersteller für Hauselektrik und „reinen Smart-Home-Anbietern“ ist daher größtenteils als akademische Übung zu betrachten.

Darüber hinaus haben die Studienautoren einen weiteren wichtigen Bereich vergessen – oder zumindest nicht deutlich dargestellt: die Heizungshersteller. Schließlich ist die smarte Steuerung der Heizungsanlage eines der beliebtesten Anwendungen aus Verbrauchersicht und fast alle bekannten Marken aus der Heizungsbranche bieten mittlerweile ebenfalls eigenen Smart Home-Lösungen an.

Interessanterweise befinden sich die Internetkonzerne am Ende der Beleibtheitsskala. So gibt gerade mal jeder zehnte Befragte an, Amazon, Apple und Google als bevorzugten Smart Home-Lieferanten zu wählen. Dies hat gleich mehrere Gründe: zum einen sind viele deutsche Verbraucher immer noch besonders skeptisch, wenn es um die großen Internetriesen geht. Darüber hinaus ist fraglich, ob man – salopp formuliert – überhaupt will, dass einem Alexa & Co. die Heizungen regeln oder die Überwachungskameras steuern. 

Weiterführende Informationen dazu und zum Thema 'Smart Home' erscheinen am 11.09.2018.

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