CE-Branche nutzt e/home als strategische Plattform "Es ist selbstverständlich kein Zufall", so der Vorsitzer des Fachverbandes Consumer Electronics im ZVEI, Andrä B. Herrmann, "dass wir unser Symposium Innovative Consumer Electronics in die e/home integriert haben. Auf dieser Messe werden die vielfältigen Aspekte der Vernetzung und des Intelligenten Heims dargestellt. Und dieser expandierende Markt für Systeme und Produkte ist gerade auch für die Anbieter elektronischer Konsumgüter außerordentlich interessant. Unsere Unternehmen nutzen diese Veranstaltung als strategische Plattform für die Entwicklung zukünftiger Märkte. Hierbei bilden Digitaltechnik und wachsende Interaktivität in den Broadcast-Medien eine wichtige Rolle."
Dabei geht es nicht nur um hochinteressante technische, sondern auch um beachtliche wirtschaftliche Perspektiven, wie Herrmann an Zahlen erläuterte. So rechne das Fraunhofer Institut damit, dass rund 50 Millionen Wohn- und kleine Gewerbeeinheiten im deutschsprachigen Raum für die Vernetzung in Frage kommen. Werden für die Grundausstattung etwa 15.000 Euro veranschlagt, so errechne sich schnell ein Umsatz von 7,5 Milliarden Euro, wenn nur ein Prozent der Haushalte in den nächsten Jahren vernetzt würde. Keine Frage, hier eröffnet sich für viele Unternehmen dieses Bereichs ein außerordentlich attraktiver Markt.
Brücke zwischen Fernsehen und Internet Über die Vorzüge und Funktionsvielfalt der Multimedia Home Platform (MHP) sprach Dr. Georg Lütteke, Philips Consumer Electronics, in seinem Plenumsvortrag auf der e/home. Nach einer kurzen Darstellung moderner Bild- und Tonspeicherungsverfahren und -geräte widmete er sich ausführlich dem digitalen Fernsehen, das ein deutlich größeres und vielfältigeres Inhalteangebot ins Haus bringe. So ermögliche es neue interaktive und multimediale Anwendungen wie elektronische Programmführer, Super-Teletext im Internetformat, Zusatzinformationen zu laufenden Sendungen, Zuschauerabstimmungen mit der Fernbedienung, Spiele, E-Mail, SMS und Internetzugang. Der große Vorteil: Die Multimedia Home Platform bietet einen einheitlichen offenen Software-Standard für interaktive Anwendungen und Set-Top-Boxen. Sie beinhaltet eine einheitliche digitale Sprache für die neuen interaktiven Anwendungen, die von jeder Set-Top-Box verstanden wird, so der Referent. Der Endkunde brauche sich nur noch eine Set-Top-Box zu kaufen. Außerdem ermögliche MHP den Internet-Zugang und sei damit zugleich ein echtes Konvergenzprodukt. Denn es verbinde die Welten von TV-Gerät und Computer beziehungsweise Fernsehen und Internet.
Die großen deutschen Rundfunkanstalten und führenden Gerätehersteller werden nach den Worten Lüttekes mit MHP-Anwendungen und -Produkten noch in diesem Herbst auf den Markt kommen. Er sagte, dass der MHP-Standard auch die Peripheriegeräte wie digitale Recorder und die digitalen Heimnetze mit einschließen wird. Home Entertainment im digitalen Zeitalter werde damit auf eine neue Basis gestellt. Geräteseitig sei deshalb das MHP-Konzept nicht nur auf die Empfangsseite und die Set-Top-Box begrenzt, sondern schließe das Heimnetzwerk und alle darin eingebundenen Peripheriegeräte mit ein. Dazu können zum Beispiel verschiedene Speicher- und Wiedergabegeräte sowie Tuner, Keyboards, Drucker, Modems, Telefone, aber auch Computer und deren Peripheriegeräte gehören.
Das E-Home kann man kaufen - auch für kleines Geld
Mit dem "internet controller ic.1" der ICONAG kann jeder, der etwa 1.500 Euro investiert, sein Haus zum E-Home machen. Ein Installateur muss lediglich das mit dem European IT-Prize 2002 ausgezeichnete Gerät in den Schaltschrank einbauen. Es bietet dann die nach der jüngsten Studie des Berliner Instituts für Sozialforschung bei Verbrauchern gefragtesten Funktionen: Energieeinsparung, Sicherheit und Komfort. Der Clou: Auch wenn das Haus keinen festen Internetanschluss besitzt, kann der Eigentümer jederzeit über jeden Internetzugang zum Beispiel im Büro oder vom Wap-Handy auf sein Heim oder Wochenendhaus zugreifen. Das Gerät wird hierfür lediglich im Sicherungskasten montiert, mit der Telefonleitung verbunden und auf dem herstellerneutralen Internetportal www.domoport.de angemeldet. Von dort aus wird die Verbindung ins E-Home hergestellt.
Nach der Installation verfügt der Hausbesitzer über eine Alarmanlage, die Einbrecher auch durch Anwesenheits-Simulation oder Lichteffekte abwehren kann. Weiterhin ist er in der Lage, seine Heizung bei Verlassen der Wohnung zu senken, Zeitprogramme zu hinterlegen oder auch fernzusteuern. Bei Abwesenheit informiert der "internet controller ic.1" über Ungewöhnliches wie Leckagen oder Heizungsausfall während des Winterurlaubs. Auch eine Alarmierung ist möglich, falls eine kranke Person einen Notfallknopf drückt. Da das Gerät ebenfalls Videobilder verarbeiten und speichern kann, versendet es bei Bedarf Aufnahmen, die zeigen, wer in der vergangenen Woche an der Haustür geklingelt hat oder wer gerade einen Hauseinbruch versucht. Auf Wunsch ist auch das Verbrauchsverhalten für Energie oder Wasser dokumentiert und grafisch darstellbar. (Kontakt: Sabine Stosch)
Kommunikations-Server für den Inhouse-Bereich
Noch gibt es im Inhouse-Bereich verschiedene Netze und Endgeräte für verschiedene Zwecke. Beispiele für moderne Vernetzungslösungen sind der Einsatz von ISDN und DECT für die Telekommunikation, EIB (European Installation Bus) für die Automatisierung und Steuerung von Gebäudefunktionen und in vielen Fällen auch LAN (Local Area Network) für den Datenverkehr. Auch zukünftig wird es unterschiedliche Netze für verschiedene Anwendungen geben. Bisher fehlt jedoch eine offene flexible Plattform, die es erlaubt, unterschiedliche Netztechnologien miteinander zu verbinden sowie Kommunikations- und Informationsdienste zwischen verschiedenen Netzen abzubilden.
Mit einer offenen Integrationsplattform in Gestalt eines zentralen Kommunikations-Servers befasst sich die Fraunhofer-Einrichtung (ESK) für Systeme und Kommunikationstechnik und stellt dieses Projekt auf der e/home vor. Dieser Server kann verschiedene Geräte oder Funktionen miteinander verknüpfen. Gleichzeitig arbeitet er als Access Gateway und stellt die Verbindung zu einem breitbandigem Zugangsnetz her. (Kontakt [email protected])
Hausgerätesteuerung über das Familienterminal
Per Computer, Telefon oder Handy lässt sich ein "Intelligentes Haus" steuern. Sogar die Ausstattung der Wohnung mit Mikrofonen ist zukünftig denkbar, so dass die Geräte und Anlagen mittels Spracheingabe gesteuert werden können. Kernstück von "Miele@home" ist eine zentrale Steuerung im Haus zur Gerätebedienung und zur externen Kommunikation. Die Bedienung läuft über einen Flachschirm, einen Touchscreen, in der Küche, der auf Fingerdruck reagiert. Der dazugehörige Rechner ist im Oberschrank untergebracht, der Bildschirm wird bei Nichtbenutzung weggeklappt. Über den Touchscreen, dem "Familienterminal", können alle elektronisch gesteuerten Hausgeräte angewählt werden. Dabei geht Miele@home weit über einfache Kontrollfunktionen hinaus, also zum Beispiel, ob der Herd ausgeschaltet ist. So ist die Waschmaschine in der Lage, quasi eigenständig im Bedarfsfall den Kundendienst zu rufen und auch gleich die Fehlerdaten zu übermitteln. Und der Miele-Kundendienst kann nach Abstimmung mit dem Kunden neue Programmdaten über die Update-Funktion einspeisen, ohne ins Haus zu kommen. Durch die Verbindung mit externen Anbietern eröffnet dieses System viele weitere Anwendungsmöglichkeiten wie Internet, Einkaufslisten-Hilfe, Kochrezepte, elektronischer Familienkalender/Terminplaner/Notizzettel und sogar Fernsehen. - Miele ist eine von 17 Partnerfirmen des Innovationszentrums "Intelligentes Haus Duisburg", das auf der e/home vorgestellt wird und von den Messebesuchern per Handy, Notebook oder Minicomputer ferngesteuert werden kann. (Kontakt: [email protected])