
Die Kampmann GmbH hat sich mit dem Boden- und Fassadenklimasystem Kavent der Herausforderung nach einer gesunden Arbeitsumgebung in multifunktionalen Gebäudekomplexen gestellt und präsentiert ein richtungweisendes Produkt mit Zugang zur Außenluft.
Zentrale Fragestellungen führten zu der Entwicklung neuer Klimasysteme: Warum muss Außenluft zur Klimatisierung weit entfernt ihres Bestimmungsortes angesaugt werden, über aufwändige, platzraubende, zentrale Anlagen aufbereitet und dann über große Entfernungen durch Kanäle in die Räume von Bürogebäuden gebracht werden? Ist der Nutzer selbst doch oft nur wenige Meter von der frischen Außenluft entfernt.
Weshalb müssen weiterhin aufwändige, zentrale Anlagen in Kombination mit komplexen Regelungen dafür sorgen, dass eine angenehme Arbeitsatmosphäre entsteht? Die einzelnen Raumnutzer würden es vermutlich vorziehen, ihr Arbeitsplatzklima individuell zu beeinflussen.
Schlecht gewartete Klimaanlagen mit ihren nachfolgenden, weitverzweigten Kanalsystemen und eine schwierige Regelbarkeit der Einzelräume gerieten immer öfter in den Verdacht, die Unzufriedenheit über Luftqualität und Behaglichkeit auszulösen. Erfahrungen dieser Art mündeten in immer wieder neu entflammenden Sick-Building-Diskussionen. Bisherige Klimasysteme wurden mehr und mehr in Frage gestellt und neue Lösungen gefordert.
Der grundlegende Ansatz, hinsichtlich der Klimatisierung einen sparsamen Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Raum voranzutreiben, führte unmittelbar zu den beiden möglichen Einbauorten und damit zu zwei unterschiedlichen Klimasystemen: Kavent BA und Kavent F.
Bodenklimasystem – untergebracht im Doppelboden Das Bodenklimasystem ist ein kompaktes Unterflursystem für den Einbau im Doppelboden. Die bauliche Abstimmung auf jedes vorgegebene Gebäuderaster ist realisierbar: Neben den Standardmaßen sind bei der Kampmann GmbH auch individuell angepasste Zwischenlängen erhältlich.
Die dezentrale Lüftung für Heizen oder Kühlen kann separat, z. B. durch Fugen über den Flur abgesaugt werden. Die Außenluftansaugung erfolgt direkt über die Fassade, je nach baulichen Gegebenheiten, z.B. über Ansaugöffnungen unterhalb wettersicherer Fassadenelemente.

Praktisch und hygienisch ist die rostabgedeckte Bodenwanne von Kavent BA, aus der ein

Hochleistungswärmetauscher in Kupfer-Aluminiumausführung hochgeklappt werden kann. Außenluftfiltereinschub, motorbetätigte Außenluftklappe und Elektroanschluss sind über die Rostabdeckung zugänglich. Das Rost lässt sich einfach abnehmen, wodurch eine einfache Reinigung und Wartung des Systems gewährleistet wird. Für den Einsatz in hohen Gebäuden mit den dabei entstehenden hohen Differenzdrücken durch Windeinfluss ist optional ein einstellbarer Volumenstrombegrenzer einsetzbar, der ungewollt hohe Außenluftmengen wirksam verhindert.
Kavent BA eignet sich durch seine Doppelfunktion (Heizen/Kühlen und Lüften) und durch seine Anordnung im Boden optimal zur Erwärmung ausgedehnter Fensterfronten mit Kaltluftabschirmung im Winter. Selbstverständlich deckt das System auch im Sommer eine erhöhte Kühllast zuverlässig ab. Die kompakte Bauweise und geringe Bauhöhe erlauben den Einsatz in Doppelböden mit einer geringen Mindesthöhe von nur ca. 230 mm. Die abdeckenden Roste passen sich in einer großen Auswahl an die gewünschte Raumoptik an.

Die großflächigen Luftauslässe der Bodenkanäle ermöglichen angenehme Luftaustrittstemperaturen und geringe Luftgeschwindigkeiten sowie geringe Schalldruckpegel. Somit wird eine angenehme Beheizung oder Kühlung, verbunden mit turbulenzarmer Belüftung, garantiert.
Ein interessanter Aspekt ergibt sich aus der baulichen Kombinationsmöglichkeit mit anderen Bodenkanalvarianten aus dem Hause Kampmann. Die Bodenkanalheizungen Katherm HK (zum Heizen und Kühlen) oder Katherm QK (Heizen mit Querstromgebläse) korrespondieren durch einheitliche Baubreiten und Raster mit Kavent BA.
Fassadenklimasysteme – Die Technik steckt in der Außenhaut Das Fassadenklimasystem wurde unter den gleichen Gesichtspunkten wie das Bodenklimasystem entwickelt, jedoch steckt hier die Technik in der Gebäudehaut. Der Luftaustausch erfolgt auch hier auf kürzestem Wege ohne Luftkanäle. Die Einheiten lassen sich ebenso individuell an das jeweilige Gebäuderaster anpassen.
Da das Raumangebot in der Fassade oft genügend groß ist, finden in diesem Klimasystem zusätzlich auch ein Abluftventilator und ein leistungsstarker Plattenwärmetauscher zur Wärmerückgewinnung Platz. Die Zuluft und Abluft wird gefiltert, was u.a. auch dem Schutz des Plattenwärmetauschers vor Verschmutzung dient. Weiterhin zeichnet Kavent FW ein Stellantrieb mit Federrücklauf für eine kombinierte Außenluft/Abluftklappe aus.
Zur Ergänzung des Systems mit Außenluftanschluss und Wärmerückgewinnung sind Umluftsysteme zwecks Abdeckung des Restwärmebedarfs und der Spitzenkühllast in gleichem Raster einsetzbar. Integrierte Konvektoreinheiten für natürliche Konvektion können zur Grundlastheizung und während der Absenkzeiten (Nachtbetrieb) vorgesehen werden.
Die Verkleidungen bieten ein formschönes Design. Sie lassen sich aber auch nach speziellen Wünschen des Architekten oder Bauherren individuell gestalten.
Regelung
Für die Regelung der Klimasysteme sind verschiedene Konzepte realisierbar. Von der einfachsten Lösung durch Ansteuerung über Raumthermostate bis hin zur Einbindung in die zentrale Gebäudeleittechnik sind alle Varianten möglich. Gemeinsam haben alle Lösungen jedoch, dass durch die dezentrale Regelung dem Raumnutzer immer die Möglichkeit gegeben wird, selbst auf das Arbeitsplatzklima Einfluss zu nehmen.
Einsatzbereiche
Die Vorteile dieser kompakten Klimasysteme für den Einsatz im Objektbereich von Büro- und Verwaltungsgebäuden kommen bei folgenden Gegebenheiten besonders zum tragen:- Bei Forderung nach Lüftung im Fensterbereich und hoher Behaglichkeit in Fensternähe.
- Als wirtschaftliche Alternative zu konventionellen, zentralen Lüftungs- und Klimaanlagen mit individueller Regelung.
- Für Einsatzbereiche, bei denen die ineinander greifenden Funktionen von Heizung, Kühlung, Lüftung individuell beeinflusst werden sollen.
- Für Sanierungen, bei denen bestehende Gegebenheiten den Einbau einer konventionellen, zentralen Lüftungs- und Klimaanlage nicht zulassen oder auf eine Steigerung von Komfort und Energieeinsparung Wert gelegt wird.
- An Standorten, bei denen aufgrund des geforderten Schallschutzes nicht natürlich gelüftet werden kann (durch Öffnen der Fenster).
- Bei Fassaden, die aufgrund des steigenden Sicherheitsbedürfnisses eine hohe Durchbruchhemmung aufweisen müssen und daher ein kontrolliertes Öffnen der Fenster nicht zulassen.
- In Kombination mit anderen Systemen wie Kühldecken, Kühlbalken oder Bauteilaktivierung.
Einsparpotenziale
Durch das Konzept der dezentralen Lüftung in Modulbauweise direkt in der Gebäudehülle bzw. in deren unmittelbarer Nähe sind erhebliche Kosteneinsparungen möglich.
Einsparung bei den Investitionen durch:- Wegfall der technischen Zentralen und der Kanalführung.
- Wegfall aller brandschutztechnischen Einrichtungen für die Luftführung zwischen verschiedenen Brandabschnitten innerhalb des Gebäudes, deren Überwachung und Wartung.
- Wegfall aufwändiger, komplizierter Regeltechnik und deren Überwachung.
- Geringe Planungskosten und kurze Einbauzeiten.
- Nutzflächengewinn infolge Serviceflächenverminderung, Verminderung der Kubatur und damit der allgemeinen Baukosten.
Erhebliche Senkung der raumklimatisch bedingten Betriebskosten durch:- Wegfall des Transportenergieaufwandes von der technischen Zentrale über Kanäle zu den Räumen.
- Wegfall von Verlusten durch ungewollte Klimatisierung ungenutzter Arbeitsbereiche.
- Verbesserte Wirkungsgrade bei der Luftförderung infolge Verringerung der Verluste im Teillastbetrieb zentraler Anlagen.
- Wärmerückgewinnung durch Plattenwärmetauscher (Kavent FW). Die Lüftungswärmeverluste und damit die Energiekosten werden erheblich reduziert (Wärmerückgewinnungsgrad ca. 60 %).
Zudem ist durch die positiven Eigenschaften der dezentralen Lüftung bezüglich Luftqualität und individueller Einflussnahme auf das Raumklima eine Steigerung der Schaffenskraft und eine Senkung des Krankenstandes bei den Raumnutzern zu erwarten.
Fazit
Anforderungen an die Belüftung von großen Büro- und Verwaltungsgebäuden lassen sich kostengünstig und rationell durch dezentrale, kompakte Klimasysteme lösen. Das Kalt- und Warmwassernetz zum Energietransport ist platzsparend, kostengünstig und sehr gut regelbar. Die Montage der Geräte in der Fassade oder besonders im Boden ermöglicht individuelle und variable Gebäudenutzungskonzepte.