Nach einem erfolgreich verlaufenden Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen bringt die Deutsche Shell GmbH ihr schwefelarmes Heizöl "Thermo Eco-Ultra" nun auch in weiteren Regionen Deutschlands auf den Markt. Die neue Heizölqualität kennzeichne sich vor allem durch den um 75 Prozent niedrigeren Schwefelgehalt (0,05%) gegenüber des zulässigen Grenzwertes der DIN 51603-l (0,2%). Durch den reduzierten Schwefelgehalt im Gegensatz zur konventionellen Heizölqualität blieben die Kessel-Heizflächen länger sauber. Eine Reduzierung des Energieverbrauchs sei die Folge, so Dr. Jochen Weise, Leiter Commercial Sales bei der Deutschen Shell GmbH, anlässlich einer Pressekonferenz in Hamburg, Daneben hinterlasse das Produkt deutlich weniger Ablagerungen im Heizungssystem, da Lager- und thermische Stabilität verbessert worden seien. „Mit Shell Eco-Ultra stoßen wir die Tür auf für die Öl-Brennwerttechnik und schaffen eine umweltfreundliche Alternative auf dem Wärmemarkt. Das Umweltbundesamt und auch namhafte Vertreter der Heiztechnikhersteller begrüßen die Entwicklung und Bereitstellung eines niedrigschwefligen Heizöls. "Damit ergeben sich Chancen, dass Öl-Brennwertgeräte durch ein verbessertes Preis/Leistungsverhältnis stärker im Markt etabliert werden können", so Dr.-Ing. Heinrich-Herrmann Schulte, Geschäftsführer der Buderus Heiztechnik GmbH. "Wo heute für die Öl-Brennwerttechnik sinnvollerweise nur teure nicht metallische Werkstoffe zum Einsatz kommen, ist es mit schwefelarmem Heizöl denkbar, auch preiswerte metallische Werkstoffe zu verwenden." Auch Prof. Dr.-Ing. Helmut Burger. Geschäftsführer der Viessmann Werke GmbH & Co., sieht durch die deutliche Absenkung des Schwefelgehaltes die Voraussetzung für eine breite Markteinführung der Öl-Brennwert-Technologie. Vor allem im Bereich der wandhängenden Geräte ergaben sich neue Perspektiven. So sei z.B. die Neutralisation des Schwefels ein wesentliches Problem bei der Entwicklung wandhängender Geräte gewesen. Die dafür notwendigen speziellen Abgaswäscher brauche man dank der neuen Heizölqualität nun nicht mehr. Perspektiven für den Einsatz der Brennwerttechnik sehen die Kesselhersteller überwiegend im Renovierungsbereich: Der Bestand der wiederkehrend messpflichtigen Öl- und Gasfeuerungsanlagen lag nach Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks 1999 bei knapp 14,5 Millionen Anlagen. Davon sind mehr als 27% älter als 16 Jahre. Betrachtet man ausschließlich die Ölseite, sind es fast 35% der rund 2,2 Mio. Anlagen, die in den nächsten Jahren modernisiert werden müssen. Würde bei der Modernisierung der Ölheizungen ausschließlich Brennwerttechnik eingesetzt, so könnten die CO2-Emissionen um insgesamt rund 15 Mio. Tonnen reduziert werden.
"Damit würde das Ziel der Klimaschutzerklärung der Mineralwirtschaft, eine 25%-Reduzierung der CO2-Emissionen gegenüber 1990 bis 2005 zu realisieren, nahezu erreicht", konstatierte Dipl.-Ing. Stefan Böttcher, Leiter des Technikgeschäftes der Shell Direct GmbH. Die neue Heizölqualität soll ab sofort mit einem Aufschlag von rund sieben Pfennig pro Liter gegenüber dem Standard-Heizöl in allen Regionen Deutschlands außer Bayern und den neuen Bundesländern erhältlich sein.