In Berlin laufen die Vorbereitungen für die neue Messe „e/home" im November auf Hochtouren. „Einzigartig an der e/home ist, dass hier erstmals alle Fragen des "Intelligenten Heims“ diskutiert und zusammengefasst dargestellt werden", so das Urteil von Insidern. Tatsächlich wurden spezielle Kongresse über die automatische, energiesparende Steuerung von Heizung und Beleuchtung, über die drahtlose Verbindung von PCs, Telefon und Unterhaltungselektronik, über Internet via Stromnetz oder über elektronische Sicherheitseinrichtungen im Heim schon öfter veranstaltet.
Doch die e/home bietet erstmals das alles in einem Paket an. Auf wenige Punkte konzentriert, werden folgende Fragen erörtert: Wie sieht die Wohnung im Multimediazeitalter aus? Welche Technologien eignen sich für den privaten Wohnbereich und welche Dienstleistungen werden sich im Markt durchsetzen? Wie ist der Bedarf an zugehörigen Dienstleistungen und für welche Anwendungen werden sie eingesetzt? Wieviel ist der Kunde bereit, dafür zu zahlen?
Die Liste der Referenten auf dem e/home Kongress ist zugleich ein Who-is-Who der Netzwerk Szene. Auch ausländische Referenten von Unternehmen wie INTEL, Metavector Technologies, Cisco, X-10 (USA), Parks Associates oder e2Home sowie der Präsident der US Consumer Electronics Association, Gary Shapiro, haben zugesagt.
Das Volumen des weltweiten Marktes für Heim-Netzwerke wird sich nach Schätzungen des US-Marktforschungsunternehmens Cahners In-Stat Group von derzeit rund 1,2 Mrd. DM bis 2004 auf fast zwölf
Mrd. DM verzehnfachen.
Ein plakatives Beispiel für ein „Intelligentes Haus" ist das Reichstagsgebäude in Berlin. Es ist umfassend mit intelligenter, automatisch reagierender Technik in den Heizungs-, Beleuchtungs- und Sicherheitssystemen ausgestattet. Derartige Systeme sind zum Teil aus bewährten Technologien zur Steuerung von Produktionsabläufen entstanden und in Verwaltungs- und Industrieneubauten wegen der erzielbaren Energiekosteneinsparungen -Installateure sprechen von rund 30% - fast schon selbstverständlich. Neu ist allerdings, dass solche Systeme zunehmend auch für die Anwendung in Privathäusern und Wohnungen einsetz- und bezahlbar werden.
Repräsentanten der wichtigsten, international verbreitetsten und vom Elektrohandwerk am häufigsten eingesetzten Techniken werden verschiedenste Aspekte der so genannten Gebäudesystemtechnik auf der e/home behandeln. Außerdem werden beispielhafte, inzwischen realisierte und intelligente Häuser vorgestellt. Dabei geht es auch um die Integration von Multimedia und Rundfunk (TV bzw. Radio) in die Datennetze der Gebäudesystemtechnik.
„No new wire" lautet der Fachausdruck, wenn Netzspezialisten über Systeme sprechen, die keine zusätzlichen Kabel erfordern. Der Begriff hat eine doppelte Bedeutung: Es kann sich um Systeme handeln, die existierende Kabel - etwa das Stromnetz – verwenden, oder um drahtlose Systeme.
Internet aus der Steckdose? Tatsächlich lässt sich das ohnehin in jedem Haushalt verfügbare Stromnetz ebenfalls für die Übertragung von Steuersignalen und sogar für den Internetzugang nutzen. Neue Lösungen dieser „Power Line" genannten Technik zur Signalübertragung via Stromnetz werden anlässlich der e/home ebenfalls präsentiert.
Der „Kabelsalat“ z.B. kann durch Funknetze ersetzt werden, die drahtlose Verbindungen mit Datenraten bis zu mehreren Megabit pro Sekunde zur Verfügung stellen. Auf der e/home werden mehrere Lösungen und Standards diskutiert: Bis hin zu sogenannten „Pico-Netzen" mit nur wenigen Metern Reichweite, die sich auf Basis der „Bluetooth“-Technologie realisieren lassen. Da sich entsprechende Angebote und Produkte vor allem an den großen Konsumentenmarkt richten, wird der Umsatz - allein bei den erforderlichen elektronischen Bauelementen schon in fünf Jahren - weltweit auf deutlich über drei Mrd. Euro geschätzt.
Die im Rahmen des europäischen DVB-Projektes (Digital Video Broadcasting) als offener Standard entwickelte Multimedia Home Platform (MPH) verbindet künftig die Welten von Rundfunk und Internet, von TV und PC. Schon deshalb verspricht diese Technologie im Intelligenten Heim - und damit auf der e/home - eine interessante Rolle zu spielen.
Ein Handy, das entsprechend ausgestattet ist, könnte nicht nur als Fernbedienung für die komplette Unterhaltungselektronik, sondern auch für andere Geräte oder Anlagen im Privathaus genutzt werden. So kann das Netz des privaten Haushalts weit über die Grenzen der eigentlichen Wohnung hinaus reichen - beispielsweise um die „auf Sparflamme“ gestellte Heizung vor der Heimkehr höher zu regeln.