Die SHKG in Leipzig stellt in einer Sonderausstellung am Beispiel pflanzenölbetriebener Blockheizkraftwerke die Vorzüge nachwachsender Rohstoffe vor. Landwirte, die die SHKG in Leipzig besuchen, haben gute Chancen, sie als Ölscheichs zu verlassen. Denn die Rahmenbedingungen für den Einsatz unbegrenzt nachwachsender pflanzlicher Öle sind seit dem Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) günstig wie nie. Rohstoffversorgungssysteme auf der Basis von Pflanzenölen bekamen damit in der Rubrik Umweltverträglichkeit den Idealfaktor "0,0" bescheinigt. Die Planung der technischen Ausstattung eines Hauses kann nunmehr wesentlich unkomplizierter erfolgen, wenn Solartechnik oder Kraft-Wärme-Kopplung auf der Basis von Pflanzenöl vorgesehen sind.
Sofern die Landwirte das Zukunfts- und Wirtschaftlichkeitspotenzial erkennen, das sich ihnen aus dem verstärkten Anbau nachwachsender Rohstoffe eröffne, würden sie zu den "Ölscheichs des 21. Jahrhunderts", prophezeit Bernd Felgentreff. Der Leipziger Experte und technische Berater für regenerative Energietechnologien gehört zu den Ausstellern der Sonderschau "Erneuerbare Energien – Perspektiven für jeden", die während der SHKG vom 25. bis 28. September in der Glashalle der Leipziger Messe zu sehen ist. Im Mittelpunkt der Exposition stehen die wirtschaftlichen Vorteile regionaler Energiekreisläufe auf Basis nachwachsender Energieträger. "Darin besteht die größte Perspektive für die heimische Landwirtschaft. Schon Mitte dieses Jahrhunderts kennen wir keine fossilen Brennstoffe mehr", so der Wunsch von Felgentreff.
Als ein zukunftsträchtiges energetisches Einsatzgebiet für "Hauswärme und Strom aus dem Ackerboden" werden auf der SHKG modernste pflanzenölbetriebene Blockheizkraftwerke vorgestellt. Da diese Geräte nunmehr bereits ab einer Leistung von 2 kW (elektrisch) beziehungsweise 4 kW (thermisch) zur Verfügung stehen, können sie mittlerweile auch schon in Einfamilienhäuser eingebaut werden. Die kleinste Anlage weist die Maße eines Haushaltkühlschranks auf. Mit insgesamt acht Stufen bis zu 40 kW empfehlen sich pflanzenölbetriebene Blockheizkraftwerke nach Erfahrung von Felgentreff allerdings bevorzugt für Anwendungen mit großem und kontinuierlichem Wärmebedarf. Als Beispiele nennt er Mehrfamilienhäuser, Hotels und Friseursalons.
Der natürlich gewachsene Treibstoff lässt sich, wie der Spezialist versichert, aus sämtlichen Ölpflanzen gewinnen, etwa Raps und Sonnenblumen. Ein wesentlicher Vorzug von Pflanzenöl sei dessen kohlendioxidneutrale Verbrennung. Denn den hierfür benötigten Kohlenstoff hätten die Feldpflanzen erst in der zurückliegenden Vegetationsperiode der Atmosphäre entnommen und nicht vor Jahrmillionen wie fossile Rohstoffe. Selbst die kleinste Anlage vermeide daher während einer durchschnittlichen Laufzeit von 15 Jahren annähernd 82.000 Kilo Luftschadstoffe aus Kohle, Öl oder Gas. Für die Zukunft erwartet Felgentreff deshalb eine günstige Entwicklung der Aufkaufpreise für regenerative Energiequellen. Auf absehbare Zeit führe kein Weg mehr an regional vorhandenen Energieträgern zur energetischen Versorgung von Gebäuden vorbei, meint Felgentreff.
Den hohen Stellenwert pflanzenölbetriebener Blockheizwerke in den Energiekonzepten der Zukunft belegt ein von der sächsischen Landesregierung aufgelegtes Förderprogramm. Die Anschaffungskosten für diese neue Technologie werden zu 30 Prozent subventioniert.