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News vom 27.08.2019

Energetische Revolution in Saarlouis: Wie eine Deponie eine Schule beheizt

Wenn die politisch gewollte Energiewende erfolgreich umgesetzt werden soll, bedarf es vor allem einer Wärmewende, also der Abkehr von fossilen Brennstoffen für die Wärme- und Warmwasserbereitung hin zu regenerativen Energiequellen. Denn etwa 26 Prozent des Endenergieverbrauchs (rund 665 TWh, das entspricht 665 Milliarden kWh) entfallen hierzulande allein auf Haushaltungen (Quelle: Umweltbundesamt), 70 Prozent davon für die Wärme- und Warmwasserbereitung. Ähnlich stellt sich die Situation im öffentlichen Sektor dar, der nach Einschätzung der Deutschen Energieagentur (dena) einen Anteil von rund 60 TWh pro Jahr am Endenergieverbrauch hält. Entsprechend intensiv sind die Bemühungen, diesen Endenergieverbrauch massiv zu reduzieren und ihn – möglichst regional dezentral zur Vermeidung von Leitungsverlusten – aus erneuerbaren Energiequellen abzudecken.

Sinnvolle Wandlung von Restenergie: Mit dieser schematischen Darstellung  verbildlichen die Akteure des energetischen Sanierungsprojektes in Saarlous, wie die Afallwärme der Deponie für die Beheizung zweier Schulen genutzt wird.
Sinnvolle Wandlung von Restenergie: Mit dieser schematischen Darstellung verbildlichen die Akteure des energetischen Sanierungsprojektes in Saarlous, wie die Afallwärme der Deponie für die Beheizung zweier Schulen genutzt wird.
Mit einem integralen Ansatz werden regenerative Energieerträge und Bedarfe in Saarlouis lastgesteuert abgestimmt. Dazu arbeiten die Stadtwerke (v.li.) mit Prokurist Jörg Rink und Christian Lessel als Verantwortlicher für das Energiemanagement eng mit dem Klimaschutzbeauftragten Dipl.-Ing. Horst Rupp und Dipl.-Ing Bodo Jenal vom Hochbauamt der Stadtverwaltung zusammen. Bei der Umsetzung eines praxisgerechten Konzeptes zur Mengenerfassung unterstützt sie dabei Stefan Serwani.
Mit einem integralen Ansatz werden regenerative Energieerträge und Bedarfe in Saarlouis lastgesteuert abgestimmt. Dazu arbeiten die Stadtwerke (v.li.) mit Prokurist Jörg Rink und Christian Lessel als Verantwortlicher für das Energiemanagement eng mit dem Klimaschutzbeauftragten Dipl.-Ing. Horst Rupp und Dipl.-Ing Bodo Jenal vom Hochbauamt der Stadtverwaltung zusammen. Bei der Umsetzung eines praxisgerechten Konzeptes zur Mengenerfassung unterstützt sie dabei Stefan Serwani.
Bislang wurden die Methangase der Deponie abgefackelt – jetzt werden sie thermisch verwertet und über einen mobilen PCM-Latentwärmespeicher im<br />Sattelauflieger zur Beheizung von zwei Schulen genutzt.<br />
Bislang wurden die Methangase der Deponie abgefackelt – jetzt werden sie thermisch verwertet und über einen mobilen PCM-Latentwärmespeicher im
Sattelauflieger zur Beheizung von zwei Schulen genutzt.
Mobile Beheizung von Schulen: Die aus der Deponie gewonnene Wärme wird mittels digitaler Bedarfsmeldung abgerufen und  aus den Speichertrucks in das Heizsystem der beiden Schulen eingespeist.
Mobile Beheizung von Schulen: Die aus der Deponie gewonnene Wärme wird mittels digitaler Bedarfsmeldung abgerufen und aus den Speichertrucks in das Heizsystem der beiden Schulen eingespeist.
Auf jeden einzelnen Anwendungsfall abgestimmt erfolgt die Ertrags- und Verbrauchsmengenerfassung oder das Energiemonitoring, hier mit Wärmezählern „Ultramess® E Split“ von WDV Molliné. Kostenvorteil bei der Montage: Die universell zur Wärme- und Kältemengenerfassung einsetzbaren Klimazähler von WDV Molliné sind ab Werk vorkonfektioniert und damit einbaufertig. Schnittstellenmodule, Temperaturfühler, das Volumenmessteil und eventuell das Netzteil müssen nicht erst vor Ort an das Rechenwerk geschlossen werden.<br />Bilder: WDV Molliné / Martin
Auf jeden einzelnen Anwendungsfall abgestimmt erfolgt die Ertrags- und Verbrauchsmengenerfassung oder das Energiemonitoring, hier mit Wärmezählern „Ultramess® E Split“ von WDV Molliné. Kostenvorteil bei der Montage: Die universell zur Wärme- und Kältemengenerfassung einsetzbaren Klimazähler von WDV Molliné sind ab Werk vorkonfektioniert und damit einbaufertig. Schnittstellenmodule, Temperaturfühler, das Volumenmessteil und eventuell das Netzteil müssen nicht erst vor Ort an das Rechenwerk geschlossen werden.
Bilder: WDV Molliné / Martin

Stadt Saarlouis mit Messtechnik von WDV Molliné in Vorreiterrolle

Die effiziente Nutzung regenerativer Energien hängt maßgeblich von einem präzisen Energiemanagementsystem ab, das vorhandene aber meist ungenutzte Erträge und die schwankenden Bedarfe möglichst optimal aufeinander abstimmt. Mustergültig dafür ist ein konzeptioneller Ansatz, der in Saarlouis realisiert wird. Unterstützt durch eine individuell auf die jeweiligen Anwendungen zugeschnittene Mengenerfassung von WDV Molliné werden dort aktuell sogar Methangase einer Abfalldeponie genutzt, um via mobilem PCM-Speicher eine Grundschule zu beheizen.

In Saarlouis wurde schon 2011/2012 ein „Integriertes Klimaschutzkonzept“ mit einer ganzen Reihe konkreter Handlungsempfehlungen aufgestellt. Vor allem der teilweise deutlich zu hohe Energieverbrauch in den öffentlichen Gebäuden sollte zeitnah reduziert werden. Seitdem hat die Stadt Saarlouis Investitionen im zweistelligen Millionenbereich getätigt, um einerseits die Gebäudesubstanz energetisch zu ertüchtigen, gleichzeitig aber in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Saarlouis ein umfassendes Monitoring aufzubauen, auf dessen Grundlage akute Handlungsbedarfe zeitnah identifiziert und durch geeignete Maßnahmen – zum Beispiel eine Beeinflussung des Nutzerverhaltens – eingeleitet werden können.

Integraler Ansatz, gestützt durch Ultraschall-Messtechnik

Dipl.-Ing. Bodo Jenal vom Hochbauamt der Stadt ist einer der „Väter“ dieses integralen Ansatzes. Er ist Koordinator für Gebäudeautomation und leitender Ingenieur der betriebstechnischen Anlagen (BTA) der Kreisstadt Saarlouis. „Es gibt viele geringinvestive Möglichkeiten, den Energieverbrauch in Gebäuden zu reduzieren, wenn dafür die entsprechenden Daten als Handlungsprämisse vorliegen. Grundsätzlich gilt: Nur was ich messen kann, kann ich regeln.“ Um das zu erreichen, wurden die Liegenschaften beispielsweise konsequent mit fernauslesbaren Wasser- und Wärmemengenzählern von WDV Molliné ausgestattet bzw. entsprechend umgerüstet. „In der Regel setzen wir auf Ultraschallzähler von WDV Molliné. Die haben den Vorteil, dass sie über viele Jahre exakte Messergebnisse liefern, weil keine mechanischen Teile verbaut sind, die verschleißen können“, sagt Bodo Jenal. Besonders flexibel in der Anwendung ist hier der Zähler „Ultramess® E Split“ von WDV Molliné. Er kann sowohl als Wärme-, Kälte- oder in Kombination beider Funktionen als Klimazähler eingesetzt werden. Der Mediumtemperaturbereich ist weit gespreizt: in der Anwendung als Wärmezähler von 5 bis 130 °C und als kombinierter Klimazähler von 5 bis 120 °C. Auch in der Auslegung zeigt sich die große Flexibilität dieses Zählertyps: Es ist geeignet für Nenndurchflüsse von 0,6 bis 1.000 m³/h und Rohrleitungsnennweiten von DN 15 bis DN 300.

Perfekte Verbrauchskontrolle: „Die Zähler reden über ein M-Bus Protokoll mit uns.“

Noch bedeutsamer ist jedoch, dass bei allen Zählern von WDV Molliné die Schnittstellen für die Datenübertragung offen sind. Damit ist es in Saarlouis möglich, in der Innenstadtlage alle Mengenzähler per M-Bus oder MODBUS direkt auf die Gebäudeleittechnik der Stadtverwaltung aufzuschalten. Aus der Verbrauchsmengenerfassung über mobile Geräte ergibt sich ein lückenloses Datenbild, wie sich die Verbrauchswerte in den einzelnen Liegenschaften entwickeln. Daraus abgeleitet sind dann entweder kurzfristig Investitionen notwendig oder die Einforderung von sparsamerem Nutzerverhalten aufgrund stetig steigender Energieverbräuche. WDV Molliné-Vertriebsleiter Oliver Ebelshäuser begegnen diese Erkenntnisse in der Verbrauchskontrolle jeden Tag in der Praxis: „Getrieben von der EU-Novelle zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden mittels Fernablesbarkeit von Verbrauchsdaten eines jeden Objektes sind diese Informationen gerade für öffentliche Betreiber essenziell geworden. Das schlägt sich bereits heute in den Absatzstatistiken nieder, denn bei über 80 Prozent aller von uns vertriebenen Wasser- und Wärmemengenzähler handelt es sich bereits um `sprechende´ Anlagen. Also Geräte, die ganz einfach in eine GLT eingebunden und fernausgelesen werden können.“ Bodo Jenal bestätigt, dass die ständige Kommunikation mit den Zählern für ein energiebewusstes Energiemanagement unverzichtbar ist. „Die Zähler reden mit uns über ein M-Bus Protokoll.“

Mehr Autarkie durch Photovoltaik und die Deponie

Eine der wesentlichen Energiequellen sind die vielen privaten Photovoltaikanlagen, deren Akzeptanz Dipl.-Ing. Horst Rupp als Klimaschutzbeauftragter der Stadt Saarlouis im Rahmen der Initiative „Bürger Energie-Genossenschaft“ forciert. Oder aktuell ein Forschungsvorhaben, bei dem die auf einer nahegelegenen Deponie entstehende Methangase nicht länger abgefackelt, sondern vor Ort thermisch über einen Wärmetauscher verwertet und per mobilem PCM-Latentwärmespeicher via „HeatStaxx“ in der Grund- und Ganztagsgrundschule "Im Vogelsang" an der Taubenstraße genutzt werden. Phase Change Material (PCM) hat die Fähigkeit, die latente Wärme zu speichern, die durch den Phasenwechsel zwischen dem festen und flüssigen Aggregatzustand eingelagert beziehungsweise abgegeben wird. Die Leistung der „dynamischen Wärmequelle“ deckt dabei etwa 80 Prozent des Gesamtwärmebedarfs der Schulen ab; unterstützend kann jederzeit Fernwärme zugeschaltet werden.
"Dank des Pilotprojektes haben wir hier in Saarlouis jetzt die Chance, empirisch belastbar zu erfassen und zu bewerten, wie effizient eine Kombination aus PCM-Speicher und lastgesteuertem Energiemanagement unter Praxisbedingungen ist, anstatt die Deponiegase einfach nur ungenutzt in die Atmosphäre abzugeben“, so Bodo Jenal: „Wobei auch hier gilt, dass die Grundlage dafür eine absolut präzise und lückenlose Datenerfassung sämtlicher Energieströme ist. Nur so können wir zum Beispiel den Entladeprozess des mobilen PCMSpeichers optimal auf den Bedarf vor Ort abstimmen und andere Energiequellen, in diesem Falle die Fernwärme, zurückfahren.“
Für Oliver Ebelshäuser ist dieses Forschungsprojekt gleichzeitig ein Paradebeispiel dafür, dass es „die eine, die universelle“ Mengenerfassung für solche komplexen Energiemanagementsysteme nicht geben kann: „Klassische Anwendungen wie Speicherladung oder die Wärmeabnahme durch diverse Heizkreise stehen hier gleichberechtigt neben mobilen Anlagen oder Messeinrichtungen, die besonders robusten Einflüssen ausgesetzt sind, wie in Brunnenanlagen. Gleichzeitig soll und muss aber die Datenübermittlung sämtlicher Geräte kompatibel sein, um sie möglichst einfach in das Gesamtsystem integrieren zu können. Um das leisten zu können, bedarf es nicht nur einer entsprechenden Erfahrung, sondern ebenso der Expertise inklusive des breiten Produktportfolios, wie es WDV Molliné seinen Kunden zur Verfügung stellen kann.“
Mehr Informationen unter:
www.saarlouis.de
www.swsls.de
www.molline.de

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