Bad-Kampagne "keineswegs tot" - Mitgliederversammlung: Inlandskonjunktur im Keller - Wende erst 2004? - Neue ifo-Marktdaten. Am 30. Oktober 2002 wurden während der Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main der Vorstand sowie die Leitungen von drei Ausschüssen personell neu strukturiert. Trotz der meist turnusbedingten Veränderungen bleibt die "Kontinuität in der Sache" erhalten, meldet die Branchen-Dachorganisation in ihrem Ergebnisbericht.
Den Vorstand führt für die nächste dreijährige Amtsperiode Fritz-Wilhelm Pahl (Bette), der als Vorsitzender Franz Kook (Duravit) ablöste, der nach sechsjähriger ununterbrochener Tätigkeit für diese Funktion satzungsgemäß nicht mehr kandidierte. Neuer stv. Vorsitzender ist Dr. Rolf-Eugen König, der als DGH-Vorsitzender den Fachgroßhandel vertritt. Außerdem gehören dem VDS-Lenkungsgremium künftig Karl-F. Schlüter (Vorstandsmitglied beim Bundesverband Gebäude- und Energietechnik Deutschland) für das Fachhandwerk sowie Karl Spachmann (Geberit) für die Sanitärindustrie an.
An der Spitze des PR-Ausschusses steht jetzt Jochen Drewniok (Hoesch), der diese Aufgabe vom ehemaligen Duscholux-Geschäftsführer Wolfgang Göck übernahm. Erster Mann im IT-Ausschuss ist nun Erich Fuhrer (Kludi) als Nachfolger von Dr. Johannes Haupt (Duscholux). Beim bisher von Jürgen Speer (Neugart) geleiteten Werbeausschuss verantwortet und koordiniert bis auf weiteres VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann die laufenden Projekte zur Gemeinschaftskampagne "Bad", die - wie es nochmals ausdrücklich hieß - u. a. aufgrund der umfangreichen Mikromarketing-Aktivitäten "keineswegs tot, sondern vielmehr sehr lebendig" sei.
Pahl würdigte die Arbeit der ausgeschiedenen Personen, deren ehrenamtliches Engagement man gerade in der aktuellen Situation nicht hoch genug einschätzen könne. Ein spezieller Dank galt seinem mit viel Applaus bedachten Vorgänger. "Durch Sie hat die VDS erst laufen gelernt", bilanzierte der neue Vorsitzende das Kook´sche Wirken ebenso kurz wie treffend. Pahl selbst versprach Kontinuität und hob hervor, dass der dreistufige Dachverband "wichtiger denn je" sei. Die Sanitärwirtschaft brauche sich nicht zu verstecken - und genau das solle und müsse die VDS professionell vermitteln.
Ein weiterer Schwerpunkt der Mitgliederversammlung: die Diskussion über die momentane Branchenkonjunktur und -lage. Vertreter von Industrie, Fachgroßhandel und Fachhandwerk waren sich in der Bewertung des desolaten Inlandsgeschäftes einig. Per saldo rechnen sie für 2002 mit einem Umsatzminus von um 10%. Während Handwerk und Großhandel noch auf eine einstellige Einbuße "hofften", befürchteten die meisten Produzentengruppen einen (deutlich) zweistelligen Rückgang. Auch die Prognosen für 2003 fielen eher skeptisch aus; eine moderate Nachfragebelebung sei wohl erst ab 2004 zu erwarten.
Nicht ganz so pessimistisch ist das ifo-Institut. In den von ihm zum zweiten Mal erhobenen "Marktdaten für den Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik in Deutschland" schätzt es den Umsatz der Sanitärwirtschaft für 2002 auf 15,0 Mrd. Euro (nach 15,7 Mrd. Euro). Stabilen Exporterlösen von jeweils 2,3 Mrd. Euro steht dabei ein um gut 5% geringeres Inlandsvolumen (12,7 nach 13,4 Mrd. Euro) gegenüber. Allerdings schloss Wischmann bei der Erläuterung der im Auftrag von VDS, VdZ und Messe Frankfurt veranlassten Studie eine "nochmalige Korrektur nach unten" nicht aus. Für 2003 sehen die Münchner Wirtschaftsforscher zumindest eine Stabilisierung auf dem niedrigeren Niveau. Kein Wunder, dass sich das Frankfurter Museum für angewandte Kunst bei derart turbulenten Zeiten für einige Stunden in ein nüchternes Forum für angewandte Branchenpraxis verwandelte.
Neu formiert: Nach den Frankfurter Wahlen stellten sich (von links) Karl-F. Schlüter (Vorstandsmitglied), Dr. Rolf-Eugen König (stv. Vorsitzender), Fritz-Wilhelm Pahl (Vorsitzender), Jens J. Wischmann (Geschäftsführer), Erich Fuhrer (Vorsitzender des ITAusschusses) und Jochen Drewniok (Vorsitzender des PRAusschusses) sichtbar optimistisch zum Gruppenfoto auf. Nicht im Bild: Karl Spachmann, der dem VDS-Vorstand künftig auch angehört.