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News vom 21.01.2003

Windkraft fürchtet sich vor großer Flaute


Experten: Marktbereinigung steht unmittelbar bevor.

Die Windkraft-Branche steht in Deutschland nach Ansicht des Euro am Sonntag (www.finanzen.net) vor einer großen Krise: Nach Ansicht des Autors Joachim Spiering ist das Vertrauen der Anleger weg und für weiteres Wachstum fehlt das Geld. Nach Meinung der Wirtschaftsfachleute haben die Großen in der Branche, die Windpark Projektierer Umweltkontor, Energiekontor, P&T sowie der Anlagenbauer Nordex ihre Prognosen verfehlt.

Der Vertrauensverlust komme auch in einer Phase, in der vor allem für Windpark-Projektierer neue Schwierigkeiten schon in Sicht sind: In Deutschland wurde fast jeder geeignete Standort bereits zugebaut, Wachstum ist deshalb nur durch Expansion ins Ausland und mit dem Bau von Offshore-Anlagen auf dem Meer zu schaffen. Dazu fehle es aber an Kapital. Teure Offshore-Windparks wie sie zum Beispiel Energiekontor plant, so ein 50 Kilometer vor der Insel Borkum liegendes 378 Windmühlen umfassende Projekt, kosten nach Ansicht der Wirtschaftfachleute mehr als vier Mrd. Euro. Für Investitionen dieser Größenordnung brauchen die Unternehmen Partner. Analysten gehen davon aus, dass unter dem Druck des Konsolidierungsbedarfes nur wenige überleben werden.

Experten wie der Projektvorstand der WEB-Windenergie AGwww.windkraft.at Andreas Dangl sind der Ansicht, dass eine Marktbereinigung in der Branche unmittelbar bevorsteht. Häufig werde in der Branche der Fehler begangen die drei großen Bereiche in einen Topf zu werfen. "Die Windenergie-Branche besteht aus Anlagenhersteller, Projektierern und Betreibern", so der Experte. "Die Anlagenhersteller sind zu 80 Prozent gut unterwegs, leiden jedoch auch unter der allgemeinen Börsenflaute", erklärt Dangl. Zukunft sieht Dangl aber in der Entwicklung leistungsstarker vier bis fünf Megawatt Windräder für den Offshore-Bereich. "Der Bereich, der tatsächlich krisengeschüttelt ist, sind die alleinigen Projektierer. Diese Branche hat größere Renditen versprochen, die sie aber nicht halten kann", meint der Fachmann. Hier werde es zu einer Marktbereinigung kommen, denn die dritte Branche, die Betreiber der Anlagen, die alle Fonds oder Kommanditgesellschaften sind, erzielen ihre Umsätze und Gewinne aus dem tatsächlichen Betrieb. Und dieses Geschäft floriere in Deutschland, aber vor allem auch in Österreich, denn fast alle Betreiber arbeiten hier profitabel.

Ein Phänomen in Deutschland ist auch, dass die Windparks der Projektierer-Gesellschaften nicht nach den Baukosten, sondern nach der Qualität der Standorte beurteilt werden. Die erstellten "Windgutachten" setzten dadurch oft knappe Spielräume. "Die Renditen, die tatsächlich für die Betreibergesellschaften abfielen, betrugen dann oft nur zwischen zwei und vier Prozent", so Dangl. "Ein Zusammenschluss der überwiegend am Neuen Markt notierten Unternehmen wäre allerdings wenig sinnvoll und bringt nichts", urteilt Nils Machemehl, Analyst bei M. M. Warburg. Viel größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass große Energieversorger sich das eine oder andere Unternehmen einverleiben, meint der Analyst. Übernahmespekulationen gibt es auch bei den Anlagenbauern, zeigt sich Spiering im Euro am Sonntag überzeugt. Dass die Erwartungen der am Neuen Markt notierten Unternehmen nicht erfüllt werden können, liege jedenfalls auf der Hand, denn das reine Projektieren bringe nicht mehr den gewünschten Erfolg. Dieser Meinung ist auch Dangl. Ärgerlich sei dabei, dass bei der Berichterstattung dadurch die Optik der sauberen Energiegewinnung verändert werde, da die Probleme der am Neuen Markt notierten Projektierungsgesellschaften auf die erfolgreich außerbörslich operierenden Betreiber zurückfielen.
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tepee schrieb: Es gibt ja einige wenige Fälle, bei denen der RGK nicht ganz...
ddjst schrieb: Die Bundesregierung beabsichtigt die Förderung von kleinen PV...
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