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News vom 06.01.2003

Geduld lohnt sich - Bosch erhöht Beteiligung an Buderus


Die Deutsche Bank hat ihre Beteiligung am Heiztechnikunternehmen Buderus vollständig an den Automobilzulieferer Bosch verkauft. Der von der Tochtergesellschaft Tochter DB Value gehaltene Anteil in Höhe von 7,47 Prozent war zum Jahresende für rund 100 Millionen Euro an die Robert Bosch GmbH veräußert worden. Bosch, weltweit zweitgrößter Autozulieferer hinter dem US-Konzern Delphi, will mit Buderus die Abhängigkeit vom Hauptumsatzträger Kraftfahrzeugtechnik verringern. 70 Prozent des weltweiten Umsatzes von etwa 35 Mrd. Euro kommen aus dem stark schwankenden Geschäft mit Autoherstellern. Ob der jetzige Anteil von 13,35 Prozent den Stuttgartern reicht, scheint fraglich. Der erste Übernahmeversuch im Januar 2002 wurde von Buderus als feindlich angesehen und scheiterte, wir berichteten.

Die weiteren Großaktionäre von Buderus - die Commerzbank und die New Yorker Fondsfirma Arnhold & Bleichroeder halten je gut zehn Prozent - gelten ebenfalls als verkaufswillig. Die Aktie des Baukonzerns Bilfinger und Berger, der weitere 30 Prozent hält, stieg in der vergangenen ersten Börsenwoche deutlich. Bilfinger und Berger war damit der Wochengewinner im MDax.

Bilfinger wollte unterdessen nicht kommentieren, ob es derzeit Gespräche mit Bosch über Buderus gebe. Es sei jedoch vorstellbar, dass man sich in Zukunft von dem Buderus-Anteil unter bestimmten Bedingungen trenne. Bereits vor rund einem Jahr hatten Bilfinger Berger und Bosch über Buderus ohne Ergebnis verhandelt.

Ein Verkauf des Buderus-Pakets von rund 30% scheint für Bilfinger sehr attraktiv. Es gilt allgemein als reine Finanzbeteiligung und wird bei Bilfinger und Berger nicht als strategisch angesehen. Der Gesamtpreis für das Paket von Bilfinger bei einem Kurs von 26 Euro je Aktie läge bei knapp 500 Mio. Euro. Der Börsenwert des Baukonzerns liegt derzeit bei 570 Mio. Euro.

Bei Buderus hält man nach wie vor nichts davon, das Heft an Bosch abzugeben. Man befürchtet eine Verwässerung der Marke. Buderus macht den Anspruch eines Technologieführers geltend und ist zudem Komplettanbieter. Boschs Heiztechniktochter Junkers gilt als weniger fortschrittlich. Und der Vorstandsvorsitzende Uwe Lüders hält wahrscheinlich immer noch nichts von der ihm angetragenen Verbindung, seine Erleichterung im Frühjahr des letzten Jahres war aber wohl verfrüht. Bosch scheint geduldiger als gedacht.

Ein Zusammenschluss der Heiztechnikaktivitäten von Bosch und Buderus würde nach Ansicht von Branchenexperten trotz der Skepsis des Buderus-Managements Sinn ergeben. Die Stärken von Buderus bei bodenstehenden Ölheizkesseln und bei Wandgeräten in der modernen Brennwerttechnologie ergänzten sich mit Junkers Schwerpunkt bei konventionellen Wandgeräten. Zudem gilt die eigene Buderus-Vertriebsorganisation als besondere Stärke.

Ein Zusammenschluss würde einen neuen europäischen Marktführer entstehen lassen. Die Bosch-Sparte Thermotechnik mit der Marke Junkers als Kern kommt auf 900 Mio. Euro Umsatz. Buderus erzielte zuletzt 1,2 Mrd. Euro Umsatz in der Heiztechnik. Die Sparten Edelstahl und Guss sind nur jeweils ein Viertel so groß. Die Realisierung der ehrgeizigen Wachstumspläne von Buderus ist zuletzt allerdings ins Stocken geraten. Der Konzernumsatz von 1,93 Mrd. Euro im Jahr 2001 ist nach Buderus-Angaben 2002 voraussichtlich um drei bis vier Prozent gesunken. Das Ergebnis von Steuern sinkt von 186 Mio. Euro auf schätzungsweise 160 Mio. Euro.
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