
Die Betreiber gebäudetechnischer Anlagen können mittlerweile auf Komplettlösungen zum automatischen Betrieb von Pumpen zugreifen. Die Produkte sind meist so konzipiert, daß sie als Einzelgeräte ebenso wie im Systemverbund einzusetzen sind. Das erleichtert die Adaption an individuelle Anlagenerfordernisse sowie das Einbinden in übergeordnete Leitsysteme.
Das effiziente Bewirtschaften von Gebäuden wird heute unter dem Begriff "Facility Management" (FM) zusammengefaßt. Klar ist: Wer FM ernsthaft betreibt, kommt um das Erfassen und Auswerten aller technischen Daten der im Gebäude installierten Aggregate nicht herum. Und weil Pumpen als zentrales Herz aller Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsnetze sowie der Kühl-, Klimatisierungs und Heizkreisläufe einen wesentlichen Anteil am gesamten Stromverbrauch eines Gebäudes haben, ist es sinnvoll diese an die zentrale Gebäudeautomation anzuschließen.
Die direkte Verbindung per Bus-Kommunikation zu einem Gebäudeleitsystem hat verschiedene Vorteile:- Anpassung der Pumpenleistung an unterschiedliche Zeitprogramme.
- Anpassung der Pumpenleistung an den Betriebszustand und damit massive Energieeinsparungen.
- Zentrale Erfassung der Betriebszustände mit Archivierung und Trendanzeige.
- Zentrale Erfassung von Störungen mit Steuerung des Servicepersonals.
- Einbindung in die Spitzenlastbegrenzung elektrischer Energie.
- Energiemanagement zur Optimierung des Energieeinsatzes und des Wirkungsgrades der Pumpen.
- Zentrales Instandhaltungs-Management durch Erfassung der Betriebsstunden.
- Fernmeldung und Überwachung via Modem, Funk oder Telefon.
Um eine einfache und wirtschaftliche Anbindung zu realisieren sind jedoch geeignete Schnittstellen und eine offene Datenbuskommunikation zwischen allen beteiligten technischen Komponenten sowie der zentralen Gebäudeautomation (GA) Voraussetzung. Nur so ist der schnelle und fehlerfreie Datenaustausch möglich.
Als international aktiver Konzern muß bei Grundfos die Technik und insbesondere die verwendete Elektronik allerdings in jedem Land einsetzbar sein. Deshalb entwickelt Grundfos seine Steuer- und Regelungstechnik in eigener Regie. Alle relevanten Parameter werden als Einheits- bzw. Binärsignal potentialfrei auf Klemmleisten zur Verfügung gestellt. Der Anwender kann hier selbst entscheiden, welche Signale er verarbeitet.
Mit dem firmenspezifischen GENIbus bietet Grundfos die Möglichkeit Pumpen und Steuerungen im Pump Management System 2000 über serielle Datenkommunikation zu verknüpfen.
Nachdem viele Hersteller von Gebäudeautomationssystemen bereits Schnittstellenadapter/ Gateways zur Anbindung
des Grundfos GENIbus an ihre Bussysteme realisiert haben oder über das Grundfos G100-Gateway (Schnittstelle zu Interbus-S, Profibus-DP, Modbus-RTU) mit den Grundfospumpen kommunizieren ist mit dem LON-Busankoppler G10 auch die direkte Datenbusanbindung einzelner Pumpen an ein LON-Netzwerk mit LON Talk-Protokoll möglich.
Dabei können z.B. folgenden Daten übertragen werden:
Vom LON-Netzwerk zur Pumpe:- Ferneinstellung der Regelungsart ( Proportional-/ Konstantdruck oder Konstantkennlinie)
- Ferneinstellung der erforderlichen Förderhöhe/ Drehzahl (Sollwert 0-100 %)
- Fernein-/ ausschaltung der Pumpe
- Umschalten auf Maximalkennlinie
- Umschalten auf Minimalkennlinie (z.B. Nachtabsenkung)
Von der Pumpe zum LON-Netzwerk:- Fehlermeldungen
- Betriebsmeldungen
- Aktuelle Regelungsart
- Aktuelle Förderhöhe (nicht für alle Pumpen möglich)
- Aktueller Förderstrom (nicht für alle Pumpen möglich)
- Aktueller Energieverbrauch
- Betriebsstunden
- Gesamt-Energieverbrauch
- Medientemperatur (nicht für alle Pumpen möglich)
- Aktuelle Drehzahl
Hierdurch sind alle wesentlichen Informationen über ein offenes Datenbussystem auf der Gebäudeautomation verfügbar.
Ein aktuelles Beispiel für eine intelligente Gebäudeautomationslösung mit LONWorks®-Technologie nach
LONMark®-Standard ist das „Hilton Hotel Kopenhagen Airport“.
Bei diesem Bauvorhaben wurden u.a. auch die elektronisch geregelten Grundfospumpen über ein Netzwerk mit LONWorks®-Technologie an die Gebäudeautomation angeschlossen.
Damit erfüllen Umwälzpumpen der Baureihen UPE Serie 2000, TPE Serie 2000 sowie die Druckerhöhungsanlagen HYDRO 2000 von Grundfos heute alle aktuellen Anforderungen der Datenbus-Kommunikationsfähigkeit.
Bei der neuesten Pumpe der UPE Serie 2000 von Grundfos, der MAGNA UPE, kann ein LON-Busmodul geliefert werden, welches dann direkt in den Pumpenklemmkasten integriert wird.