In den meisten Städten und Dörfern in Deutschland ist es heutzutage ganz normal, dass Häuser mit einem Anschluss an die öffentliche Kanalisation ausgestattet sind. In diesen Fällen sorgt eine zentrale Kläranlage für die Verwertung des Abwassers. Doch nicht überall besteht so ein Anschluss an das öffentliche Kanalnetz. Oftmals ist das aus technischen Gründen nicht möglich oder die Kosten dafür wären einfach zu hoch. In solchen Fällen wird das Abwasser mit sogenannten Kleinkläranlagen behandelt.
Polyethylen-Modul für Kläranlagen
Bild: Stockbild/kataklinger Wer muss eine Kleinkläranlage errichten?
Besitzer von Einzelhäusern in abgelegenen Gebieten oder Bewohner von kleinen Siedlungen haben oft keine Möglichkeit, ihre Abwässer in das kommunale Kanalnetz zu leiten. In diesen Fällen müssen sie entweder eine komplett neue Kleinkläranlage errichten oder bestehende Gruben so nachrüsten, dass sie auf dem neuesten Stand der Technik sind.
Die rechtliche Grundlage dazu findet sich in den europäischen Normen EN 12566-3 und EN 12566-6. Darin sind die folgenden Punkte geregelt:
- Welche Anforderungen muss die Kleinkläranlage erfüllen?
- Wie muss die Kleinkläranlage gekennzeichnet werden?
- Wie erfolgen Prüfverfahren und Konformitätsbewertung?
Wie funktionieren Kleinkläranlagen?
Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Eine Kleinkläranlage funktioniert im Prinzip genauso wie eine große Kläranlage. Der größte Unterschied besteht jedoch darin, dass sie für weniger Personen ausgelegt sind. Sehr kleine Anlagen können das Abwasser einer Kleinfamilie mit drei bis vier Personen reinigen, größere Modelle schaffen Kapazitäten von bis zu 50 Personen.
Im Detail: Im ersten Schritt werden Grob- und Feststoffe mechanisch entfernt. Die Verfahren dazu können je nach Anlage unterschiedlich sein. Wenn alle nicht löslichen Bestandteile entfernt sind, erfolgt im zweiten Schritt die biologische Behandlung des Abwassers. Damit die Mikroorganismen gut arbeiten können, benötigen sie allerdings ausreichend Sauerstoff, eine bestimmte Betriebstemperatur, gute Nährstoffe und einen ph-Wert zwischen 6,5 und 8,5.
Nach der Reinigung wird das Abwasser entweder in das nächste Gewässer abgeleitet, über ein Rohr der Natur zugeführt oder versickert im eigenen Garten. Das geht allerdings alles nicht ohne die Einhaltung von Bestimmungen. Für die Ableitung in das nächste Gewässer wird beispielsweise laut Wasserhaushaltgesetz eine Erlaubnis der unteren Wasserbehörde der Kreise und kreisfreien Städte benötigt. Bei der Versickerung im eigenen Garten ist die Einhaltung eines Mindestabstands zum Grundwasser erforderlich.
Wo gibt es Hilfen zur Planung?
Die berühmte Redensart „Der Teufel steckt im Detail“ kommt bei der Planung einer Kleinkläranlage voll zur Geltung. Die Vielzahl an unterschiedlichen Normen, Gesetzen und Vorschriften ist für Privatpersonen, die mit dem Thema nicht vertraut sind, sehr undurchsichtig. Fehler können einerseits zu großen Schäden an der Umwelt führen und darüber hinaus hohe Strafen nach sich ziehen. Aus diesen Gründen ist es empfehlenswert, sich bei der Planung der Kleinkläranlage professionelle Unterstützung zu suchen.
Umfangreiche Erstinformationen zum Thema Kleinkläranlage gibt es beispielsweise auf der Webseite www.klaeranlagen-vergleich.de. Die Betreiber haben ein E-Book mit zahlreichen Checklisten erstellt, das zum kostenlosen Download angeboten wird.
Im Anschluss daran ist es möglich, völlig kostenlos und unverbindlich den besten Preis für die eigene Kläranlage anzufragen. Dafür ist es lediglich erforderlich, ein entsprechendes Formular mit ein paar Rahmendaten auszufüllen. Der Arbeitsaufwand hierfür beträgt maximal fünf Minuten. Je genauer die Angaben sind, desto zielgerichteter sind in weiterer Folge auch die speziell zugeschnittenen Angebote von Herstellern aus der näheren Umgebung.
Was kostet eine Kleinkläranlage?
Die Kosten richten sich nach den folgenden Kriterien:
- Größe der Anlage
- Nachrüstung einer bestehenden Anlage oder Bau einer neuen Anlage
- Regionale Gegebenheiten (zum Beispiel Wohnort in einem Umweltschutzgebiet)
Bei kleinen Anlagen für einen Familienhaushalt von zwei bis vier Personen muss mit Kosten in der Höhe von etwa 3.000 bis 3.500 Euro kalkuliert werden.
Die laufenden Kosten sind ebenfalls von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig und können deshalb nicht so pauschal angegeben werden. Zu berücksichtigen sind hier die Energiekosten, die technische Wartung, die vorgeschriebenen Kontrollen und die Entsorgung des Klärschlamms.
Die gute Nachricht: Die Kleinkläranlage rentiert sich. Im Vergleich zum Anschluss an die Kanalisation und den damit verbundenen Abwassergebühren ist der Betrieb der eigenen Anlage günstiger und amortisiert sich oftmals nach acht bis zehn Jahren.