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News vom 21.02.2003

Bekannt gewordener Fall von Schlamperei erregt bundesweit Aufmerksamkeit


Behörden appellieren an Heizöltankbetreiber, ihre Tanks zu überprüfen.

Die Vorgeschichte:
Die Veba-Raffinerie aus Gelsenkirchen hatte im August vergangenen Jahres durch die Öllieferanten BP und Aral verunreinigtes Heizöl ausgeliefert. Das flog auf, weil durch das verschmutzte Öl zahlreiche Heizanlagen kaputt gingen. Das Öl musste abgepumpt werden, die Behälter gereinigt werden. Bundesweit betankten die Öllieferanten damals 7.500 Heizanlagen mit verunreinigtem Heizöl. Alle diese Anlagen mussten gereinigt werden.

So auch bei Hans Schmiz im sauerländischen Arnsberg. Die Arbeitsmethoden der beauftragten Firma sind als sehr individuell zu bezeichnen. Die Mitarbeiter der Iserlohner Firma haben bei der Reinigung seiner vier Heizöltanks einfach Löcher hineingebohrt, die noch nicht einmal per Schraubverschluss geschlossen werden können, sondern einfach nur durch einen primitiven Pfropfen verschlossen werden. "Niemand hat mich gefragt, ob ich damit einverstanden bin, dass Löcher gebohrt werden. Keine Versicherung hätte gezahlt, wenn irgendetwas passiert wäre", erklärt Hans Schmiz.

Durch Zufall hat er die Lochbohrungen entdeckt und sofort einen Fachmann verständigt. Der sagte: "Das ist unverantwortlich, so darf die Anlage auf keinen Fall gebraucht werden." Das ist illegal, denn Heizölbehälter dürfen in ihrer Bauart nicht verändert werden. "Heizölbehälter verlieren durch eine solche Veränderung ihre Zulassung", warnt auch Dr. Harald Friedrich vom Umweltministerium in Düsseldorf.

Die ausführende Firma ist in dieser Sache zu keiner Stellungnahme bereit.
Lediglich per Fax erklärte sie gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk, der darüber berichtet hatte: "Die von uns [...] eingebrachten Reinigungsöffnungen an Kunststoffbatterietanks stellen nach Meinung aus Fachkreisen eine technische Verbesserung dar."
Weiterhin geben sie an, dass sie gerade ein Gutachten über ihre Arbeitsmethoden beim TÜV erstellen lassen. Der TÜV Rheinland Berlin Brandenburg erklärt jedoch in einer schon jetzt vorliegenden Beurteilung: "Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass [...] veränderte Batterietanks bis zur endgültigen Anerkennung dieses Verfahrens durch die Zulassungsstelle ihre Bauartzulassung verlieren."

Auch die Untere Wasserbehörde des Hochsauerlandkreises schließt sich der Meinung des TÜVs an. Sie warnt davor, dass der Verschluss der gebohrten Löcher keinem Überdruck bei eventuell unsachgemäßen Tanken standhalten würde. Außerdem könne Öl auslaufen und in die Gewässer gelangen.

Inzwischen liegt auch eine Stellungnahme vom Bundesverband Lagerbehälter e.V., Arbeitskreis Kunststoff-Batterietanks, vor:

"Kunststoff-Batterie-Tanks und Tankreinigung

Die in der letzten Zeit aufgetretenen Fälle von unsachgemäßen Veränderungen von Kunststoff-Batterie-Tanks geben Anlass zu folgender Stellungnahme:

Kunststoff-Batterie-Tanks, die seit Anfang der 70er Jahre erfolgreich für die Heizöl-Lagerung eingesetzt werden, bestehen meist aus hochwertigem Polyethylen oder Polyamid. Diese Behälter sind gegen alle bekannten Bestandteile des Heizöls beständig. Zur Werterhaltung der Tanks ist eine Tankreinigung nicht notwendig. Sollte sich doch zu viel Schlamm in den Anlagen abgesetzt haben, so gibt es bei geschulten Tankreinigungsfirmen entsprechende Absauggeräte, die den dicken Schlamm heraussaugen, so dass eine störungsfreie Weiterführung der Anlage gewährleistet ist.

Die bestehenden Bauartzulassungen und Eignungsbescheinigungen für die Behälter sehen nicht vor, dass an den Behältern nachträglich manipuliert wird. Die Anforderungen an die Zulassung solcher Behältersysteme sind sehr hoch. Das Sicherheitsniveau in Deutschland ist beispielhaft für ganz Europa. Deshalb ist es nicht statthaft und wird auch von der Industrie nicht unterstützt, wenn nachträglich zusätzliche Öffnungen in die Behälter eingebracht werden. Die Behälter verlieren dadurch ihre Bauartzulassung."

Der Arbeitskreis weist darauf hin, dass neue moderne Behältersysteme auf dem Markt sind. Diese bringen noch weitere Vorteile:

Der Wandwerkstoff ist zusätzlich diffusionsgesperrt, d.h. auch ein Eindringen von „Verunreinigungen in die Tankwand“ wird weitgehend ausgeschlossen. Weiterhin werden die Behälter als doppelwandiges System ausgeliefert, so dass die aufwändige Wanne im Keller entfällt.

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tepee schrieb: Es gibt ja einige wenige Fälle, bei denen der RGK nicht ganz...
ddjst schrieb: Die Bundesregierung beabsichtigt die Förderung von kleinen PV...
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