Ein eigener Garten ist das Glück vieler Menschen – ein Grundstück ist rasch gekauft. Doch manche bedenken nicht, wie lang der Weg ist bis man das Grundstück so nutzen kann, wie man möchte. Darüber hinaus fallen laufend Kosten an, selbst wenn man nicht permanent in dem Objekt wohnt. Es ist nicht so wie bei einer Miet- oder Eigentumswohnung, wo man nach der Übernahme den Wasserhahn aufdreht und das kühle Nass sprudelt aus der Armatur. Vielmehr müssen sich Hausbesitzer selbst um die Bereitstellung von Frischwasser und den Abtransport von Abwasser kümmern. Dabei hilft ein Hauswasserwerk. Es reiht sich ein in die Gruppe der Eigenwasserversorgungsanlagen, zu denen auch Tiefbrunnenpumpen und andere Anlagen zählen.
Bilder: lizenzfreien Datanbanken (Pixabay, Pexels, Wikimedia Commons) Aufbau und Nutzung eines Hauswasserwerkes
Im Prinzip handelt es sich bei einem Hauswasserwerk um ein technisches Gerät, das im Prinzip aus fünf Bauteilen besteht:
- Die Pumpe ist das Herzstück des Hauswasserwerkes. Sie befindet sich in dem Druckbehälter und sorgt dafür, dass Wasser über einen Schlauch angepumpt wird. Als Quellen bieten sich zum Beispiel Brunnen, Teiche und Zisternen an.
- Der Druckkessel ist durch eine Membran zweigeteilt. Auf der einen Seite ist der Inhalt mit Sauerstoff oder Stickstoff angereichert. Dadurch kommt es zu einem Druckaufbau, der von einem im Manometer gemessen wird. Sobald dieser Überdruck registriert, wird die Pumpe automatisch abgeschaltet und es fließt kein Wasser nach. Den Minimal- und Maximaldruck kann der Hausbesitzer bei den meisten Modellen selbst einstellen.
- Darüber hinaus hat jedes Hauswasserwerk einen Saug- und einen Druckanschluss. Sie sind dafür notwendig, das Wasser mit einem Schlauch anzusaugen. Danach wird es weitergeleitet. In der Regel sind die Anschlüsse genormt und somit flexibel einsetzbar. Man kann somit das Hauswasserwerk dazu verwenden, die Toilettenspülung oder die Waschmaschine mit Wasser zu versorgen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist der Gartenschlauch oder die Bewässerungsanlage für die Grünoase.
Reguläre Pumpen und Hauswasserwerke fördern Wasser aus einer Tiefe von bis zu 7 oder 9 Metern. Befindet sich die Quelle tiefer unter der Erde, müssen andere Modelle wie Tiefbrunnenpumpen eingesetzt werden. Trinkwasser ist teuer, ein Hauswasserwerk hilft dabei Geld zu sparen. Nicht für jedes Einsatzgebiet ist Wasser aus der Leitung in Trinkwasserqualität notwendig. Unter anderem kann man das Wasser aus dem Hauswasserwerk für die Bewässerung des Gartens, für die Autowäsche oder das Befüllen von Teichen nutzen. Wie die Statistik belegt, werden 27 Prozent des Leitungswassers für die Toilettenspülung verwendet. Zieht man die Gartenbewässerung und die Autowäsche auch noch mit ein, die künftig mit dem Wasser aus einem Hauswasserwerk erfolgt, erhöht sich das Einsparungspotential auf 47 Prozent.
Leistung eines Hauswasserwerkes: Die Kriterien
Bevor man sich als Hausbesitzer für ein Hauswasserwerk entscheidet, gibt es einige Punkte zu klären. Dazu zählt zum Beispiel die Wassermenge, die mit dem Gerät gefördert werden soll. Diese wiederum hängt von der Größe des Haushaltes und von dem Einsatzgebiet ab. Angegeben wird die Fördermenge vom Hersteller immer in Litern pro Stunde. Manche Hauswasserwerke pumpen 2.800 Liter pro Stunde, andere wiederum schaffen 6.000 Liter. Wenn das Hauswasserwerk zum Beispiel nur für die Bewässerung des Rasens verwendet werden soll, reicht ein Wasserwerk mit einer geringeren Leistung. Ein normaler Rasensprenger zum Beispiel benötigt pro 10 Quadratmeter und Stunde rund 100 Liter Wasser. Ebenfalls 10 Liter Wasser werden für die Toilettenspülung benötigt, wenn es sich um moderne Spülkästen handelt.
Wenn ein Hauswasserwerk nur eine Kapazität von 2.800 Litern pro Stunde hat und damit der Garten bewässert und gleichzeitig eine Waschmaschine, die rund 70 bis 80 Liter benötigt, betrieben wird, kann es bei größeren Haushalten zu Engpässen kommen, wenn noch dazu die Toiletten am Hauswasserwerk hängen. Wichtig für den Betrieb ist auch, den Abstand zwischen der Wasseroberfläche in der Wasserquelle und jene der Wasserentnahme zu kennen.
Tipps für den Kauf
Ein Hauswasserwerk soll einerseits den persönlichen Bedürfnissen entsprechen, andererseits möglichst lange und ohne große Wartungsarbeiten funktionieren. Vor allem bei Geräten, die das ganze Jahr über im Freien verweilen, sollte man nicht sparen. Sie sind immerhin im Winter Eis und Kälte und im Sommer zum Teil hohen Temperaturen ausgesetzt. Die wichtigste Frage für die Wahl ist der Standort: Es gibt Modelle, die sich für den mobilen Gebrauch eignen und somit flexibel sind. Da ein Hauswasserwerk in Betrieb zum Teil erheblichen Lärm verursacht, bieten sich die Wohnräume als Standort nicht unbedingt an. Daher entscheiden sich die meisten Hausbesitzer für den Keller oder einen gut isolierten Schacht.
Mit dem Kauf eines Hauswasserwerkes ist die Arbeit noch nicht getan. Immerhin muss man auch für eine entsprechende Zuleitung sorgen. Sie führt vom Brunnen oder der Zisterne zum Hauswasserwerk. Dabei ist auf eine gute Isolierung zu achten, damit die Leitungen bei niedrigen Temperaturen nicht einfrieren.