Lange Zeit galt ein eigener Pool im Garten als reiner Luxus. Seit Corona und den geschlossenen Schwimmbädern boomt dieser Bereich jedoch enorm. Immer mehr Eigenheimbesitzer sehen einen Swimmingpool inzwischen, neben einer Wertsteigerung ihrer Immobilie, auch als Verbesserung ihrer Work-Life-Balance. Sie genießen die Sport- und Entspannungsmöglichkeit ohne große Anfahrt und Gedränge.
Bild: www.pixabay.de/ GregoryButler Vor dem Poolbau planen
Entscheidend für ein zufriedenstellendes Ergebnis beim Poolbesitz ist die gute Planung vorab. Faktoren wie Nutzungswünsche, Beheizungsmöglichkeiten und Instandhaltungsaspekte sollten schon früh in die Überlegungen mit einbezogen werden. Soll der Pool nur in den warmen Sommermonaten genutzt werden oder auch im kühleren Frühjahr oder Herbst? An eine einfach zu handhabende und gute Abdeckung ist ebenso zu denken wie an den Einbau einer Gegenstromanlage, wenn eine sportliche Nutzung im Vordergrund steht. Auch die regelmäßige Reinigung sollte wohldurchdacht sein. Will man das von Hand machen oder leistet man sich den Einsatz von einem vollautomatischen Poolroboter? Diese kleinen Helferchen sind inzwischen sehr leicht und haben eine lange Akkulaufzeit, um den Pool zuverlässig und unkompliziert zu reinigen. Wie tief möchte man den Pool haben und wie ist eigentlich die Bodenbeschaffenheit im Garten? Könnten Felsen oder Schutt vom Hausbau ein Problem beim Ausbaggern der Grube werden?
Die Frage der Beheizung
In Zeiten des Klimawandels und aus Kostengründen muss bei der Planung einer Poolanlage vor allem an eine ökologische wie auch kosteneffiziente Art der Beheizung gedacht werden. Rechtzeitiges Informieren über mögliche Systeme kann da hilfreich sein. Für die Wassererwärmung kommen mehrere klimafreundliche Varianten in Frage. Beliebte Heizformen sind neben der Wärmepumpe alternativ die Verwendung einer Solarheizung. Abhängig von der Poolgröße und den bisherigen im Haus verbauten Systemen, sollte man sich vorab ausführlich bei einem Fachmann dazu beraten lassen.
Allgemeine energetische Sanierung
Wer nicht nur das Thema Poolbau und Poolbeheizung angehen möchte, sondern gleich mit diesem Schritt seine Hausanlage sanieren möchte, kann je nach Voraussetzungen sogar staatliche Förderungen in Anspruch nehmen. Aufwendige Anlagen können nämlich nicht nur das Poolwasser erwärmen, sondern auch das Brauchwasser und die Heizung im Haus. Mit der Modernisierung von Anlagen in Wohnhäusern können insofern nicht nur Energiekosten gespart, sondern gleichzeitig etwas für den Klimaschutz getan werden. Und diese Maßnahmen werden gefördert. Die anfänglichen Kosten schrecken zwar viele Immobilienbesitzer im ersten Schritt. Vergessen wird dabei aber meist, dass eine langfristige Planung finanziell am Ende die kostengünstigere Lösung ist und man zudem einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet. Mit dem Einsatz einer strombetriebenen Wärmepumpe statt einer Öl- oder Gasheizung lassen sich zum Beispiel bereits viele Tonnen CO2 einsparen.
Vorteile einer Solarheizung
Schon die Ägypter erwärmten mithilfe einer Bündelung von Sonnenstrahlen mittels Spiegel ihr Wasser. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden erste Solaranlagen in den USA. Im Bereich der sogenannten Solarabsorberanlagen für die Wassererwärmung in einem Swimmingpool hat man die Wahl zwischen verschiedenen Systemen, die auch schon in recht einfacher Form kostengünstig zu bekommen sind. Darin liegt der große Vorteil dieser Heizvariante. Abhängig von der zu erwärmenden Wassermenge reichen schon einfache Solarabsorber aus Kunststoff. Diese haben jedoch keine Glasabdeckung oder andere Dämmelemente im Gegensatz zu höherwertigen Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren. Es entsteht bei den Kunststoffkollektoren aber auch keine Minderung der Wärmeeinstrahlung durch die Reflexion. Alle Anlagen werden ganz einfach auf dem Dach des Hauses oder der Garage installiert. Je besser die Solarkollektoren zum Sonnenlicht hin ausgerichtet sind, desto höher ist ihr Wirkungsgrad, das heißt wie viele der auftreffenden Sonnenstrahlen tatsächlich auch in Wärme umgewandelt werden. Neben den Anschaffungskosten kommen noch die Betriebskosten hinzu. Vor allem für den Stromverbrauch der Pumpe fallen diese Kosten noch an. Allerdings ist der Einsatz dieses Systems nur in sonnenreichen Monaten möglich. Wer jedoch sowieso nur im Hochsommer im seinem Garten planschen möchte, hat hier eine ideale Lösung. Um einen Wärmeverlust der Kollektoren durch Wind zu vermeiden, sollte für die Sonnenkollektoren immer ein windgeschützter Standort gewählt werden.
Vorteile einer Wärmepumpe
Der große Pluspunkt einer Wärmepumpe speziell für die Poolbeheizung ist die Unabhängigkeit von der Witterung. Die private Badesaison kann vom zeitigen Frühjahr bis in die kühlere Jahreszeit ausgedehnt werden. Auch wenn noch keine stundenlange Sonneneinstrahlung besteht, kann warmes Wasser genossen werden. Prinzipiell arbeitet die Wärmepumpe für den Pool ähnlich einer Klimaanlage, nur in umgekehrter Funktion. Angesaugte Luft wird verdichtet, die entstandene Wärmeenergie aufgenommen. Das Poolwasser umfließt im Wärmetauscher der Wärmepumpe heiße Flüssigkeit und erwärmt sich. Durch die Beheizung des Poolwassers mithilfe einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kann man, vor allem bei Geräten mit Inverter-Technologie, außerdem den Energieverbrauch im Rahmen halten. Die Kosten werden vor allem dadurch gesenkt, dass sie die Luft als natürliche Energiequelle nutzt. Die Kosten reduzieren sich nahezu nur auf den benötigten Strom für die Wärmepumpe. Da der Energieverbrauch aber von vielen Faktoren wie etwa Aufstellort, Badeverhalten, Wetter oder der Poolabdeckung abhängt, kann kein pauschaler Verbrauch pro Saison genannt werden. Ein weiterer Vorteil einer Wärmepumpenanlage ist der nicht allzu große Platzbedarf und eine relativ einfache Montage.
Wärmeverlust eingrenzen
Die Wassertemperatur im Pool unterliegt einem permanenten Wärmeverlust, der mithilfe der Technik ausgeglichen werden muss. Ein Swimmingpool verliert je nach Witterung etwa 0,5-3 °C pro Tag. Eine gut abgedeckte Anlage verliert dagegen max. 1-1,5 °C pro Tag. Bei einem entsprechenden Beckenvolumen muss vor allem an Tagen außerhalb der Hitzehochsaison also immer wieder eine gewisse Wärmemenge zugeführt werden. Vor allem um den Wärmeverlust über Nacht zu verringern, machen sich daher Abdeckungen bezahlt. Selbst einfache schwarze Solarplanen verlangsamen nicht nur das Auskühlen des Wassers, sondern verhindern auch eine Verdunstung. Ein weiterer Vorteil ist der Schutz vor einer Verunreinigung durch Insekten, Blättern oder Vogelkot. Bei starker Sonneneinstrahlung können sie sogar dabei helfen, das Wasser aufzuheizen.
Fazit
Die Anschaffungskosten einer vernünftigen Wärmepumpe oder einer guten Solaranlage für die Beheizung eines Swimmingpools sind in Abhängigkeit der Nutzung und der Poolgröße zu sehen. Bis vor einigen Jahren lag die Beliebtheit der Solarabsorberanlagen noch eindeutig vor den Wärmepumpen. Ob nun die schwankenden Temperaturen in den Sommermonaten oder die stetige Verbesserung der Wärmepumpensysteme den Trend änderten – inzwischen ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die weitaus beliebtere Beheizungsvariante. Eventuell spielen ein niedrigerer Montageaufwand und der geringere Platzbedarf gegenüber einer Solarabsorberanlage auch eine gewisse Rolle.