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Bilder: Pixabay.com Noch immer überwiegt beim Bau einer Garage der Wunsch, diese als Schutz für das eigene Auto vor Witterungseinflüssen, aber auch Dieben zu errichten. Doch moderne Garagen können weit mehr. Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Garage zu bauen, sollte daher schon vorab wissen, wofür er sie später verwenden möchte. Denn die Nutzung bestimmt unter anderem über die Größe, die Platzierung, das richtige Garagentor oder weitere Türen und Fenster. Außerdem stellt sich dabei die Frage, ob eine Heizung Sinn macht. Für eine Vielzahl an temporären Nutzungsmöglichkeiten kann eine Heizung meist einfach und günstig nachgerüstet werden. Benötigt man hingegen in der Garage dauerhaft eine bestimmte Temperatur über dem Gefrierpunkt, ist mit aufwendigeren Maßnahmen zu rechnen.
Welche Nutzungsmöglichkeiten es gibt verrät der folgende Bericht:
Schutz für das Fahrzeug
Noch vor wenigen Jahrzehnten besaß jede Familie maximal ein Auto, heute geht der Trend hin zu zwei Fahrzeugen oder mehr. Das ist nicht nur bequemer, muss der eine Elternteil beispielsweise früh zur Arbeit fahren, der andere erst später die Kinder zur Schule bringen, sondern es ergeben sich damit auch mehr Freiheiten für Paare und Familien. Der Nachteil: Autos brauchen Platz. Und einen sicheren Unterstand. Witterungsbeständige gemauerte Garagen oder solche aus Beton sind nach wie vor die erste Wahl, wenn es darum geht, Fahrzeuge vor Regen, Sturm und Schnee zu schützen – aber auch vor Dieben. Wichtig dabei: Ein sicheres Garagentor, das es Langfingern schwer macht, sich Zugriff zu verschaffen. Auch die Art des Tores spielt eine Rolle: Wird der Platz vor der Garage ebenso regelmäßig zum Parken benötigt, sollte auf ein Roll- oder Sektionaltor zurückgegriffen werden. Diese Varianten haben den Vorteil, dass sie – anders als das Schwingtor – keinen Platz vor der Garage benötigen.
Oldtimer-Fans, die die Garage nutzen, um dort ihre geliebten Gefährte unterzustellen, sollten auf eine Heizung setzen, die eine gleichmäßige Temperatur oberhalb des Gefrierpunkts sicherstellt. Diese gewährleistet nicht nur einen dauerhaften Frostschutz, sondern hält auch die Luftfeuchtigkeit auf einem niedrigen Niveau. Von diesen Vorteilen profitieren aber natürlich auch Besitzer modernerer Autos: Durch eine Garagenheizung werden Anlasser und Batterie weniger beansprucht und der Innenraum kühlt über Nacht im Winter nicht so stark aus.
Wer nicht so viel Grund oder Geld zur Verfügung hat, kann sich ein Carport bauen. Eine Stahlgarage ist eine weitere, günstige Alternative. Ihr Nachteil: Bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Temperaturen kann sich Tauwasser an den Wänden bilden, was wiederum zu Schimmel führen kann.
Zusätzliches Lager für dies und das
Wer in ein neues Haus oder eine größere Wohnung zieht, ist in den ersten Monaten meist entzückt von all dem Platz, der sich einem plötzlich bietet. Doch bald platzt dieser erneut aus allen Nähten. Glücklich schätzen können sich dann all jene, die über eine große Garage verfügen, denn diese kann als zusätzlicher Lagerraum fungieren. In Wandregalen finden beispielsweise Lebensmittel Platz, die eine kühle Umgebung bevorzugen. Mittels an der Decke montierten Halterungen und Verankerungen lassen sich wiederum vom Skiequipment bis hin zum Kanu alle möglichen Sportgeräte sicher verwahren. Und natürlich können auch Winterreifen oder Gepäckträger deponiert werden. Doch Achtung: Wer die Garage als Lagerraum nutzen möchte, sollte beim Bau ebenfalls bereits auf das richtige Garagentor achten. Rolltore, die besonders wenig Platz benötigen, sind hierbei die erste Wahl. Außerdem sollte die Garage groß genug sein – eine längliche Ausführung bietet sich an. Dabei befindet sich der Lagerraum im hinteren Teil, wobei im vorderen nach wie vor genug Raum für das Auto ist. Wer über den nötigen Platz verfügt, kann auch eine Doppelgarage errichten und zum Beispiel eine Seite für das Fahrzeug nutzen, die zweite als Stauraum. Auch eine zusätzliche Tür bietet sich an, um beispielsweise Gartenequipment rasch zur Hand zu haben.
Werkstatt für das Hobby
Nicht nur Corona hat bei vielen die Lust am Heimwerken, Basteln und kreativen Schaffen beflügelt, sondern das Thema „Do it yourself“ ist bereits seit ein paar Jahren angesagt. Doch wer mit Holz arbeitet, mit Lacken hantiert oder viel Werkzeug braucht, ist auf viel Platz angewiesen. Die Garage, als abgetrennter Ort vom Wohnhaus, in dem auch einmal etwas Chaos herrschen darf und keine teuren Möbelstücke stehen, auf die man Acht geben muss, bietet sich hierfür geradezu an. Je nach Platz können Akkuschrauber, Schleifmaschine & Co. in einem Wandregal untergebracht werden, eine Werkbank ist das Herzstück der Werkstatt. Damit dies alles möglich ist, muss die Garage einmal mehr groß genug sein und über genügend Steckdosen verfügen. Besonders angenehm lässt es sich darin tüfteln und werken, wenn die Garage über Fenster verfügt, durch die Tageslicht in den Raum dringen kann.
Wer vorhat, ganze Nachmittage in der neuen Werkstatt zu verbringen, kommt um eine Heizung nicht herum. Es empfiehlt sich daher, schon beim Bau der Garage an eine solche Nutzungsmöglichkeit zu denken. Wer die Garage hingegen später damit nachrüsten möchte, muss einiges bedenken. Grenzt die Garage direkt an das Wohngebäude, ist der Anschluss an die Zentralheizung meist die erste Wahl. Im Optimalfall wurde bereits ein eigener Heizkreis für die Garage vorgesehen. Mit entsprechenden Rohrleitungen kann sogar ein Heizkörper eingebaut werden. Hierbei sollte man sich auch um eine nachträgliche Dämmung kümmern. Dabei kommt es nicht nur auf das Mauerwerk selbst an, sondern auch auf Tore und Türen. Zudem muss künftig aktiv für Luftaustausch gesorgt werden, damit sich kein Schimmel an den Wänden und kein Rost an den Fahrzeugen bildet. Weitere Möglichkeiten, um die Garage zu heizen, sind Elektroheizungen oder Gas-Heizstrahler. Elektroheizungen benötigen lediglich den normalen Haushaltsstrom. Es gibt Modelle, die die kalte Luft anwärmen und in der Garage verteilen. Sie haben allerdings den Nachteil, dass gerade in wenig luftdichten Räumen viel Wärme entweicht und das Heizen lange dauert. Andere Varianten arbeiten mit Infrarotstrahlung. Diese Strahler können überall montiert oder platziert werden und sorgen für eine raschere Wärme. Gas-Heizstrahler werden wiederum mit Gasflaschen betrieben, wodurch sie flexibler sind und ohne Stromkabel auskommen. Allerdings müssen sie unbedingt für Innenräume zugelassen sein und eine Sauerstoffmangelsicherung haben.
Garage als große Dachterrasse
Flache Garagen, die direkt ans Haus angebaut sind, können auch zu Dachterrassen werden – vorausgesetzt die rechtlichen und bautechnischen Rahmenbedingungen passen. Dazu zählt zum Beispiel die Statik. Das Dach muss so stabil sein, dass es zusätzliche Lasten tragen kann. Weiters muss eine Absturzsicherung vorhanden sein, das Dach muss dicht sein, Wasser muss abfließen können. Stehen Garage und Dachterrasse nahe an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn, kann es sein, dass eine Genehmigung eingeholt werden muss. Wurden all diese Punkte berücksichtigt, steht dem Kreieren einer ganz persönlichen Ruhe-Oase auf dem Dach nichts mehr im Wege.