Seit Januar 2021 wird pro Tonne ausgestoßenem CO2 eine Abgabe von 25 Euro fällig. So sieht es das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) vor. Bis 2025 soll die Pauschale schrittweise auf 55 Euro angehoben werden. Direkt betroffen, sind Haushalte mit Öl- und Gas-Heizung, was auf den Großteil in Deutschland zutrifft. Für sie wird Heizen künftig teurer.
Bild: MichaelTampakakis / pixabay.com Diejenigen, die vorerst auf eine neue Heizungsanlage verzichten möchten, können ihren Energiebedarf durch den Einbau effizienter Heizkörper senken und langfristig sparen. Da der Sommer die ideale Jahreszeit für den Austausch alter Heizkörper ist, sollten sich Hausbesitzer jetzt mit der Installation auseinandersetzen und handeln.
Kosten berechnen
Damit die Installation neuer und effizienterer Heizkörper wirtschaftlich Sinn ergibt, muss vor der Anschaffung ein sorgfältiger Preisvergleich durchgeführt werden. Sogenannte Flachheizkörper sind verhältnismäßig preiswert erhältlich und nicht selten mit mehreren Anschlüssen ausgerüstet, wodurch sie den Austausch ihrer Vorgänger erleichtern.
Was kostet die Montage?
Für das Abbauen der alten Energiespender und die Montage inklusive Anschluss sollten Haushalte pro Heizkörper mindestens 50 Euro einplanen. Je nach Zeitaufwand sind jedoch auch 150 Euro und mehr pro Stück denkbar.
Zuschuss der Bundesförderung für effiziente Gebäude sichern
Um Hausbesitzer zu energetisch sinnvollen Maßnahmen zu motivieren und letztlich die Klimaschutzziele zu erreichen, hat die Regierung Förderangebote erarbeitet. Einen Zuschuss von immerhin 20 Prozent können sich Haushalte beispielsweise für den Einbau von Niedertemperatur-Heizkörpern sichern. Zuständig hierfür ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Optimierung der Heizungsanlage – gefördert von der KfW (ab 1.07.21 BEG)
Auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es Fördermittel, wenn bestehende Heizungsanlagen mit neuen Heizkörpern optimiert werden. Unter anderem den zinsgünstigen Förderkredit „Energieeffizient Sanieren – Kredit (151, 152)“ – wobei dieser nur noch bis 30.06.2021 vergeben wird. Danach können Interessenten den neuen Kredit für Wohngebäude (261, 262) über die Bundesförderung für effiziente Gebäude beanspruchen. Details dazu auf der Internetpräsenz der KfW.
Der Hydraulische Abgleich
Wie viel Energie ein Haushalt verbraucht, hängt nicht nur von den Heizkörperarten ab, sondern auch von der Wärmeverteilung innerhalb der Wohnlandschaft. In Bestandsgebäuden ergibt sich bei älteren Heizungsanlagen oft das Problem, dass die Entfernung zwischen Heizkörper und Heizungsanlage negativen Einfluss auf den Energieverbrauch nimmt. Nicht selten müssen weiter entfernt montierte Modelle stark aufgedreht werden, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen – Heizkörper mit kurzer Entfernung zum Herzstück der Anlage werden wiederum zu heiß.
Werden bei einer solchen Anlage neuer Heizkörper eingesetzt, kann sich der unnötige Energieverbrauch verstärken. Abhilfe schafft ein hydraulischer Abgleich. Bei diesem Prozess wird die ungleichmäßige Temperaturverteilung behoben, wodurch sich die Heizkosten um teilweise mehrere hundert Euro jährlich senken lassen.
Gut zu wissen: Obwohl auch der hydraulische Abgleich Geld kostet – zum Teil über 400 Euro – kann sich die Investition durch die erheblichen Einsparungen bereits nach wenigen Jahren amortisieren.
Wie groß muss ein Heizkörper sein?
Eine Frage, die viele Verbraucher im Verkaufsgespräch mit Heizungsprofis stellen. Doch nicht die Größe der Heizkörper ist entscheidend. Ob eine Heizung effizient arbeitet und die Räume effektiv wärmt, hängt stattdessen von der Heizleistung der Heizkörper ab. Dieser Wert wird in Kilowattstunden angegeben. Darüber hinaus nehmen Faktoren wie die Substanz der Immobilie beziehungsweise die energetischen Bedingungen sowie die Raumgröße Einfluss.
ACHTUNG: Heimwerker ohne ausreichende Fachkenntnisse sollten die Installation von Experten erledigen lassen.
Wie alte durch neue Heizkörper in sechs Schritten ausgetauscht werden, erklärt der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH):
Information für Mietverhältnisse: Wer zahlt den CO2-Aufschlag künftig?
Ob sich Vermieter und Mieter den CO2-Aufschlag auf die Heizkosten in Zukunft teilen müssen, darüber wird in der Politik derzeit noch gestritten. Während die Bundesregierung die paritätische Aufteilung plant, wird dies von der Unions-Bundestagsfraktion abgelehnt. Wie die Tagesschau Anfang Juni 2021 berichtete, betrachtet die Unionsfraktion die Pläne als „fundamentalen Bruch des Verursacherprinzips“ und gegenüber Vermietern als unfair. Die Gegenseite argumentiert, dass Vermieter über den Einbau neuer Heizungsanlagen entscheiden und es dementsprechend gerechter sei, wenn sich beide Parteien an der CO2-Abgabe beteiligen. Ob vor der Bundestagswahl im September eine Einigung erzielt wird, bleibt abzuwarten.