Das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung treibt vielen Besitzern von Ölheizungen die Sorgenfalten ins Gesicht. Doch grundsätzlich besteht für sie kein Grund zur Verunsicherung. Denn das Programm enthält keinen Punkt, in dem erwähnt wird, dass die bestehende Ölheizung nicht auch über das Jahr 2026 hinaus genutzt werden darf.
Das hat auch einen guten Grund, denn moderne Ölheizungen haben nichts mehr mit den Umweltschleudern früherer Jahre zu tun, sondern sind wesentlich besser als ihr Ruf. Im Zusammenhang mit dieser Heiztechnik gibt es allerdings ein paar wissenswerte Aspekte, die Besitzer von Ölheizungen zumindest einmal gehört haben sollten.
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Viele ältere Häuser werden noch mit einer alten Ölheizung betrieben. Durch eine Modernisierung auf ein modernes Öl-Brennwertgerät wird die Umwelt deutlich entlastet.
Die Nachteile anderer Heizformen werden in den Medien vernachlässigt
Bei einem sind sich mit Sicherheit die meisten Menschen einig: Der Klimawandel stellt eine ernsthafte Bedrohung für unseren Planeten dar und wir sind dringend gefordert, darauf zu reagieren. Grundsätzlich sind entsprechende Initiativen von Regierungen also eine begrüßenswerte Angelegenheit, weil sie dabei helfen, das Problem durch gesetzliche Vorgaben in den Griff zu bekommen.
Es hilft jedoch nicht weiter, hier stur den Fokus nur auf bestimmte Heizformen zu richten und alles andere zu verbieten. Das zeigt sich unter anderem auch an einem Bericht der IWO Österreich, nach dem beispielsweise Pellet-Heizungen einen etwa 300fach höheren Feinstaub-Ausstoß haben als Ölheizungen, die mit Heizöl Extra Leicht (HEL) betrieben werden. Das deutsche Umweltbundesamt geht in der Studie „Die Nebenwirkungen der Behaglichkeit“ noch einen Schritt weiter und bescheinigt den Pellets sogar eine 1.200fach höhere Belastung durch Feinstaub als Ölheizungen.
Anders ausgedrückt: Es gibt nicht die eine Technologie, die alle Probleme im Zusammenhang mit der Erderwärmung lösen wird. Wichtig ist eine entsprechende stetige Weiterentwicklung, durch die die Belastung der unterschiedlichen Heizformen für unsere Umwelt in Zukunft deutlich verringert werden können. Die Hersteller von Ölheizungen haben hier in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben jedenfalls gemacht. Aus diesem Grund sollten Besitzer älterer Modelle genau jetzt darüber nachdenken, ihre Ölheizung zu modernisieren.
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Die Messungen zeigen: Andere Heizformen wie Pellets-Heizungen haben eine wesentlich höhere Feinstaubbelastung als moderne Ölheizungen.
Die Ölheizung modernisieren schafft eine Win-Win-Situation
Wer seine Ölheizung modernisiert, schont damit nicht nur die Umwelt, sondern auch noch seinen eigenen Geldbeutel. Das zeigt sich deutlich bei der Betrachtung der Energieausnutzung von Ölheizungen in der historischen Betrachtung. Modelle, die 20 Jahre und älter sind, nutzen die Energie nur zu etwa 65 bis 70 Prozent aus. Das heißt, es entsteht hier ein Energieverlust von rund 30 bis 35 Prozent.
Moderne Öl-Brennwertgeräte kommen hingegen auf einen Nutzungsgrad von 98 Prozent. Somit gehen nur noch zwei Prozent der Energie verloren. Das bedeutet, dass bei einer Modernisierung einer Ölanlage, die 20 Jahre oder älter ist, künftig mindestens ein Drittel weniger Heizöl für die gleiche Heizmenge benötigt wird.
Möglich wird das durch die Brennwerttechnik, die auch die in den Verbrennungsgasen verborgene Wärme nutzbar macht. So können moderne Heizkessel die im Heizöl enthaltene Energie nahezu verlustfrei in Wärme umwandeln.
Darüber hinaus kann die Sanierung der Ölheizung auch den Wert einer Immobilie erheblich steigern. Viele Interessenten fürchten sich dennoch vor der unsicheren Rechtslage und fragen sich: Dürfen die Ölheizungen künftig überhaupt noch eingebaut werden und gibt es dafür auch entsprechende Fördermittel?
Ölheizungen dürfen auch noch nach 2025 eingebaut und betrieben werden
Grundsätzlich sind die Sorgen unbegründet. Denn bis zum Ende des Jahres 2025 ist es jedenfalls erlaubt, seinen alten Ölkessel gegen ein modernes Öl-Brennwertgerät zu tauschen.
Die Kosten dafür liegen bei einem Einfamilienhaus mit rund 120 Quadratmetern etwa 8.000 bis 10.000 Euro. Rund 5.000 Euro davon entfallen auf den Heizkessel, der Rest auf die Umbauarbeiten und die Entsorgung. Denn um die Abgase des Brennwertgerätes über ein feuchteunempfindliches Abgassystem ins Freie zu führen, ist es erforderlich, ein spezielles Abgasrohr (zumeist aus Kunststoff) in den Schornstein einzuziehen.
Was viele Besitzer von alten Öl-Heizungen nicht wissen: Laut der Energie-Einsparverordnung (EnEV) beziehungsweise des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) besteht für sie unter Umständen sogar eine gesetzliche Verpflichtung, die alte Heizung durch eine effizientere Heizungsanlage zu ersetzen. In der Regel sind alle Öl-Heizungen davon betroffen, die älter als 30 Jahre sind. Es gibt jedoch Ausnahmen. Dazu zählen unter anderem Niedertemperaturkessel, Brennwertkessel und Einzelraumheizungen sowie direkt befeuerte Warmwasserbereiter.
Wer es genau wissen möchte, sollte sich idealerweise an ein Unternehmen wenden, dass auf den Einbau und die Erneuerung von Öl-Heizungen spezialisiert ist.
Ab dem Jahr 2026 ändert sich die Situation grundlegend
Reine Ölheizungen dürfen nur noch bis zum Jahr 2025 eingebaut oder erneuert werden. Ab dem Jahr 2026 soll diese Art von Heizungen jedoch nur noch eingebaut werden dürfen, wenn dabei erneuerbare Energien mit eingebunden werden. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn für die Warmwasser-Aufbereitung eine Solaranlage installiert wird. In der Fachsprache werden diese Modelle als Hybridheizungen bezeichnet.
Für den Einbau dieser Hybridanlagen gibt es aber weiterhin staatliche Fördergelder. Die finanzielle Unterstützung bezieht sich dabei jedoch auf den Einbau jener Komponente, die mit Hilfe erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder Photovoltaik betrieben wird.
Wer bereits eine Hybridheizung betreibt, kann ebenfalls jederzeit einen Kesseltausch durchführen, da das Gebäude ja dann bereits zum Teil mit erneuerbaren Energien beheizt wird.
Der Einbau eines reinen Öl-Brennwertgerätes ist jedoch auch ab 2026 möglich, wenn beispielsweise im jeweiligen Gebäude keine andere Wärmeerzeugung möglich ist. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn kein Fernwärmenetz vorhanden ist und die baulichen Bedingungen auch die Einbindung erneuerbarer Energien nicht möglich machen.
Unabhängig von der gesetzlichen Lage ist es jedenfalls empfehlenswert, erneuerbare Energien in die Heizungsanlage einzubinden. Wer im Besitz einer Ölheizung ist und jetzt auf ein klimafreundlicheres Modell wechselt, erhält dafür vom Staat seit dem Jahr 2020 wesentlich großzügigere Zuschüsse als früher. Besitzer von Ölheizungen erhalten dafür sogar eine Sonderprämie. Insgesamt sind so aktuell Fördergelder von bis zu 45 Prozent des investierten Betrages möglich.
Ein effizientes Öl-Brennwertgerät bleibt jedenfalls auch nach dem Jahr 2025 eine gute Wahl. Denn durch den Einsatz synthetischer Brennstoffe haben Ölheizungen langfristig eine klimaneutrale Perspektive und gehören längst noch nicht „zum alten Eisen“.