Die SHK in Hamburg - unter Deutschlands „Regionalmessen" nimmt sie fast schon traditionell eine Sonderstellung ein. Und dies
gleich aus zwei maßgeblichen Gründen, denn zum einen stellt der Zusatz „regional" angesichts der starken Ausrichtung auf die

nordischen Nachbarländer, die Niederlande und das Baltikum eine kaum mehr akzeptable Einschränkung dar. Zum anderen, nicht minder entscheidend, aber ist die zeitliche Positionierung nur rund vier Monate vor der "ISH" in Frankfurt am Main, der weltweit größten Fach- und Leitmesse. Mit der Konsequenz, dass zahlreiche Aussteller die Gelegenheit nutzen, das Marktpotenzial ihrer Neuheiten und Neuentwicklungen anzutesten, im Gespräch mit (ausgewählten) Messebesuchern Prototypen zu diskutieren und die dann folgenden Wochen intensiv zu nutzen, ihre „Erlkönige" zu serienreifen Innovationen herauszuputzen.
Im Gegensatz zu den Vorjahren dürfte es auf der SHK 2000 vom 22. bis 25. November dabei allerdings noch vorsichtiger zugehen als in der Vergangenheit, denn gerade die besucherfreundliche neue thematische Gliederung der Fachmesse lässt die Wettbewerber wesentlich näher zusammenrücken als bisher. So sind die Hallen 1 bis 6 beispielsweise erstmals konsequent für die Heiztechnik und „verwandte" Technologien wie Abgastechnik, Steuer-, Mess- und Regeltechnik, den Komplex Klima und Lüftung, die Heißwasserbereitung sowie den Bereich Daten- und Gebäudetechnik reserviert. Eine Struktur, die vor allem die Fachleute unter den rund 50.000 erwarteten Besuchern schätzen dürften, erlaubt sie doch einen schnellen und vor allem umfassenden Marktüberblick ohne lange, ermüdende „Wanderungen" durch die verschiedenen Hallen.
Ähnlich spannend, ist zu erwarten, wird sich der Rundgang durch die anschließende Halle 7 darstellen. Weg von der reinen Produktschau haben die Organisatoren hier die so genannten Systemhersteller zusammengefasst. „Wir tragen damit," so meint Ulf Richter von der Messe Hamburg, „der zunehmenden Zahl von Firmenzusammenschlüssen Rechnung, die zu einem verstärkten Auftreten von Anbietern gesamter Systeme geführt hat."
Komplettiert wird die Leistungsschau der Branche durch die "Sanitärmeile", die sich bis Halle 12 erstreckt. Armaturen und Badeinrichtungen bzw. -ausstattungen, Keramik, Installations- und Rohrsysteme, Abwasserbehandlungssysteme sowie Solartechnik werden in diesem Bereich des erneut ausgebuchten, 64.000 Quadratmeter großen Messegeländes am Alsterufer zu finden sein.
Aber nicht nur strukturell, sondern auch inhaltlich will die "Millenniumsausgabe" der SHK Hamburg im kommenden Monat eingefahrene Wege verlassen und den Besuchern neue Perspektiven eröffnen. So wurde der Partnerregion Skandinavien, mit rund 23,5 Millionen Einwohnern immerhin 1,5 mal so groß wie der norddeutsche Raum, das gesamte Obergeschoss der Halle 1 reserviert. Zielsetzung ist dabei aber nicht allein die Präsentation der fachlichen Angebote, sondern mit dem gemeinsamen Auftritt Dänemarks, Schwedens, Norwegens und Finnlands sollen vielmehr frühzeitig die Chancen genutzt werden, die sich aus dem Zusammenwachsen der Großregion ergeben. Nach Ansicht von Experten, stellt die Messe Hamburg fest, steht die baltische Region rund um die Ostsee nämlich unter anderem durch neue Verkehrsachsen wie die Große-Belt- und Öresundbrücke vor einer nachhaltigen Boomphase, die diese Märkte zu den entwicklungsträchtigsten in ganz Europa werden lässt, Grund genug für die SHK, bereits heute „Flagge zu zeigen" und beispielsweise mit speziellen „Partnerstunden" im Rahmen des

Messeprogramms die Möglichkeit für Kontakte zwischen der Industrie und den rund 1.700 skandinavischen Handwerksbetrieben, zwischen Handelsvertretungen, Großhandel und Handelskammern zu bieten.
Kontakte, bei denen mit Sicherheit auch die „technischen" Schwerpunktthemen der Messe konkrete Anknüpfungspunkte beispielsweise für Kooperationen bieten, wurde doch bei der Konzeption der SHK 2000 ein wichtiger Akzent auf die Integration neuer Produkte und Techniken gelegt. Immer stärker durchdringen Telekommunikationsanwendungen, Internet und e-Commerce die traditionell handwerkliche Branche, fordern von Fachplanern und Fachinstallateuren disziplinen-übergreifendes
Wissen ab - und haben die Hamburger Messe veranlasst, sich dieser Themenkomplexe gezielt anzunehmen. So steht neben Präsentationen beispielsweise zur Gebäudeleittechnik unter anderem an zwei Tagen ein Hearing zu der viel diskutierten Schlüsselfrage „Wieviel Internet braucht das Handwerk?" auf dem Programm. Ein Thema, zu dem es mit Sicherheit kontroverse Meinungen und hitzige Diskussionen geben wird.
Ein Thema aber auch, das - gerade in Bezug gesetzt zu Sonderausstellungen wie jener des Europäischen Klempner- und Kupferschmiedemuseums Karlstadt mit Exponaten aus der Geschichte traditionsreicher Handwerksberufe - den weiten Bogen verdeutlicht, den die SHK 2000 in Hamburg dieses Jahr ihren Besuchern zu bieten hat.